Wochenschnipsel 2641

Neben mir liegt ein Handpuppen-Katalog, in dem ich immer mal stöbere, obwohl ich bereits eine ganze Kiste voller Hand- und Fingerpuppen habe und im Moment auch nur selten dazu komme, sie einzusetzen. Gestern las ich von einer Frau, die in einem alten Haus wohnt und einen Teil des Hauses zu einem Puppentheater umgebaut hat, wo sie für Kinder Stücke spielt und ihre Handpuppen auch teilweise selber macht. Das hat mir sehr gut gefallen. Vielleicht entwickle ich mal ein Kinderkonzert mit Handpuppen. Brauche dann nur einen Aufführungsort und ein interessiertes Publikum.

Letzte Woche haben wir bei meiner Schwiegermutter Äpfel geerntet. Der Baum steht ziemlich geschützt und hat trotz der Dürre und der Hitze gut getragen. Wir haben die Äpfel diesmal nicht selbst gekeltert, sondern einem meiner Gesangvereine fürs Mostfest gespendet. Die hatten Bedarf, weil es kein gutes Apfeljahr war – Hitze und Dürre, ich schrieb es schon.

Am Samstag waren wir im Kino, im neuen Shaun das Schaf Film. Es war großartig!

Sonntag dann Kirchenmusik im Dreierpack. Erst große Kirche und große Orgel, dann kleine Kirche und kleine Orgel, schnell nach Hause zum Mittagessen, und am frühen Nachmittag Erntedankgottesdienst mit Chor.

Ich habe hier schon einige Male erwähnt, dass ich gerne Briefe schreibe, auf Papier, „snail mail“, wie es so schön heißt. Irgendwann erzählte mir mal jemand von Postcrossing, einem Dienst zum internationalen Austausch von Postkarten. Das hatte ich mir dann angeschaut, aber gedacht, ach naja, mit deinen Briefpartnerinnen haste ja genug zu schreiben. Und dann stieß ich im Fediverse auf das neu gegründete deutschsprachige Pendant zu Postcrossing: Briefkastenfreude. War mir sympathisch und ich habe mich angemeldet und auch schon eine Karte geschrieben. Ich hoffe, dass sich bald mehr Menschen dort anmelden und vor allem auch Einrichtungen, die dann „Herzkarten“ bekommen können. Meine Brieffreundschaften pflege ich natürlich weiterhin.

Mal schauen, was heute im Briefkasten ist!

Danke fürs Lesen und bis zum nächsten Mal 🙂

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Filed under Musik, Sammelsurium

Wochenschnipsel 2640

Heute ist der letzte Tag im September. Es ist sonnig und fast sommerlich warm, wobei ich damit die Sommer aus meiner Kindheit meine und nicht diesen Monstersommer des Jahres 2026. Nachher radle ich in die benachbarte Kleinstadt, um bei einer Trauerfeier Orgel zu spielen. Schön, das mich das Bestattungshaus wieder gebucht hat. Die gewünschten Stücke sind zwar „old chestnuts“, J.S. Bach und G.Fr. Händel, aber ich spiele als Dienstleisterin und nicht als Künstlerin und so gibt es halt Musik, die ich auch spielen könnte, wenn ich morgens um halb vier geweckt würde.

Das nächtliche Wecken übernimmt bei uns ja der kleine alte Hund. Manchmal schläft er durch, aber sehr häufig ist er irgendwann zwischen halb drei und vier Uhr mindestens einmal wach und bellt. Und hört nicht von selbst auf. Es muss ein Mensch aufstehen und zu ihm gehen und ihm sagen, dass er noch weiterschlafen soll.

Letzten Sonntag hatte ich frei und habe das sehr genossen. Im Oktober häufen sich wieder einmal die Orgeldienste, dazu kommen verschiedene Auftritte mit den Chören. Es ist schöne und angenehme Arbeit, keine Frage, aber beeinflusst natürlich auch die Tätigkeiten, die sonst an Wochenenden stattfinden.

Da die Auftragslage in meinem zweiten Arbeitsfeld immer noch sehr, sehr mau ist, mache ich halt an anderen Tagen einmal frei, wenn sonntags viel los war. Das hat auch was.

Ansonsten gibt es eigentlich nichts Besonderes zu berichten; im Gegenteil, es sind ruhige Tage, die mir gut tun und für die ich dankbar bin.

Dankbar bin ich auch für alle, die hier lesend vorbeischauen. 🙂

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Filed under Leben mit Hund, Musik

Wochenschnipsel 2639

Neben mir am Schreibtisch liegt gerade das „Hundertmelodienbuch“ der Komponistin Barbara Heller, die im November ihren 90. Geburtstag feiern wird. Ich habe die große Ehre und Freude, an einem Konzert ihr zu Ehren mitzuwirken und bin gerade dabei zu überlegen, welche Stücke ich mit welchem Instrument oder mit welchen Instrumenten ich dann spielen werde.

Außerdem bin ich mit den Korrekturen einer Neu- bzw. Erstausgabe eines Stücks einer spanischen Komponistin fertig und muss jetzt „nur“ noch ein Vorwort schreiben. Das fällt mir erfahrungsgemäß schwerer als die reine musikalische Arbeit, aber nie im Leben würde ich diese Aufgabe einem genKI-Tool geben. Da brüte ich lieber selber einen Tag länger daran herum oder suche mir Unterstützung und Feedback von Menschen, die gut schreiben können.

Letzten Sonntag war die jährliche Mitgliederversammlung des Vereins, der in Frankfurt das Archiv Frau & Musik betreibt, und ich durfte moderieren und habe mich sehr gefreut, dass einige Neumitglieder zur Versammlung gekommen waren. Apropos Neumitglieder, wer sich für Komponistinnen interessiert und stark machen möchte, ist im Verein herzlich willkommen! Du musst kein aktiver Musikmensch sein, um die Arbeit des Vereins und des Archivs zu unterstützen.

Der wilde Hund liegt ganz entspannt unter meinem Schreibtisch; der kleine alte Hund scheint sich auch beruhigt zu haben – aber der macht uns in letzter Zeit immer mal Kummer, weil er sehr unruhig ist und wohl trotz Schmerzmitteln auch immer wieder Probleme zu haben scheint. Da steht demnächst wohl ein weiterer Tierarztbesuch an, um die Tablettendosis zu besprechen. Seine Demenz ist mal mehr, mal weniger zu merken. Die letzten zwei Tage war es eher mehr. Aber gut, er ist 17 Jahre alt, und da darf ein Hund schon ein paar Zipperlein haben. Wir lernen gemeinsam, damit umzugehen.

Der Walnussbaum hat begonnen, seine Nüsse abzuwerfen und ich habe schon einige aufgesammelt. Die Krähen, die in der Nähe wohnen, kommen jetzt auch regelmäßig vorbei, um sich Nüsse mitzunehmen und ich teile gerne mit ihnen. Dass der Baum trotz des zu heißen und trockenen Sommers so gut trägt, hat mich überrascht und freut mich sehr.

Danke fürs Lesen und bis zum nächsten Mal!

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Filed under Landleben, Leben mit Hund, Musik

Wochenschnipsel 2638

Die Woche war ziemlich chaotisch, aber ich kann und mag nicht öffentlich über das schreiben, was gerade bei uns los ist.

Worüber ich aber schreiben kann, zumindest kurz, ist, dass am Sonntag beim Mitmachkonzert eine schöne Anzahl Menschen da war, auch kleine Menschen – ein Krabbelkind, ein Kleinkind, zwei Kindergartenkinder, und dass das Schönste war, als eines der Kindergartenkinder am Schluss zu mir sagte:

„Ich hab mich hingelegt und die Augen zugemacht, wie du gespielt hast, und das war so toll.“

Wir lesen uns bald wieder!

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Filed under Musik

Wochenschnipsel 2637

Heute Vormittag war ich mit dem kleinen alten Hund zur Fellpflege. Da er in seinem vorherigen Zuhause auch immer mal geschoren wurde, mussten wir das weitermachen, auch wenn ich persönlich die langhaarige Version von ihm auch sehr putzig finde. Stur war er ja schon immer, und jetzt in Kombination mit der Demenz heißt ein Friseurtermin nicht mehr wie früher, abgeben und wieder abholen, sondern die ganze Zeit mit dabei sein und bei Bedarf streicheln, beruhigen, festhalten… Da, wo das Kürzen der Haare am nötigsten ist, nämlich am Kopf und im Gesicht, kann er es am wenigsten leiden. Aber am Ende hat alles gut geklappt und wir haben wieder ein paar Monate Ruhe.

Wir sind in einer Phase, in der sich die guten und die weniger guten Tage abwechseln und weniger gute Tage auch mal eine ganze Woche andauern können. Aber noch ist Leben im kleinen alten Hund und so geht es halt auf und ab und ich freue mich, wenn ich sehe, dass er sich für Dinge interessiert – er frisst mit Appetit und wenn ich koche, kommt er betteln, so wie er es aus seinem vorherigen Zuhause kennt.

Das Wochenende war sehr musikalisch; am Freitag Chorprobe, am Samstag Ensemblespieltag mit 24 Blockflötist*innen (das war großartig!) und am Sonntag Gottesdienst mit afrikanischen Elementen. Ich habe zum Eingang und Ausgang Lieder aus Namibia und Ghana gespielt und wir hatten Gäste aus Madagaskar, die von ihrem Land erzählt haben. Und gesungen haben wir Lieder aus Südafrika.

Mit dem, was ich mir für die Woche vorgenommen hatte an Schreibtisch- und Blog-Arbeit und so weiter, bin ich ein wenig hinten dran, aber so lange ich keine Deadlines (eigene oder fremde) verpasse, ist alles gut.

In den letzten Tagen konnte ich wieder einigen Menschen Tipps für Werke von Komponistinnen geben, sowohl für Klavier als auch für Orgel und ich freue mich immer, wenn diese Musik dann auch gespielt wird und auf offene Ohren trifft, im wahrsten Sinne des Wortes.

Soweit für heute. Danke fürs Lesen!

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Filed under Leben mit Hund, Musik, Sammelsurium

Wochenschnipsel 2636

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich nicht wirklich etwas Erzählenswertes schreiben kann. Alles ist mehr oder weniger wie immer, die Hunde machen ihr Ding, ich spiele Orgel, Klavier, Blockflöten, ich unterrichte, ich komponiere…

… aber vielleicht ist es in den anstrengenden Zeiten, in denen wir leben, auch mal ganz gut, sagen zu können, dass nichts „passiert“, zumindest nicht in meiner kleinen Welt.

In diesem Sinne: heute kurz und knapp und vielleicht nächste Woche mehr 🙂

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Filed under Sammelsurium

Wochenschnipsel 2635

Gestern vor der Chorprobe wurde ich mit den Worten: „Du warst beim CSD dabei, aus dem xxx-Chor hat dich jemand gesehen! Du hast ganz offiziell ausgesehen.“ begrüßt – das offizielle Aussehen bezog sich wohl auf die Ordner*innen-Weste, die ich trug. Die Regenbogen-Herzen auf der Wange oder die bunten Ohrringe werden es kaum gewesen sein. Es war ein toller CSD, an der Demo haben zwischen 800 und 1000 Menschen teilgenommen und die Show-Acts bei der Party waren großartig. Ich traf eine Person, die ihr T-Shirt ebenso wie ich bei BeeProud gekauft hatte, ich bekam Komplimente für meinen „proud ally“ Button, ich hatte Kuchen mit Streuseln in trans Farben und ich wiederhole mich, wenn ich schreibe, dass es ein wunderbarer Tag war. Nächstes Jahr möchte ich wieder dabei sein.

Am Freitag waren wir bei einem Konzert, das ebenfalls ein Erlebnis war. Eine Sopranistin und eine Pianistin sangen und spielten Spirituals und Lieder, geschrieben bzw. gesetzt von afroamerikanischen Komponist*innen und ich hatte hinterher Gelegenheit, kurz mit der Pianistin zu sprechen und ihr meine Visitenkarte zu geben und sie zum Archiv in Frankfurt einzuladen. Vielleicht ist sie mal in der Gegend.

Am Sonntag stand wieder ein Orgeldienst im Kalender, am anderen Ende der Gesamtkirchengemeinde. Ich habe dort schon oft gespielt und kenne die Orgel ganz gut und dachte, naja, so früh musste ja nicht dort sein. Ich kam also ca. zehn Minuten vor Gottesdienstbeginn an, legte meine Taschen ab, schaltete die Orgel ein und sofort wieder aus, weil unheimliche Nebengeräusche zu hören waren. Dann entdeckte ich, dass, wer auch immer vor mir an der Orgel war, einige Register noch gezogen waren. Ich habe die Registerzüge also wieder hineingeschoben und nochmal den Schalter für den Motor betätigt. Schwupps, waren die Nebengeräusche weg. Also war klar, das Gebläse ist es nicht. Ich zog ein Register. Die Orgel jammerte. Ich zog ein anderes. Die Orgel jammerte. Schlussendlich waren von acht Registern vier überhaupt nicht nutzbar; eines ging mit Augen-Zudrücken, zwei gingen gut und eines ging erst und gab dann im Laufe des Gottesdienstes auch auf. Ich spielte dann eines der Lieder und das Ausgangsstück auf dem elektrischen Klavier, das glücklicherweise in der Kirche vorhanden ist. Und schrieb am nächsten Tag gleich ans Gemeindebüro mit der Bitte, den Orgelbauer zu beauftragen, um die Fehler zu beheben.

Wie gut, dass mich solche Situationen nicht aus der Ruhe bringen.

Am Montag zog ein Krokodil bei mir ein. Nein, weder ein lebendiges Tier noch eine Lokomotive: eine Handpuppe. Ich wollte schon immer mal eine Krokodilhandpuppe haben und da mein nächstes Mitmachkonzert unter dem Motto „Katze, Kuckuck und Kuh“ steht, überlege ich jetzt, ob ich vielleicht auch noch ein Krokodil unterbringe. Oder doch wieder die sprechende Kaffeetasse? Wobei die außer dem K mit den anderen Wesen ja nicht wirklich etwas gemeinsam hat. Vielleicht fällt mir ein Krokodil-Lied ein (nein, nicht Schnappi!!). Ein Lied mit einem Kakadu und einer Kuh habe ich schon.

Bei so vielen Tieren darf der Hinweis auf die Hunderunde nicht fehlen. Da gibt es nichts Neues und alle sind wohlauf.

Danke fürs Lesen und bis zum nächsten Mal!

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Filed under Musik

Wochenschnipsel 2634

Auch heute bin ich wieder ein wenig zerknautscht, weil der kleine alte Hund morgens um halb drei meinte, mich aufwecken zu müssen. Aber für den Rest der Nacht war er ruhig und schlief dann sehr lang. Die Futtersituation, von der ich letzte Woche berichtet habe, konnten wir tatsächlich lösen: es gibt jetzt eine kleine Menge Gemüsebrühe mit in den Napf und er frisst wie gewohnt. Manchmal möchte auch der wilde Hund etwas von der Gemüsebrühe haben, denn in Hundekreisen wird sehr auf Gleichbehandlung geachtet.

Das Chor-Speed-Dating letzte Woche war ein ziemlicher Erfolg. Gleich vier Frauen haben sich für den Frauenchor entschieden und eine singt nun auch in einem der gemischten Chöre. Das ist wunderbar!

Ebenfalls wunderbar war der Besuch meines Bruders mit Familie am Wochenende. Wir saßen lange zusammen im Garten und haben gegessen und geredet und es war wirklich schön. Glücklicherweise hatte es auch ein wenig abgekühlt – und gestern hat es sogar richtig geregnet, mehrere Stunden lang! Was war ich da froh!

Gefreut habe ich mich außerdem über eine E-Mail einer Komponistin, die ihren Namen auf meiner Website entdeckt hatte und sich ihrerseits darüber freute. Wie schön, auf diese Weise in Kontakt zu kommen.

All meine Geduldsfäden und musikalische Erfahrung habe ich am Montag bei einer Trauerfeier gebraucht. Das in der Trauerhalle zur Verfügung stehende Instrument, ein älteres Viscount Sakral-Keyboard, war an sich gar nicht sooo schlecht, aber völlig verdreckt und sitzt im leeren Gehäuse einer anderen elektrischen Orgel – ohne Notenpult! Ich hatte, weil man ja nie weiß, was einen in städtischen Trauerhallen so erwartet, in weiser Vorraussicht Stücke ausgesucht, die auch ohne Pedal spielbar sind und nicht allzu lang, aber die ungewohnte Perspektive auf die Noten machte das Ganze doch anstrengender als erwartet. Es war eine sehr kleine Trauerfeier mit nur einer Handvoll Anwesenden und ich hoffe, ich konnte zu einem würdevollen Ablauf beitragen trotz der Umstände.

Gestern war ich beim Vorbereitungstreffen der Helfenden für den CSD. Schon zum zweiten Mal findet eine Demo und anschließende Party in meinem Landkreis statt und ich engagiere mich da sehr gerne. Denn auch wenn sich schon viel getan hat in den letzten Jahren, haben Menschen immer noch zu sehr darunter zu leiden, wenn sie nicht in irgendwelche Schubladen (cis-hetero o.ä.) passen. Da möchte ich einfach ein Zeichen setzen und habe auch wieder ein Plakat an unser Hoftor gehängt. Werbung im Fediverse mache ich natürlich auch, und ich habe mich sehr gefreut, dass das Orga-Team dieses Jahr auch einen Mastodon-Account angelegt hat.

Zum Schluss der heutigen Wochenschnipsel noch eine lustige Beobachtung: ich wollte einer Bekannten zeigen, welche Sanduhren ich benutze und suchte im Shop, wo ich sie gekauft hatten, nach Sanduhren. Fand auch die, die ich habe und konnte ihr den Link schicken; in der Liste der Suchergebnisse fand ich aber auch: Handpuppen. Nun ja. Die beiden Worte teilen sich zumindest die Vokale in gleicher Reihenfolge. (Fun fact am Rande: mir gefallen die Handpuppen so gut, dass ich überlege, ihnen ein Zuhause zu geben, auch wenn ich sie eigentlich gar nicht brauche und schon eine ganze Kiste mit Handpuppen habe…)

Danke fürs Lesen und bis zum nächsten Mal!

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Filed under Leben mit Hund, Musik, Sammelsurium

Wochenschnipsel 2633

Die hessischen Sommerferien sind zu Ende und somit auch die chorproben-lose Zeit. Gestern hatten wir in meinem „Haupt“-Chor eine offene Chorprobe, vom Vorstand liebevoll „Chor Speed Dating“ genannt und es waren ein halbes Dutzend Interessierte gekommen, und natürlich alle anderen, die eh schon in den drei Erwachsenenchören singen. Ich hoffe, es hat den Neuen so viel Spaß gemacht wie mir. Zwei haben schon gesagt, dass sie wiederkommen wollen. Bin gespannt, für welche(n) der drei Chöre sie sich entscheiden.

Der kleine alte Hund hatte mal wieder eine sehr unruhige Nacht und musste nahezu stündlich betüddelt werden. Im Moment frisst er auch schlecht bzw. verweigert sein übliches Futter. Snacks nimmt er nach wie vor gerne. Aber ihn nur von Snacks ernähren? Wenn das nicht nur eine Phase ist, sondern länger andauert, muss ich mal mit dem Tierarzt reden, ob es mit einer einfachen Futterumstellung getan sein kann. Ich sage mir regelmäßig, dass ein Hund mit fast 17 Jahren „so“ sein darf, doch natürlich mache ich mir auch Gedanken, wie die nächste Zeit wird und wie wir alle miteinander damit zurechtkommen. So einen alten Hund hatte ich noch nie und kann nicht auf frühere Erfahrungen zurückgreifen.

Der wilde Hund war in letzter Zeit gar nicht oft wild, aber um mich daran zu erinnern, dass er’s noch kann, versuchte er gestern, einen Teenager auf einem elektrischen Roller zu jagen. Wobei ich das ein Stückweit verstanden habe, denn der kam auf einem Feldweg von hinten und machte sich nicht bemerkbar, und dass der wilde Hund dann versuchte, uns vor dem komischen Ding zu beschützen, kann ich dem Hund kaum krumm nehmen. Ausbruchsversuche aus dem Garten gab es hingegen schon seit Wochen nicht mehr. Falls sich das ändert, werde ich berichten.

Apropos berichten, eigentlich hätten die beiden Orgeldienste am Sonntag, die ich in den letzten Wochenschnipseln quasi als Vorschau kurz erwähnt hatte, ereignislos sein können. In beiden Kirchen hatte ich schon gespielt und kenne die Instrumente. Dann kam Samstagnacht noch eine Nachricht des Pfarrers, er würde gerne den Gottesdienst in der großen Kirche im Chorraum feiern und ich solle bitte auf der zweiten Orgel spielen – das Instrument kenne ich vom Sehen und habe es auch in einem Konzert schon gehört, aber noch nicht darauf gespielt. Also fuhr ich früher los als ich es sonst getan hätte, um einen Eindruck der Orgel zu bekommen. Ich kam an und stellte fest, dass der hauptamtliche Küster frei hatte und dass es eine Vertretung gab. Und dann begann der Spaß, denn der Orgelschlüssel war nicht auffindbar. „Der muss doch hier im Schrank sein.“ Nach langem Hin und Her wurde dann ein Zweitschlüssel ausfindig gemacht, aber so kurz vor Gottesdienstbeginn, dass ich die Klangproben auf das nötigste beschränken musste. Aber die Orgel machte viel Spaß und ich hätte gerne irgendwann mal richtig viel Zeit für sie, um sie besser kennen zu lernen. Der zweite Gottesdienst verlief ohne besondere Vorkommnisse, aber mit Applaus nach dem Schlussstück und einem Lob eines Gemeindemitglieds.

Die nächste Beerdigung steht auch schon im Kalender. Gut, dass ich mangels Projektarbeit im Moment zeitlich sehr flexibel bin und diese Aufträge annehmen kann. Wie stark die vermaledeite „generative KI“ meine Arbeitsfelder beeinflusst und auch die Projektanfragen, darüber will ich jetzt nicht schreiben (oder schimpfen), das mache ich bei Gelegenheit an anderer Stelle. Nur so viel sei gesagt: es ist anstrengend. Denn die Soße suppt nicht nur durch die Musik, sondern auch durch andere Bereiche, in denen ich arbeite, und manchmal frage ich mich schon, ob ich nicht einfach meine LKW-Fahrerlaubnis nehme und Laster fahren gehen sollte, denn bei allen Versuchen zum autonomen Fahren ist das ja noch etwas, wo Menschen gebraucht werden. Aber noch sind diese Motivationslöcher nicht so tief, dass ich darin sitzen bleiben müsste. Dennoch, ich mache mir so meine Gedanken.

Aber zurück zu schönen Dingen. Ich habe den „Ringeltaubenmantel“ von Maike Claußnitzer zu Ende gelesen und mir nun die mir noch fehlenden Bände mit Geschichten besorgt. Und den zweiten Band der „Gruftgeflüster“-Reihe von Diandra Linnemann habe ich auch gelesen. Die Geschichte war ganz schön gruselig! Aber toll geschrieben. Ich bin gespannt, wie mir der dritte Band gefallen wird.

Vor ein paar Tagen bekam ich im Fediverse die Empfehlung zu einem Online-Shop für Tinten- und Füller-Begeisterte mit dem schönen Namen Fountainfeder. Sehr „gefährlich“ fürs Sparschwein, denn dort gibt es tolle Sachen. Unter anderem so wunderbare Tintenfarben wie „Schietwetter“, „Nordlichter“ und „Grünkohl“ – das Set zum Ausprobieren musste ich mir direkt bestellen. Und Briefpapier. Die Zahl meiner Briefpartnerinnen hat sich über die Jahre zwar ein wenig reduziert, aber Briefpapier brauche ich immer. Wenn Du das liest und denkst, ach ja, so einen handgeschriebenen Brief hätte ich auch mal wieder gerne oder würde einen schreiben wollen, melde Dich (z.B. im Fediverse).

Soweit für heute. Die Post bringt hoffentlich ein Glas meiner hauptsächlich genutzten Tinte und anderen Schreibkram, und ich werde jetzt mal an einem Projekt weiterarbeiten, für das ich zwar noch keine Kundinnen hab, das mir aber Freude macht und das ist auch wichtig.

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Filed under Bücher, Leben mit Hund, Musik, Sammelsurium

Wochenschnipsel 2632

Vor einigen Jahren schenkte mir meine Mutter zum Geburtstag einen Becher im Knitter-Look. Darauf steht „Wer morgens zerknittert aufsteht, kann sich im Laufe des Tages entfalten“. Heute war so ein Morgen, deshalb trinke ich meinen Kaffee gerade aus diesem Becher. Die Nacht war schwül-warm, und in der Nähe weiden Schafe, von denen mindestens eins so klingt wie der kleine alte Hund – der sich mitten in der Nacht auch meldete, aber nicht raus wollte, sondern nur Aufmerksamkeit suchte. Und so schlief ich nicht besonders gut und sah nach dem Aufstehen vermutlich so knittrig aus wie mein Kaffeebecher. Aber es kann ja nur besser werden.

Der wöchentliche Bestattungshaus-Anruf kam diese Woche bereits am Montag, für Freitag. Also viel Zeit zur Vorbereitung und viel Zeit für Verwirrung. Am Dienstagvormittag wurde nämlich erst wieder abgesagt, um am Nachmittag erneut anzufragen. Es gab wohl ein größeres Hin und Her bei der Planung. Gut, dass ich meist mit Bleistift in meinen Terminkalender schreibe!

Letzten Freitag waren wir zusammen mit einem Freund auf einem Konzert: „Welthits auf hessisch“ – live und handgemacht und absolut großartig. Ich habe Tränen gelacht und als eine Gitarrensaite riss, wusste ich genau, wie sich das anfühlt. Aber das wurde in der Pause schnell in Ordnung gebracht und das Programm konnte weitergehen. Später verweigerte sich ein anderes Instrument der Mitarbeit, weil der eingebaute Tonabnehmer sich verabschiedete, aber all das tat dem Hörvergnügen keinen Abbruch und es war einfach ein tolles Abend, den ich sehr genossen habe.

Am Sonntag dann zwei Orgeldienste, einmal in einer „meiner“ Kirchen und einmal in einer Kirche, in der ich noch nicht war. Dort steht eine historische Orgel mit einigen Besonderheiten. Nichts für Ungeübte! Aber ich habe mich schnell darauf eingestellt und fand das Instrument sehr interessant. Vielleicht komme ich ja noch einmal in den Genuss, dort zu spielen. Da wir jetzt eine Großgemeinde sind, ist die Wahrscheinlichkeit dafür recht hoch.

Nächsten Sonntag stehen auch wieder zwei Orgeldienste im Kalender, aber davon werde ich, wenn es etwas zu erzählen gibt, in den nächsten Wochenschnipseln berichten.

Danke fürs Lesen und bis bald!

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