{"id":305,"date":"2015-02-12T10:23:18","date_gmt":"2015-02-12T09:23:18","guid":{"rendered":"https:\/\/andijah.wordpress.com\/?p=305"},"modified":"2015-02-12T10:23:18","modified_gmt":"2015-02-12T09:23:18","slug":"erfuellter-traum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/andijah.eu\/index.php\/2015\/02\/12\/erfuellter-traum\/","title":{"rendered":"Ein erf\u00fcllter Traum"},"content":{"rendered":"<p>Wer mir bei Twitter folgt, hat es mitbekommen: vor ein paar Tagen waren wir in \u00d6sterreich und haben dort einen Traktor abgeholt.<br \/>\nWir wollten &#8222;schon immer&#8220; einen haben, und seit wir unser eigenes Haus nebst gro\u00dfem Grundst\u00fcck auf dem Land haben, wurde dieser Wunsch konkreter.<\/p>\n<p>Nun ist es ja so, dass es eine Vielzahl an Traktorherstellern gab und dass man die Qual der Wahl hat, welcher Traktor es denn nun sein soll. Alt, jung, mit Anbauteilen oder ohne, mit Verdeck\/Fahrerhaus oder ohne, mit Allrad oder ohne (okay, diese Frage stellte sich f\u00fcr uns nicht wirklich. Allrad muss schon sein.), luftgek\u00fchlt oder wassergek\u00fchlt&#8230; wenn man dann mal anf\u00e4ngt zu suchen, st\u00f6\u00dft man sowohl auf restaurierte Exemplare, die vom Lack her besser aussehen als damals frisch aus der Fabrik, als auch auf bedauernswerte abgenudelte halbe Wracks, die zwar g\u00fcnstig in der Anschaffung, aber teuer in der Instandsetzung sind. Apropos g\u00fcnstig und teuer, die Preise f\u00fcr restaurierte Traktoren sind mitunter ziemlich abenteuerlich. Die Oldtimerszene scheint da in manchen F\u00e4llen den Bezug zur Realit\u00e4t verloren zu haben.<\/p>\n<p>Aber wir wollten ja nun einen Traktor haben, also suchten wir danach. Und wie es der Zufall so wollte, stellte sich heraus, dass der Vater einer Kollegin meines Mannes seinen Oldtimertraktor verkaufen wollte. Aber nur an jemanden, der ihn &#8222;liebhaben&#8220; w\u00fcrde (O-Ton Mutter der Kollegin). Wir bekamen per E-Mail Fotos und Kopien der Fahrzeugpapiere, es folgten einige Telefonate und dann der Entschluss, diesen Traktor zu kaufen. Dass er knapp 800km von unserem Zuhause entfernt stand, egal. Der Traktor war frisch restauriert und den Bildern nach zu urteilen in einem pr\u00e4chtigen Zustand. Die Bilder haben auch nicht gelogen, er steht wirklich hervorragend da.<\/p>\n<p>Wir bereiteten uns nun auf die Abholung vor. Liehen uns von einem Freund einen Anh\u00e4nger, mieteten ein Zugfahrzeug mit Allrad und ausreichender Anh\u00e4ngelast, buchten ein Zimmer im n\u00e4chsten Dorf, und machten uns am Samstagmorgen frohgemut auf in die Steiermark. Das Wetter war wunderbar, strahlender Sonnenschein, und ab Niederbayern schneebedeckte Felder. F\u00fcr mich als Winterfreundin besonders sch\u00f6n. Das erste kleine &#8222;Abenteuer&#8220; folgte, nachdem wir von der Schnellstra\u00dfe abgefahren waren (Navigation erfolgte per Stra\u00dfenkarte und Blick auf Hinweisschilder): die Strecke entpuppte sich als kleine Landstra\u00dfe \u00fcber mehrere Berge, mit Steigungen bis zu 12%. Wie wir sp\u00e4ter feststellten, ist die Strecke offiziell f\u00fcr Anh\u00e4ngerbetrieb nicht empfohlen. Aber das sagt einem keiner vorher.<br \/>\nTrotzdem ging alles gut und wir erreichten den Gasthof Paunger in Miesenbach. Die Reservierung hatte unkompliziert geklappt, und sowohl das Zimmer als auch das Essen waren ganz hervorragend. Der Chef sorgte daf\u00fcr, dass wir w\u00e4hrend unseres Aufenthalts eine bunte Mischung an kulinarischen K\u00f6stlichkeiten aus der Region bekamen und zauberte sogar Dinge, die nicht auf der Speisekarte standen.<\/p>\n<p>In der Nacht zum Sonntag begann es zu schneien. Bis zum Morgen gab es gut 20cm Neuschnee. Das hielt uns aber nicht davon ab, nach dem Fr\u00fchst\u00fcck eine kleine Wanderung zu starten. Wir nahmen den Miesenbacher Wasserweg und verbrachten zwei herrliche Stunden an der frischen Luft. Am Nachmittag war Faulenzen angesagt und am Montagmorgen fuhren wir dann ins n\u00e4chste Dorf zur Abholung des Traktors. Er stand schon auf dem Hof bereit und der Besitzer hatte gerade angefangen, uns von seinem Fahrzeug vorzuschw\u00e4rmen, als seine Frau aus dem Haus kam und meinte, wir sollten doch erst einmal fr\u00fchst\u00fccken. Das taten wir und die Zeit verging, aber wir schafften es dann doch noch vor dem Mittagessen vom Hof. Nat\u00fcrlich nicht ohne eine ausgiebige Einweisung ins Fahrzeug und einen alkoholfreien Cocktail, um auf den Verkauf anzusto\u00dfen.<\/p>\n<p>Die R\u00fcckfahrt begann unspektakul\u00e4r. Trotz Dauerschneefalls waren die Stra\u00dfen gut befahrbar, zumindest eine Zeitlang. Dann wurde der Schnee auch auf der Autobahn mehr, und w\u00e4hrend wir noch die Verkehrsmeldungen \u00fcber Vollsperrungen im Raum Wien h\u00f6rten, begann auch auf unserer Strecke ein Stau, der zu einem l\u00e4ngeren Stillstand f\u00fchrte. Es hatte sich ein LKW beim Versuch, eine Steigung ohne Ketten zu befahren, quergestellt, und so standen wir eine gute Stunde (oder auch mehr, ich habe die Zeit nicht gestoppt), bis es weiterging. <\/p>\n<p>Unser urspr\u00fcnglicher Plan sah vor, am Abend bei einem Bekannten vorbeizufahren, der sich bereit erkl\u00e4rt hatte, das f\u00fcr die Zulassung in Deutschland n\u00f6tige Gutachten f\u00fcr den Traktor zu erstellen &#8211; mit einigen Stunden Versp\u00e4tung kamen wir dann bei ihm an und wurden spontan eingeladen, zu \u00fcbernachten. Das Angebot nahmen wir gerne an und machten uns am n\u00e4chsten Morgen wieder auf, im Gep\u00e4ck schon die ersten Tipps und Hinweise, was f\u00fcr ein erfolgreiches Gutachten am Traktor noch zu machen sei.<\/p>\n<p>Und dann waren wir endlich zuhause. Ich startete den Traktor, fuhr vom Anh\u00e4nger, fuhr noch etwa 10m weiter, und schon stand unser Nachbar neben mir und meinte, er habe doch ein neues Motorenger\u00e4usch vernommen. Ja, so ist das bei uns auf dem Land, nichts bleibt unbeobachtet.<\/p>\n<p>Wir brachten noch das Zugfahrzeug wieder zur\u00fcck und damit endete das erste Kapitel unserer Traktorgeschichte.<\/p>\n<p>Am Nachmittag mussten wir nat\u00fcrlich schon ein bisserl fahren und Anh\u00e4nger rangieren und sind mit dem Kauf sehr zufrieden.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Technikinteressierten noch ein paar Details:<br \/>\nEs ist ein Warchalowski WT 30 A, Baujahr 1968 mit 30PS und Allradantrieb. Der Motor ist ein luftgek\u00fchlter V2, und wie viele Warchalowski-Traktoren \u00fcberhaupt in Deutschland zugelassen sind, wissen wir noch nicht. Es k\u00f6nnen nicht viele sein &#8211; aber in \u00d6sterreich ist die Marke recht popul\u00e4r, so dass es recht einfach ist, an Informationen und Handb\u00fccher zu kommen.<\/p>\n<p>Mehr Traktorgeschichten demn\u00e4chst. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer mir bei Twitter folgt, hat es mitbekommen: vor ein paar Tagen waren wir in \u00d6sterreich und haben dort einen Traktor abgeholt. 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