{"id":278,"date":"2014-07-24T08:13:53","date_gmt":"2014-07-24T07:13:53","guid":{"rendered":"http:\/\/andijah.wordpress.com\/?p=278"},"modified":"2014-07-24T08:13:53","modified_gmt":"2014-07-24T07:13:53","slug":"viele-wochen-24-bis-30","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/andijah.eu\/index.php\/2014\/07\/24\/viele-wochen-24-bis-30\/","title":{"rendered":"Viele Wochen (24 bis 30)"},"content":{"rendered":"<p>Ja, ich wei\u00df, es war in den letzten Wochen sehr ruhig hier. So ruhig, dass es gar nicht zu mir passt.<br \/>\nWas soll ich sagen, das Leben au\u00dferhalb von Internet und Computer hatte so viel zu bieten, ich habe neben der bezahlten Schreibtischarbeit viel f\u00fcrs Ehrenamt gemacht, im Garten gearbeitet, Zeit mit der Familie verbracht, am LKW geschraubt, mich um Menschen gek\u00fcmmert, gestrickt, mit den G\u00e4nsen geredet, Musik gemacht&#8230; hier etwas zu schreiben fiel dabei v\u00f6llig hinten runter.<\/p>\n<p>Und ich habe mich auch gefragt, wie wichtig das eigentlich ist, dass ich hier schreibe. Ob es jemanden au\u00dfer mir interessiert, und wenn ich es nur f\u00fcr mich mache, wie viel es mir bringt. Ich glaube, jeder Blogger hat sich das schon einmal gefragt, besonders diejenigen, deren Blog nicht von hunderten oder tausenden gelesen wird, selbst wenn es keine regelm\u00e4\u00dfigen Updates gibt.<\/p>\n<p>Ich werde auf jeden Fall weiterschreiben, weil es mir immer noch Spa\u00df macht, und so eine kleine zeitliche Delle hatte ich ja in der Vergangenheit hier schon \u00f6fter.<\/p>\n<p>Was mir in letzter Zeit so durch den Kopf ging:<\/p>\n<ul>\n<li>Ich engagiere mich seit Jahren ehrenamtlich, mal mehr, mal weniger, im Moment eher mehr, und egal in welchen Bereich ich schaue, es ist immer zu viel Arbeit f\u00fcr zu wenige Helfer da. Sind die Menschen heute tats\u00e4chlich weniger bereit, mitzuarbeiten, oder arbeiten noch genauso viele Menschen im Ehrenamt wie fr\u00fcher, nur die Anforderungen sind gestiegen, und damit auch die Arbeitsmenge f\u00fcr die Helfer? Welchen Weg k\u00f6nnen wir gehen, um Menschen zur Mitarbeit zu begeistern?<\/li>\n<li>Apropos Ehrenamt, da las ich neulich in einer Diskussion im Netz, dass nur bezahlte Arbeit f\u00fcr den Menschen wertvoll sei, von ehrenamtlichen T\u00e4tigkeiten allein k\u00f6nne man gar nicht gl\u00fccklich werden. Ist das tats\u00e4chlich so, &#8222;brauchen&#8220; wir Lohn in monet\u00e4rer Form, um uns wertgesch\u00e4tzt zu f\u00fchlen? Oder k\u00f6nnen, sollten wir gar woanders ansetzen und die Wertsch\u00e4tzung neu definieren und leben?<\/li>\n<li>Kein Beruf sollte mehr &#8222;wert&#8220; sein als der andere, und manche Berufe sind wichtig, auch wenn nicht jeder die Dienstleistung in Anspruch nimmt, die erbracht wird. Das war das Fazit einer sehr inspirierenden Rede, die ein Landwirt aus unserem Dorf im Gottesdienst gehalten hat, anstelle der Predigt. Er hatte n\u00e4mlich mit dem Pfarrer eine intensive Diskussion dar\u00fcber gehabt, wer von beiden fr\u00fcher aufstehen m\u00fcsse und wer den anstrengenderen Job habe. Sie haben beschlossen, die Rollen zu tauschen, um die andere Sichtweise erleben und verstehen zu k\u00f6nnen. Eine tolle Idee!<\/li>\n<li>Ver\u00e4nderungen f\u00fcr die Welt und die Gesellschaft fangen im Kleinen an. Das ist kein Geheimnis, und manchmal ist es doch so schwer &#8211; wenn man sich in eine Ecke der Meinungen und Haltungen gedr\u00e4ngt f\u00fchlt, in der man nicht sein m\u00f6chte, wenn eine Meinungs\u00e4nderung aktiv gefordert wird von einem Dritten, dann kommt es nicht zum Verstehen und zum Wissen-Wollen, sondern zum R\u00fcckzug. Die kleinen R\u00fcckschl\u00e4ge, die man in seinem pers\u00f6nlichen Kampf um eine andere, vielleicht bessere Welt, erlebt, k\u00f6nnen auf Dauer zerm\u00fcrben, aber sie sollten uns nicht dazu bringen, verbohrt zu werden und die Bem\u00fchungen der anderen kleinzureden, wenn diese nicht ganz unserer eigenen Haltung entsprechen. Ich muss mich auch manchmal am Riemen rei\u00dfen, Menschen nicht zu schnell in eine Schublade zu stecken, vor allem dann, wenn ich mich \u00fcber sie ge\u00e4rgert habe. Aber ich w\u00fcrde einem anderen nicht vorschreiben wollen, wie er \u00fcber ein Thema zu reden und zu f\u00fchlen hat. Es ist wie mit der Idee der Erm\u00f6glichungsdidaktik beim Lehren und Lernen: ich kann ein Angebot machen, zum Nachdenken, zum Lernen, zum Ausprobieren, aber mein Gegen\u00fcber entscheidet ganz alleine und in seinem eigenen Tempo, ob und was er von meinem Angebot annimmt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Was ich aus der &#8222;stillen Zeit&#8220; der letzten Wochen f\u00fcr mich mitgenommen habe, ist, dass ich noch entspannter werden kann in Bezug auf Dinge, die ich nicht beeinflussen kann, dass ich noch klarer formulieren m\u00f6chte, was ich denke und f\u00fchle, dass ich noch besser zuh\u00f6ren m\u00f6chte und langsamer werden im Bilden eines Urteils, und dass ich mehr Musik machen will.<\/p>\n<p>Ich werde hier berichten, wie es mir damit ergeht. Danke f\u00fcrs Lesen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ja, ich wei\u00df, es war in den letzten Wochen sehr ruhig hier. So ruhig, dass es gar nicht zu mir passt. 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