{"id":102,"date":"2012-08-30T21:38:10","date_gmt":"2012-08-30T20:38:10","guid":{"rendered":"http:\/\/andijah.wordpress.com\/?p=102"},"modified":"2012-08-30T21:38:10","modified_gmt":"2012-08-30T20:38:10","slug":"selbstgesetzte-grenzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/andijah.eu\/index.php\/2012\/08\/30\/selbstgesetzte-grenzen\/","title":{"rendered":"Selbstgesetzte Grenzen"},"content":{"rendered":"<p>Ich bin keine gro\u00dfe Sportlerin. Ich wandere gerne, ich fahre gerne Rad, ich schwimme gerne, aber das alles betreibe ich nicht ernsthaft, d.h. ich trainiere nicht regelm\u00e4\u00dfig, sondern ich mache es immer dann, wenn ich gerade Lust darauf habe.<\/p>\n<p>Mitunter schaue ich aber gerne Sportlern zu, sei es live oder im Fernsehen. Ich habe da keine Pr\u00e4ferenzen, was die Sportart angeht, auch wenn ich mit manchen Sportarten wenig anfangen kann und da recht schnell umschalte, wenn ich im Fernsehen dr\u00fcber stolpere. Mit einer Ausnahme: Olympische und paralympische Spiele. Wenn ich Zeit habe und Wettk\u00e4mpfe im Fernsehen \u00fcbertragen werden, schaue ich zu. Egal, welche Sportart dran ist.<\/p>\n<p>Dieses Jahr war wieder Olympia, und die Paralympics laufen gerade. Ich habe noch keine Wettk\u00e4mpfe gesehen, aber ich verfolge die Berichterstattung und Kommentare im Netz.<\/p>\n<p>Und da stolperte ich in diesen Tagen \u00fcber einige S\u00e4tze in Diskussionsforen, die mich sehr nachdenklich gemacht haben.<br \/>\nGeschrieben wurde da z.B. &#8222;Ich schaue das nicht, das ist doch kein Sport&#8220;; &#8222;M\u00fcssen die das denn machen, das ist doch viel zu anstrengend&#8220;; &#8222;Das sind keine Menschen, sondern Cyborgs&#8220; (gesagt \u00fcber beinamputierte L\u00e4ufer); &#8222;das beeintr\u00e4chtigt mein \u00e4sthetisches Empfinden&#8220;. <\/p>\n<p>Erst war ich sprachlos. Dann w\u00fctend. Und dann haben sie mir leid getan, die Menschen, die sich und ihrer Wahrnehmung solch enge Grenzen setzen. Nat\u00fcrlich, niemand muss sich Sportevents anschauen, wenn es ihn nicht interessiert. Aber welches Menschenbild, welches Bild in Bezug auf Hindernisse, Grenzen und L\u00f6sungen steckt hinter solchen Kommentaren? Wir werden alle (hoffentlich) einmal \u00e4lter. Nicht jeder wird im Alter h\u00fcbscher. Nicht jeder bleibt immer beweglich. Soll man sich deshalb verstecken? Weil irgendwo jemand sein k\u00f6nnte, dessen \u00e4sthetisches Empfinden gest\u00f6rt wird?<\/p>\n<p>Ich meine, nein. Sicher, es gibt Grenzen. Manche lassen sich \u00fcberwinden, andere nicht. Doch die Grenzen, die wir im Kopf haben, die brauchen wir nicht. Wenn ich offen bleibe f\u00fcr neue Wahrnehmungen, f\u00fcr andere Lebensentw\u00fcrfe, f\u00fcr Ungewohntes, dann kann mir das auch f\u00fcr meine eigene Geschichte Impulse und Energie geben. Und das ist etwas, was ich f\u00fcr mich wichtig finde. Viel wichtiger als Schubladen, Vorurteile und Zuschreibungen.<\/p>\n<p>Ich mag meine Komfortzone auch nicht immer verlassen. Aber ich bin jedes Mal stolz auf mich, wenn ich mich auf etwas Unbekanntes und Ungew\u00f6hnliches eingelassen habe. Und ich kann mich f\u00fcr andere freuen, besonders f\u00fcr Sportler, die erfolgreich sind, egal, ob sie nun gehend, schwimmend, rollend oder sitzend ihren Sport machen. <\/p>\n<p>Kommunikation kann Grenzen \u00fcberwinden, vor allem die Grenzen in den K\u00f6pfen. Vielleicht komme ich ja auch noch mit den Menschen ins Gespr\u00e4ch, deren Kommentare mich so nachdenklich machten. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin keine gro\u00dfe Sportlerin. Ich wandere gerne, ich fahre gerne Rad, ich schwimme gerne, aber das alles betreibe ich nicht ernsthaft, d.h. ich trainiere nicht regelm\u00e4\u00dfig, sondern ich mache es immer dann, wenn ich gerade Lust darauf habe. 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