Mitten im Leben…

… denkt man doch eher selten daran, dass es auch einmal zu Ende geht.
Oder?

Ich habe mich heute von einem Freund verabschiedet, der vor einer Woche gestorben ist. Die Kirche, in der die Trauerfeier stattfand, war proppenvoll, wie sonst wahrscheinlich nur an Weihnachten. Wie schön war es zu sehen, wie viele ihn gern hatten.

Weil ich danach mit jemandem reden wollte, der ihn nicht gekannt hat, aber mich sehr gut kennt, habe ich eine Freundin angerufen. Die erzählte mir, dass sie in ihrer Ausbildung einmal die Aufgabe bekam, eine Rede zu schreiben, die auf ihrer Beerdigung gesprochen werden sollte.

Im ersten Augenblick dachte ich: „ganz schön makaber“ – aber dann dachte ich, dass es, sofern man sich darauf einlassen kann und möchte, eine spannende Möglichkeit ist, sich mit den eigenen Werten und Zielen zu befassen und sich einfach einmal Gedanken zu machen, was einem wirklich wichtig ist. Heute werde ich sicher nicht darüber nachdenken, aber ich nehme es als Gedankenanstoß mit.

Was auch immer in Eurer Rede gesagt werden soll, liebe Leserinnen und Leser, was auch immer Eure Wünsche und Ziele sind, vergesst eines nicht: sagt den Menschen, die Ihr mögt, dass Ihr sie mögt. Das kostet nichts und ist unheimlich wertvoll.

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Für mehr „sowohl als auch”

Kaffee oder Tee?
Bier oder Wein?
Klassik oder Pop?
Hose oder Rock?
Stadt oder Land?
Kunst oder Kitsch?

Immer diese Entscheidungen. Muss es ein „entweder oder” geben? Sind diese (mehr oder weniger willkürlich) ausgewählten Begriffspaare tatsächlich Gegensätze? Passen sie zusammen? Oder nicht? Oder kommt das ganz auf den Standpunkt und die Situation an?

Ich werde oft gefragt, warum mein Leben so bunt verlaufen ist, und warum ich denn nicht einmal bei einer Sache geblieben bin. Als Beispiel wird regelmäßig angeführt, ich hätte doch mal Musik studiert, warum ich das denn nicht mehr hauptberuflich machen würde, ich sei doch begabt.
Ich antworte dann gerne, dass ich durchaus bei einer Sache bleibe, nämlich in erster Linie, dass ich offen bleiben möchte für Neues, während ich gleichzeitig versuche, das Alte, was ich mag, zu bewahren, und mich von anderem, was mir nicht mehr recht passt, zu trennen. Das können Klamotten sein, aber auch Einstellungen, Meinungen, Berufswege. Dass ich heute nicht mehr hauptberuflich Musik mache, hat viele Gründe. Sicher hätte ich so manche Entscheidung in meinem Leben anders treffen können. Doch eines habe ich gelernt: es gibt keine falschen oder richtigen Entscheidungen, es gibt einfach nur Entscheidungen. Manche erweisen sich als genau passend, an andere muss man sich erst gewöhnen. Ob eine Entscheidung richtig oder falsch war, das sieht man nicht sofort. Warum sich also zu sehr unter Druck setzen?

Übrigens greifen alle Puzzleteile meines Lebens wunderbar ineinander. Dass ich jetzt Workshops und Trainings zum Thema „Wie gelingen Präsentationen” halte, hat durchaus auch etwas mit meiner musikalischen Vergangenheit zu tun. Bühnenpräsenz, Lampenfieber, gute Vorbereitung, das sind Dinge, die ich gelernt habe und immer noch nutzen kann.

Deshalb: lasst uns weniger im „entweder oder” denken. Freuen wir uns über das „sowohl als auch” und genießen das Leben in all seinen Farben, Tönen, Gerüchen und Formen.

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Why Twitter?

When I talk to people who don’t know Twitter or who’re not using it, I often get reactions like „that’s just a waste of time“ or „what’s it for anyway?“. Well, while the first one might be true in a way. You can indeed get lost in your timeline and spend more minutes / hours than you originally intended to.
The good thing is that you can just use it for whatever you like and have lots of fun, get loads of information, meet some friends or whatever you want to do. That’s what I like about Twitter so much – it’s what you want it to be. You can use it as newsroom, chatroom, virtual coffeebar, and a lot more.

Today I simply want to say thank you to all the wonderful people there.
Yes, I know I could just tweet some #ff mentions, but I already said why I don’t want to do this anymore (see here: http://andijah.wordpress.com/2012/01/06/follow-friday-on-twitter/ )

I want to say thank you to the artists, the marketing specialists, the programmers, the salespeople, the parents, the musicians, the photographers, the journalists, the bloggers, the coffee lovers, the travelers, the engineers, the entrepreneurs, the HR specialists, the morning people, the night owls, the religious, the atheists, the workers, the jobless, the heroes, all the real people who make me laugh, smile, shake my head, grind my teeth, cry, shout, in short, the best timeline you could imagine.

Thank you, danke schön, merci beaucoup, villmols merci, Þakka ykkur kærlega fyrir, grazie, gracias, takk.

Are you on Twitter? If you like, say hi. I’m @andijah and I’m looking forward to seeing you there. Or here in this blog. 🙂

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„How do I become a good team leader?“

This is a question I’m asked frequently by new managers, but also by managers with some experience.
And while I could talk for hours about what „good“ leadership might be, there’s one idea I personally find really helpful.

The idea is to look at your ears and your mouth and observe that you have two ears, but only one mouth.

Use them accordingly!

A good leader should listen more than talk.

That’s not always easy. The more experience you have, the more you might be inclined to just talk.

Before you start talking, sit back and listen. You might be surprised how powerful this approach can be.

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Lob und Komplimente

„Net gschimpft is gnug globt.“ sagt der Volksmund.

Wie geht es uns, wenn wir gelobt werden? Wenn uns jemand ein Kompliment macht? Fühlt sich das gut an? Oder werden wir doch eher verlegen und schmälern unsere Leistung lieber?

Ich wuchs in einer liebevollen Familie auf. Trotzdem hat es Jahre gedauert, bis ich ein Kompliment oder ein Lob einfach annehmen konnte, ohne entschuldigend darauf hinzuweisen, dass es doch eigentlich gar nicht sooo besonders war.

Ich meine, dass es sich lohnt, zu lernen, sich über Lob und Komplimente zu freuen. Wenn ich mich darüber freuen kann, ist das angenehm für mich. Und ich glaube auch, dass es für mein Gegenüber schöner ist, wenn ich mich nicht aus dem Kompliment wieder herauswinde, sondern es einfach annehme.

Heute sagte jemand zu mir: „Deine Präsentation war großartig. Ich war beeindruckt.“
Und ich habe mich bedankt und mich ganz ohne Hintergedanken einfach nur gefreut.

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Kreativität

Ein Thema, über das ich stundenlang reden und schreiben könnte… Und ich werde auch im Laufe der nächsten Tage mehr dazu schreiben.

Kreativität hat für mich viele Facetten. Ebenso wie ich fest davon überzeugt bin, dass es keine wirklich unmusikalischen Menschen gibt, bin ich davon überzeugt, dass jeder Mensch kreativ ist. Kreativität ist mehr als einfach gute Bilder malen zu können. Ich habe jahrelang unter dem Kunstunterricht gelitten, weil ich nicht zeichnen kann. Und die Aufgaben bestanden irgendwie immer darin, etwas so naturgetreu wie möglich aufs Papier zu bringen. Genossen habe ich allerdings die wenigen Kunststunden, in denen wir mit Aquarellfarben experimentieren durften. Da konnte ich einfach Farben verlaufen lassen, und es hat Spaß gemacht und sah toll aus. Später habe ich mir sogar Farben, Pinsel und Papier gekauft, und spiele ab und zu damit herum.

Leider passiert es in sehr vielen kreativen Fächern (Kunst, Musik) schnell, dass Kinder den Eindruck gewinnen, sie seien nicht begabt (genug) und deshalb auch nicht kreativ.
Oft höre ich: „Ich bin nicht musikalisch. Ich kann nicht singen.“ Das eine hat aber mit dem anderen erst einmal wenig zu tun. Musik ist so viel mehr als Singen, und Kreativität ist soviel mehr als zeichnen zu können.

Mehr zum Thema wird folgen.

Zunächst hier die wunderbaren Bilder einer Action Painting Session mit Kindern:
http://madforart.de/2010/05/21/kids-action-painting-session/

Und noch ein Lese-Tipp: http://blog.diegebrauchsgrafiker.net/2008/10/herbstlicher-malspass/

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„Erste-Hilfe-Kurse müssten Pflicht sein“

In jedem Kurs, den ich halte, sei es nun die Erste Hilfe Grundausbildung, Lebensrettende Sofortmaßnahmen, Erste Hilfe am Kind, gibt es am Ende mindestens einen Teilnehmer, der sagt, der Besuch von Erste-Hilfe-Kursen müsse zur Pflicht gemacht werden, schließlich sei das alles sehr wichtig.

Stimmt. Wichtig ist Erste Hilfe allemal, nicht nur, weil die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass man jemandem helfen muss, den man (gut) kennt.

Nur: wer oder was hält die Menschen denn davon ab, diese Pflicht einfach für sich selbst zu definieren und sich die Zeit zu nehmen?
Muss denn alles vorgeschrieben werden?

Morgen stehe ich wieder vor einer Teilnehmergruppe, lebensrettende Sofortmaßnahmen werde ich unterrichten, und ich freue mich darauf. Denn es wird wieder mindestens einen Teilnehmer geben, der am Ende sagen wird, so etwas müsse doch Pflicht sein. Und ich weiß hoffe, dass das auch damit zusammen hängt, dass meine Kursgestaltung den Teilnehmern Spaß macht. Selbst wenn sie vielleicht gar nicht freiwillig da waren.

In diesem Sinne: wann war denn Dein/Ihr letzter Erste-Hilfe-Kurs, liebe/r Leser/in? 😉

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Follow Friday on Twitter

To #ff or not, this is the question each Friday on Twitter. And it’s a tough one. Besides the fact that it takes some time to recommend the gems of your timeline if you want to give more information than just their name and a #ff, it seems that using the #ff too often is an invitation for spam bots to start following you and the people you mention.

I’ve experienced a significant loss of followers on those days when I actually recommend people. And others have told me that they’d rather not be mentioned because they get too much spam afterwards.

So, the decision each Friday is: do I let my actions be influenced by some stupid bots and spammers and not talk about the people whom I really appreciate, or do I just not care and give recommendations anyway?

This Friday, I will not have enough time to write something about those wonderful people in my timeline, but of course you’re all welcome to follow all of them because they’re just worth it 🙂

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New Year Resolutions

I don’t believe in New Year Resolutions. Most of the time, they don’t work anyway, and if you or I want to change something in our lives, we can make the decision to do so on any day of the year. The 23rd of April might be a good day, or the 7th of August.

Most people are reluctant to change. Still, change is possible within seconds – for example, when you fall in love. But to become a better / healthier / slimmer / fitter person usually takes time. So, if you plan to become better / healthier / slimmer / fitter in 2012, do one step at a time. If you have a big pile of debris to clear away, don’t try to make it vanish in one go. It will go away eventually when you just clear a little bit every day.

You could „try something new for 30 days” for a start:
http://www.ted.com/talks/matt_cutts_try_something_new_for_30_days.html

I’m still within my 30 days, and so far it’s looking good. What I do is to make sure I do some extra exercise every day. Not the major two-hour-run (I don’t run anyway, I’m more into walking or cycling), small steps make the difference.

Oh, and by the way, for those of you who’re into losing weight. Read Mimi Spencer’s „101 things to do before you diet”. It’s very inspiring.

Have a good start into 2012!

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ohne titel

es muß
nicht immer
der donnerknall
zu hören sein

wenn man sich
verliebt

manchmal
genügt
ein regentropfen

auf einem
blütenblatt

(2001)

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