Wochenschnipsel 2619

Gestern hat es endlich wieder geregnet, und es war nicht einfach nur ein kurzer, heftiger Schauer, sondern es regnete über Stunden. So konnte das Wasser gut in den trockenen Boden eindringen und ich war sehr froh – dass die Hunde und ich beim Spaziergang schön nass wurden, tat der Freude keinen Abbruch. Das hatten wir lange nicht. Und es gibt ja Handtücher. Der kleine alte Hund möchte allerdings anmerken, dass abgetrocknet zu werden ein Verstoß gegen seine hündischen Rechte ist und dass er lieber ein nasses Fell hat, als sich trockenrubbeln zu lassen. Nämlich.

Letzte Woche feierten wir unser traditionelles Gartenfest bei strahlendem Sonnenschein und abends begleitet von Nachtigallengesang. Es war sehr schön. Einige unserer Gäster blieben gleich mehrere Tage und Hunde waren auch dabei. Eine siebenjährige Hündin, mit der der wilde Hund früher immer mal Pöbelmomente hatte, aber dieses Jahr vertrugen sie sich sehr gut; und eine achtmonatige Hündin, von der der wilde Hund abwechselnd entzückt und genervt war. So ein quirliges Fellknäuel ist wohl auch für Hunde anstrengend, nicht nur für ihre Menschen. Aber putzig ist so ein Junghund schon. Trotzdem bin ich ganz froh, dass unsere nicht mehr konstant bespaßt werden müssen.

Musikalisch gab es wieder Vertretungsdienste an zwei schönen Orgeln und da ich jetzt gleich einen Termin habe, bleiben die heutigen Wochenschnipsel eher kurz. Hinweisen möchte ich aber noch auf meinen gestrigen Blogbeitrag mit Buchbesprechung.

Wir lesen uns nächste Woche wieder!

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Filed under Landleben, Leben mit Hund

Unüberhörbar oder doch mal wieder unsichtbar?

Heute ist der 5. Mai. Da war doch was mit Europa, wird jetzt vielleicht der*die ein oder andere sagen. Und das stimmt auch. Am 5. Mai 1949 wurde der Europarat gegründet. Und seit den 1990ern (ich habe dazu unterschiedliche Jahre gefunden, deshalb kann ich es nicht genau sagen) ist der 5. Mai der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung.

Als ich heute die Lokalzeitung aus dem Briefkasten holte, sprang mir in großen Lettern der Hinweis entgegen, dass heute der Tag des Lokaljournalismus ist und dass sich bundesweit viele Zeitungen daran beteiligen, um auf die Wichtigkeit und die Leistungen des Lokaljournalismus aufmerksam zu machen. Ich finde das grundsätzlich begrüßenswert, aber: muss dieser Tag ausgerechnet am 5. Mai stattfinden?

Denn zumindest in unserer Lokalzeitung führte das dazu, dass Menschen mit Behinderung (mal wieder?) nur eine Randnotiz geschenkt wurde, und das auch noch mit der Meldung, dass sich viele von ihnen diskriminiert fühlen.

Unüberhörbar ist der Titel eines Buchs, das ich seit ein paar Tagen lese. Die Autorin ist Katrin Aimee und der Untertitel ist „Gehörlos, weiblich, unbequem – über Ableismus, Wut und Widerstand“. Ich hatte dieses Buch überhaupt nicht auf dem Schirm und da ich nicht bei Instagram bin, hatte ich auch von Katrin Aimee bisher nichts gehört. Aber manchmal hilft der Zufall mit. Bei der Autorenwelt, wo ich sehr gerne Bücher kaufe, gibt es regelmäßig signierte Bücher und ich stöbere ab und zu durch diese Liste und schaue, was es alles gibt. So kam ich dann auch auf „Unüberhörbar“. Ich bestellte das Buch, es kam an, ich legte es erstmal auf den Stapel „für irgendwann“.

Doch dann blätterte ich darin und begann, das Vorwort zu lesen. Und das erste Kapitel. Und das zweite. Und schnell war klar, dass ich es gleich lesen möchte und nicht irgendwann. Ich bin zwar noch nicht ganz damit durch, aber es ist mir wichtig, gerade heute auf das Buch aufmerksam zu machen und es zu empfehlen.

Katrin Aimee schreibt, der Titel „Unüberhörbar“ könne ableistisch bzw. audistisch ankommen und das sei ihr auch bewusst, doch sie hätte sich dafür entschieden, um die Ambivalenz und das Zwischen-allen-Stühlen-sein als Frau mit Behinderung auszudrücken und ich finde das nachvollziehbar. Vor allem lädt es dazu ein, einmal nachzudenken, wo und wie „leicht“ uns ableistische Ausdrücke im Alltag über die Lippen gehen. Zack, getippt und gedacht, hoppla, dieser Ausdruck kann audistisch verstanden werden! Ich möchte ihn dennoch stehen lassen und in diesem Zusammenhang darauf hinweisen, dass Gehörlose viele Jahre lang darunter litten und auch heute noch leiden, dass sie für „stumm“ gehalten werden, nur weil sie die Lautsprache nicht oder kaum sprechen. Ich kann als Musikerin auch nur als Ally darüber schreiben und möchte mir keinesfalls anmaßen, das im Detail erklären zu können, aber es ärgert mich regelmäßig, dass regelmäßig so getan wird, als sei die Lautsprache die einzige Möglichkeit. Wusstet Ihr, dass die Gebärdensprache an Gehörlosenschulen lange Zeit sogar verboten war und dass sie in Deutschland erst seit 2002 als eigenständige Sprache anerkannt ist? Amtssprache ist sie übrigens noch nicht – ein weiterer Grund dafür, warum der 5. Mai als Protesttag wichtig ist und bleibt und warum ich es wirklich schwierig finde, dass ausgerechnet dieses Datum für den Lokaljournalismus gewählt wurde.

Ein Hinweis zum Schluss: bitte achtet bei Videos immer auch auf Untertitel und bei Podcasts auf ein Transkript zum Nachlesen. Das hilft nicht nur Menschen, die schwerhörig oder gehörlos sind. Macht Bildbeschreibungen (Alternativtexte)! Die helfen auch nicht nur Menschen, die sehbehindert oder blind sind. Seid aufmerksam, wenn Menschen mit Behinderung darüber sprechen, wie ihr Alltag aussieht, wo sie Probleme haben und wie ihr unterstützen könnt. Ich bin auch noch auf dem Weg und mache sicher nicht alles richtig oder denke immer alle mit, doch es ist keine Lösung, gar nichts zu tun.

Danke fürs Lesen des Beitrags!

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Wochenschnipsel 2618

Irgendwo in den Büschen und Bäumen rund um den Fluss wohnt ein Kuckuck. Ich höre ihn (sie?) regelmäßig rufen und heute sah ich ihn fliegen. Das war toll.

Heute habe ich einiges vorzubereiten für unser traditionelles Gartenfest, das morgen stattfinden wird. Gestern bin ich zum Hofladen geradelt, denn der wird von einer der ganz wenigen (kleinen) Molkereien beliefert, die noch Schichtkäse herstellen. Wer das nicht kennt, Schichtkäse ist eine Art quarkartiger Frischkäse, den man vor allem für oberhessischen „Mattekuche“ (Käsekuchen) braucht. Im Supermarkt bekommt man ihn nicht mehr. Wobei ich gerade gelernt habe, dass der Schichtkäse, den es bis zur Einstellung der Produktion in unserem Supermarkt gab, tatsächlich von Müller hergestellt wurde, und da bin ich ja fast ein wenig froh, dass es diese Variante nicht mehr gibt, denn Müller geht gar nicht.
Jedenfalls radelte ich frohgemut zum Hofladen, fünf Kilometer quer über die Feldwege, und dann gab es weder Schichtkäse noch Quark noch Joghurt. Mittwochs käme die neue Lieferung, aber eher spät. Also werde ich mich am Nachmittag nochmal aufmachen.

Und zum Supermarkt muss ich auch noch, all das kaufen, das ich gestern vergessen habe. Und dann muss die Garage aufgeräumt werden und die Tische gestellt und ich bin sicher, der wilde Hund wird uns dabei „helfen“ wollen, wie er das immer so gerne macht.

Gestern sagte mir ein Chormitglied, ich hätte ja so einen süßen Hund und der sei ja so gut erzogen. Innerlich musste ich schmunzeln, denn auch wenn wir im Moment viele Situationen haben, in denen sich der wilde Hund absolut vorbildlich verhält (vor allem, wenn andere Hunde pöbeln), gibt es auch bei ihm noch ausreichend Gelegenheiten, wo er zeigt, dass er seinen Spitznamen nicht von ungefährt bekommen hat. Gerade liegt er an einem seiner Lieblingsplätze im Büro, den Rücken am Bücherregal angelehnt.

Weil ich schon lange keine Flöten oder Whistles mehr gekauft habe, schleiche ich gerade mal wieder um verschiedene Instrumente herum. Also, ich schleiche virtuell, beim Stöbern in den entsprechenden Online-Shops. Wirklich „brauchen“ tu ich ja nix. Mal sehen, wie lange ich dieser inneren Stimme widerstehen kann. Und es steht eh noch eine Lieferung aus; bestellt und bezahlt im Dezember und angekündigt für April und verschoben auf Juni. Aber wenn das Instrument dann da ist, gibt es ein Video.

Zum Schluss noch der Hinweis, dass ich vorgestern mal wieder über ein Buch gebloggt habe: „So jung brechen wir nicht mehr zusammen„.

In diesem Sinne, danke fürs Lesen & bis bald!

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Aus meinem Bücherschrank: So jung brechen wir nicht mehr zusammen

Im Februar 2026 ist das Buch „So jung brechen wir nicht mehr zusammen“ von Dagmar Schönleber im Satyr Verlag erschienen, und da ich ja auch schon in der sogenannten „zweiten Lebenshälfte“ bin und Dagmar außerdem im Fediverse folge und mich gerne mal amüsiere, war klar, dass das Buch den Weg zu mir finden musste.

Der Einband in knalligem Pink, ein stilisierter Totenkopf mit Partyhütchen und Tröte, ein leeres Sektglas, halb heruntergebrannte Kerzen, Lippenstift und Blumen und einiges mehr – manches könntest du bei mir auch finden, anderes nicht, und auch wenn die Covergestaltung nicht ganz unwichtig ist, habe ich doch gerade dieses Buch wegen des Titels und der Autorin gekauft und nicht wegen des Covers. Ich hätte auch nicht erwartet, eine Szene aus meinem Wohnzimmer auf dem Einband wiederzufinden 😉 (dafür hätte mindestens eine Flöte und ein Wollknäuel und ein Hundekeks abgebildet sein müssen).

Was ich zu meinem großen Vergnügen gefunden habe, sind ganz viele kleine und größere Begebenheiten, die mir auch hätten passieren können, oder meiner Schwägerin. Manches habe ich bisher nicht selbst erlebt, konnte mich aber dennoch gut einfühlen und habe mehr als einmal geschmunzelt.

Und nicht nur das. Ich habe auch gekichert und schallend gelacht. Mehr als einmal, versteht sich.

Und habe mich gefragt, woher zum Kaktus die Dagmar eigentlich meine Tante, meine Nachbarin, meine ehemalige WG-Mitbewohnerin und die Mathilde ausm Gesangverein kennt.

Geradlinig, ehrlich, selbstironisch und pointiert schreibt Dagmar über die kleinen und größeren Katastrophen des Älterwerdens und über alles, was damit zusammenhängt oder auch nicht.

Kurz und gut: das Buch ist beste Unterhaltung. Wie Kabarett für zuhause aufm Sofa. Wie bei Live-Veranstaltungen auf der Bühne auch gab es das ein oder andere, das ich nicht ganz so witzig fand, aber das ist überhaupt nicht schlimm und einen begeisterten Schluss-Applaus gibt es von mir allemal.

Ich hoffe, ich kann Dagmar irgendwann einmal live erleben.

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Wochenschnipsel 2617

Schon wieder Mittwoch, und die vorletzten Wochenschnipsel im April. Witzigerweise habe ich mich auch heute für die Kaffeetasse mit der Aufschrift „Für Kaffee und Hunde ist immer Zeit“ entschieden, von der ich letzte Woche schrieb. Das war allerdings Zufall und nicht geplant, dass ich gerade diese Tasse aus dem Schrank nahm. Ich hätte ja auch meine „Königinnen haben im April Geburtstag“-Tasse wählen können, oder die „Keep calm and carry on“ oder… Tassen oder vielmehr Becher haben wir in großer Vielfalt im Schrank. Auf dem Koffer meiner Sopranukulele klebt dennoch der tolle Aufkleber von der „Nicht-alle-Tassen-Antifa“ 🙂

Was gibt es zu berichten? Am Montag habe ich über eine musikalische Märchengeschichte oder eine märchenhafte Musikgeschichte von Susanne Bonn gebloggt und verbringe im Moment viel Zeit damit, einen Online-Kurs zu konzipieren und hoffentlich in den nächsten Wochen soweit fertig zu bekommen, dass ich mir ein paar Testpersonen suchen kann, die ihn einmal ausprobieren. Und an verschiedenen Zines arbeite ich auch weiterhin.

Es gab einige Sitzungen „bei Kirchens“, Personalversammlung der neuen Gesamtkirchengemeinde und ein Austauschtreffen mit der Mitarbeitendenvertretung des Dekanats; bis sich das alles zurechtrüttelt in den neuen Strukturen, wird wohl noch ein wenig Zeit vergehen. Einige machen sich Sorgen, dass Arbeitsstunden reduziert werden könnten, weil weniger Gottesdienste an weniger Orten stattfinden, aber ich mache mir diesbezüglich keine Gedanken, denn ich bekomme alle Naslang Vertretungsanfragen und kann mich über mangelnde Orgelarbeit wirklich nicht beklagen. Wir werden sehen, wie es sich entwickelt.

Nachdem der kleine alte Hund am Montag viel schlafen musste, weil wir morgens zur Fellpflege waren, was er nicht so gern mag und wogegen er mit allem, was er hat, ankämpfen muss und davon müde wird, beschloss er gestern, mal wieder am Morgenspaziergang teilzunehmen. Und am Nachmittagsspaziergang ebenfalls. Dafür wollte er heute wieder nicht mit. Also alles wie immer, irgendwie.

Soweit für heute. Danke fürs Lesen!

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Filed under Leben mit Hund, Musik

Aus meinem Bücherschrank: Blaumeise Sturzflug


Fast zwei Jahre ist es her, dass ich in meinen Wochenschnipseln zum ersten Mal und auch nur kurz über zwei Bücher von Susanne Bonn berichtet habe.

Damals schrieb ich:

Gerade lese ich „Der Jahrmarkt zu Jacobi“ von Susanne Bonn und bin etwa bei der Hälfte der Geschichte angelangt. Ich mag den Schreibstil von Susanne sehr, und wer sich für Musik und/oder fürs Mittelalter interessiert, oder einfach gerne einen Krimi liest, könnte das Buch ebenfalls mögen. Wer lieber etwas aus der Neuzeit liest, bei dem es vor lauter Engeln und Dämonen teilweise ganz schön chaotisch und skurril zugeht, dem seien die „Weinfestengel“ ans Herz gelegt. Gibt es, soweit ich weiß, nur als eBook. Aber lohnt sich auch für Papiertanten (wie ich eine bin).

Susanne schreibt sowohl Fantasy als auch Historisches, wobei Fantasy bei ihr ziemlich breit gefächert ist. Sie selbst beschreibt es so: „in kurz und in lang, mit und ohne Vierbeiner in den Hauptrollen, mit wenig Blutvergießen und ebenso wenig Romantik.“ Da ist also auch für mich, die ich eigentlich keine Fantasy-Leserin bin, etwas dabei. Allerdings dürften aufmerksame Menschen, die mein Blog öfter besuchen, bemerkt haben, dass es bei mir doch ganz schön oft auch Fantasy zu lesen gibt. Das liegt vor allem am Fediverse, wo ich auf Bücher und Schreibende aufmerksam und neugierig werde (und bis auf einmal noch nie enttäuscht wurde!).

Außerdem schreibt Susanne Kurzgeschichten; eine ist gerade frisch erschienen im Band „Schweinwerfer in der MNacht“ bei OhneOhren und die hat mir sehr gut gefallen. Dieser Sammelband wird einen eigenen Beitrag hier im Blog bekommen.

Puh, jetzt habe ich schon ganz schön viel und doch noch kein Wort zu dem Buch gesagt, über das ich hier eigentlich schreiben wollte.

Blaumeise Sturzflug“ ist im Selbstverlag erschienen und sowohl als eBook als auch als Taschenbuch erhältlich. Es ist ein „Märchen-Abenteuer mit Musik“, in der Hauptrolle eine freischaffende Musikerin, und es spielt ganz grob im ersten Jahr der Corona-Pandemie. Ich mag Märchen, ich liebe Musik, und meine Erwartung, dass ich das Buch mögen würde, hat sich voll und ganz erfüllt.

Da eine von mir gedichtete Liedzeile im Buch vorkommt, wenn auch für die Handlung leicht verändert, hier der Transparenzhinweis: ich habe mir das Buch selbst gekauft habe und Susanne hat mir nicht eingeflüstert, was ich darüber schreiben soll.

Wölfe, Gänse, eine Schneiderin, ein dementer Großonkel, ein Schleifstein, ein Schatz, eine Gastwirtschaft, ein Drachen und jede Menge Musik: so bunt und turbulent wie diese Aufzählung entwickelt sich auch die Geschichte. Ein Wollknäuel kommt zwar nicht vor, aber beim Lesen dachte ich das ein oder andere Mal, hui, ganz schön verstrickt, hoffentlich geht das alles gut. Susanne verknüpft Märchenmotive und Gestalten gekonnt zu einer spannenden Erzählung und lässt die Grenzen zwischen Phantasie und Wirklichkeit kunstvoll verschwimmen. Am Ende, so viel kann ich verraten, tragen Musik, Freundschaft und Zusammenhalt dazu bei, dass alles rund wird.

Vielleicht schaffen es die sympathischen Figuren ja in ein zweites oder drittes Buch? Ich würde mich freuen!

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Wochenschnipsel 2616

Neben mir auf dem Schreibtisch steht eine große Tasse, auf der steht „Für Kaffee und Hunde ist immer Zeit“. Die hatte ich letztes Jahr (?) von den Nachbarn zum Geburtstag bekommen und es passt wunderbar eine grooooße Menge Milchkaffee hinein (und der Tasse ist es auch egal, ob Hafermilch Milch genannt werden soll/darf oder nicht. Ich nenne meine Hafermilch jedenfalls Milch.)

Gestern war ich mit dem kleinen alten Hund beim Tierarzt, die Krallen an den Hinterpfoten schneiden lassen und ein paar Dinge abklären. Als der Tierarzt sagte, der kleine alte Hund sei ja nun doch ein Opa, guckte selbiger ganz empört. Wenn er will, kann er ganz schön agil sein. Aber wenn er nicht will, dann ist er nicht nur ein Opa, sondern ein Uropa. Aber außer altersbedingten Wehwehchen ist er fit, sagt der Doc.

Am Sonntag hatte ich orgelfrei und habe die Gelegenheit genutzt, am Nachmittag an einem Workshop zur Vorbereitung eines „afrikanischen“ Gottesdienstes teilzunehmen, und natürlich auch am Gottesdienst selbst. In der Dorfkirche, in der das Ganze stattfand, habe ich schon mehrmals Orgel gespielt und anfangs war die Küsterin skeptisch, „ob denn überhaupt jemand kommt“, doch ihre Sorgen waren unbegründet. Beim Workshop waren wir zehn Personen und zum Gottesdienst war die Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt. Es hat sehr viel Spaß gemacht. Wir sangen viele Lieder vor allem aus Südafrika, angeleitet von einer Südafrikanerin und ihrem Mann, der aus Deutschland kommt und lange in Südafrika lebte; und wurden unterstützt von einer Madegassin, die uns viel über ihr Heimatland erzählte und mit der ich im Gottesdienst ein improvisiertes Duett sang. Wusstet ihr, dass im sogenannten „Stammteil“ des evangelischen Gesangbuchs (EG) nur ein Lied aus Afrika enthalten ist? Es ist ein Osterlied aus Tansania, die Nummer 116. Wir sangen es am Sonntag viersprachig: deutsch, englisch, französisch und suaheli. „Mfurahini, halleluya!“

Gestern fragte Anni Bürkl im Fediverse, wer denn überhaupt noch lesen würde. Es gab einige Antworten, hauptsächlich von Menschen, die sehr viel lesen. Ich habe täglich auch mindestens ein Buch in der Hand, Sachbücher ebenso wie Romane, Krimis oder Geschichtensammlungen. Und diese Woche habe ich über eines auch schon geschrieben. Frisch zu Ende gelesen habe ich „Blaumeise Sturzflug“ von Susanne Bonn und dazu wird es bei Gelegenheit einen eigenen Blogbeitrag geben. Außerdem liegt angelesen „Empire of AI“ von Karen Hao auf dem Fensterbrett, und ein Buch über Leadership und verschiedene Bücher zu Datenschutz (ich mache ja nicht nur Musik) und ich selbst bastle gerade an einem Zine mit kleinen Gedichten und selbst gezeichneten Bildchen herum. Wenn ich mich mutig genug fühle, veröffentliche ich es vielleicht sogar.

Danke fürs Lesen und bis bald!

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Aus meinem Bücherschrank: Feministische Tiergedichte

Ich weiß nicht, ob es euch schon einmal aufgefallen ist oder ob ihr schon einmal darauf geachtet habt, wie viele Tiergedichte von Dichtern stammen oder vielmehr, wie selten wir (lustige) Tiergedichte von Dichterinnen zu lesen bekommen.

Eins meiner bisherigen tierischen Lieblingsgedichte wurde tatsächlich auch von einem Dichter (Johannes Trojan) verfasst, aber dieses Lieblingsgedicht bekommt nun Konkurrenz dank einer Neuerwerbung für meinen Bücherschrank.

Im Februar 2025 erschien bei Kunstmann der Band „Der Hahn erläutert unentwegt der Henne, wie man Eier legt“ von Ella Carina Werner und illustriert von Juliane Pieper und ich hatte es schon lange auf meiner „Möchte-ich-haben-Liste“. Neulich habe ich es endlich bestellt und freue mich jedes Mal, wenn mein Blick auf das Cover fällt. Die Gestaltung ist großartig – den Gesichtsausdruck der Henne, während der Hahn neben ihr seine Weisheiten verkündet, dürften viele Frauen (und alle Menschen, die keine cis Männer sind) kennen und vielleicht auch schon gehabt haben.

Bunt und wild und genau auf den Punkt sind Texte und Bilder und es geht auch schon mal zur Sache, zwischenmenschlich oder vielmehr zwischentierlich – nichts für zarte Gemüter oder für diejenigen, die auf der Suche nach subtilem Humor sind.

Aber gerade jetzt, wo vieles von dem, was für Diversity und Gleichberechtigung erkämpft wurde, wieder zu wackeln scheint, darf es auch mal etwas lauter und greller sein. Der Hammer, mit dem Ella Carina Werner in ihren Gedichten und Juliane Pieper in ihren Illustrationen den sprichwörtlichen Nagel auf den Kopf treffen, ist jedenfalls nicht aus Gummi.

Ein wunderbares Bilderbuch für Erwachsene, das ich sicherlich nicht aufs oberste Regalbrett legen und vergessen, sondern regelmäßig zur Hand nehmen werde.

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Filed under Bücher

Wochenschnipsel 2615

Dreimal hab ich den heutigen Beitrag angefangen und dreimal hat mir der Text nicht gefallen, aber dann dachte ich mir, komm, das muss jetzt nicht perfekt sein und deine Leser*innen dürfen ruhig merken, dass hier ein Mensch am Werk war und keine genAI – je mehr ich darüber lese und auch sehe, was andere mit diesen Tools anstellen, desto größer wird mein Störgefühl. Und das nicht nur, weil ich fest davon überzeugt bin, dass es gerade im Kreativbereich keine wirklichen Abkürzungen gibt, und dass schon der Weg so wertvoll ist, dass es sich lohnt, egal, was am Ende das Ergebnis ist. Oder dass es vielleicht gar kein Ergebnis gibt. Dieses Ausprobieren, Suchen, Entdecken, Verwerfen, das Üben und Zweifeln, und das wunderbare Gefühl, wieder ein Stück weitergekommen zu sein, all das möchte ich nicht missen und macht mich zu der Person, die ich bin.

Apropos ausprobieren, ich weiß nicht, ob Ihr Zines kennt. Das sind Minibücher oder Minimagazine, und wenn sie aus einem A4-Blatt gefaltet werden, gibt es sechs Seiten plus Vorder- und Rückseite und Ihr müsst keine Origami-Gurus sein, um sie zu basteln. Petra hat eine tolle (englischsprachige) Anleitung auf ihrer Seite (klick hier) und ihr könnt für kleines Geld (oder auch für einen größeren Betrag, ganz wie ihr wollt und könnt) ein wirklich schönes von ihr gestaltetes Zine bei Ko-Fi bekommen. Auf meinem Schreibtisch liegen gerade zwei frisch gefaltetete noch leere Zines und im Laufe der nächsten Wochen (oder Monate, je nachdem, wie ich ausgelastet bin) werde ich die ein oder andere Idee dazu umsetzen.

Ein langes Wochenende mit viel Kirchenmusik liegt hinter mir. Diesmal kamen zwar „nur“ Orgel, Stagepiano und Bassblockflöte zum Einsatz und das Akkordeon und die Ukulele blieben zuhause, aber gerade die Bassblockflöte machte sich ganz hervorragend und ich bekam dazu viele positive Kommentare. Am Ostermontag habe ich zum ersten Mal in der größten Kirche unserer neuen Großgemeinde gespielt. Der hauptamtliche Kollege, der mich dafür kurzfristig angefragt hatte, hatte mir gesagt, ich würde an der Orgel viel Spaß haben und er hatte nicht zu viel versprochen. Ich hatte in der Tat viel Spaß und nach dem Gottesdienst kamen zwei Menschen, die wissen wollten, was ich denn da als Nachspiel gespielt hätte, ob das Bach gewesen sei und das sei ja so toll gewesen. Es war nicht Bach, sondern Auguste Larriu (1840-1925); und als Vorspiel gab es, wie das bei mir so üblich ist, ein Stück einer Komponistin, den „Easter Triumph“ von Emma Louise Ashford. Mal sehen, ob ich irgendwann mal wieder Gelegenheit bekomme, dort zu spielen.

Das Akkordeon ist ja das Instrument des Jahres 2026 und morgen kommt mein neuer Akkordeonschüler zu seiner ersten Stunde. Darauf freue ich mich und er sich hoffentlich auch.

So, jetzt muss ich noch ein paar weitere Blätter falten und gestalten!

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Filed under Musik, Sammelsurium

Wochenschnipsel 2614

Gleich vorweg: trotz des Datums mache ich in den heutigen Wochenschnipseln keine schlechten Scherze. Ihr könnt also ganz beruhigt lesen. Oder enttäuscht wegklicken 😉

Was gibt es Neues? Wer nicht nur mittwochs hier auf die Seite guckt, hat sicher gesehen, dass ich am Donnerstag ein neues Lied veröffentlicht habe und am Montag ein Kochbuch vorgestellt. Wer nur mittwochs hier auf die Seite guckt, kann gerne nachlesen. 🙂

Auch wenn der April laut Kalender erst heute beginnt, sogenanntes Aprilwetter hatten wir bereits in den letzten Märztagen. Inklusive Gewitter, Graupelschauer und allem, was sonst so dazugehört. Gerade scheint die Sonne und wenn ich aus dem Bürofenster gucke, sehe ich die Rotschwänze herumtoben. Aus der Entfernung kann ich leider nicht sehen, ob es Haus- oder Gartenrotschwänze sind. Wir hatten schon beide Arten hier zu Gast und einmal haben Hausrotschwänze sogar am Haus gebrütet. „Unsere“ Falken sind auch zurück und haben den Nistkasten bezogen und die Spatzen waren nie weg.

Musikalisch steht die Zeit ganz im Licht (und Schatten) der Karwoche und der kommenden Osterzeit. Es gibt viele Orgeldienste, mal hier, mal dort, und ich habe wie immer auch Stücke von Komponistinnen ausgesucht, um sie sicht- oder vielmehr hörbar zu machen. Am Palmsonntag (der Sonntag vor Ostern) wird in unserer Gegend traditionell Jubelkonfirmation gefeiert, d.h. es gibt einen besonderen Gottesdienst für Menschen, die vor 50, 60, 65 Jahren (und manchmal noch länger her) ihre Konfirmation hatten. Ich habe als Schlussstück ein „Postlude“ von Emma Louise Ashford gespielt und bekam dafür sogar Applaus.

Apropos Musik, ich werde regelmäßig gefragt, warum ich als Musikerin denn nicht bei Instagram sei, dort seien doch „alle“ und wie ich das denn machen würde mit der Sichtbarkeit. Ich befinde mich in der komfortablen Situation, dass die Musik nicht mein einziges Standbein ist und dass ich darüber hinaus musikalisch nicht nur eine Sache mache, sondern viele. Also Kirchenmusik, Chorleitung, Stimmbildung, Unterricht, um nur einiges zu nennen. Und da läuft vieles hier in der Region über persönliche Kontakte. Und tatsächlich habe ich auch schon übers Fediverse Konzertanfragen bekommen oder lernte Kollegys kennen, mit denen ich dann zusammenarbeiten durfte oder über die ich hinwiederum weitere tolle Leute und Projekte fand. Für mich „geht“ es also problemlos ohne Insta oder auch FB, wo ich noch nie war und auch nicht sein möchte. Auch als Privatperson nicht.
Ob Insta für die Sichtbarkeit wirklich ein Gamechanger ist und wie mit Haltungen von Veranstaltern umzugehen ist, die sagen, dass sie Künstler*innen auch anhand der Zahl ihrer Insta-Follows auswählen, darauf habe ich keine Antwort, weil das einfach nicht meine Welt ist. Ich möchte aber eigentlich auch nicht, dass das „die Welt“ für meine Kollegys sein soll. Wenn ich mir anschaue, wie zeitaufwändig es ist, ständig die Algorithmen zu füttern, um ja nicht hinten runter zu fallen, würde ich die dafür nötige Energie lieber ins Üben stecken, oder ins Nachdenken über Liedtexte, oder ins „Dummzeuch-babbeln“ im Fediverse. Denn ich weiß für mich, dass ich da sichtbar bin und dass da Menschen sind, die sich für mich und meine Musik interessieren.
Mehr brauche ich nicht und weiß, wie priviligiert ich bin, dass ich mir diese Haltung leisten kann. Ich schreibe das nicht, um Menschen zu ärgern, die in einer anderen Situation sind. Auch bei mir herrscht nicht immer eitel Sonnenschein. So erfolgreich ich im Moment als Musikerin bin, so sehr habe ich in einem anderen Arbeitsfeld zu kämpfen, weil meine Angebote derzeit nicht gebucht werden. Irgendwas ist also immer. Aber bevor ihr fragt: nein, mit meinem anderen Arbeitsfeld zu Insta zu gehen ist keine Option.

Vielleicht sortiere ich diese Gedanken irgendwann noch einmal zu einem eigenen Blogpost.

Vielen Dank fürs Lesen!

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Filed under Landleben, Musik