Tag Archives: Kirchenmusik

Wochenschnipsel 2630

Ist es euch aufgefallen, dass ich die letzten drei Wochenschnipsel „falsch“ benannt hatte? Ich war durch die Ausgabe 2626 ganz durcheinandergekommen. Aber jetzt stimmt es wieder 🙂

Eigentlich wollte ich heute früher dran sein mit dem Schreiben, aber erst nölte der kleine alte Hund, dann klingelte das Telefon und eine ganz verzweifelte Mitarbeiterin eines Bestattungshauses war dran. Es würde für morgen noch eine Organistin für eine Trauerfeier gebraucht. Was ein Glück, dass ich morgen keine Termine habe. Ich konnte also zusagen und bin gespannt auf die dortige Orgel. Toll sei sie, aber mehr Infos habe ich noch nicht. Ich nehme mal Noten für alle Instrumentengrößen mit und mache das Beste draus.

Was gibt es sonst zu berichten? Ich genieße gerade die dahinplätschernden Tage, bevor es hoffentlich im August wieder mehr Schreibtischarbeit gibt. Musikalisch ist jetzt im Sommer zwar bei den Chören und Gesangvereinen weniger los, dafür gibt es aber jede Menge Orgeldienste (und auch ganz kurzfristige, siehe oben) und eine kleine Reise steht auch noch an.

Ich habe Johannisbeergelee gekocht und Apfel-Salbei-Gelee, alles mit Zutaten aus dem eigenen Garten (abgesehen vom Gelierzucker, den habe ich gekauft).

Ein Strickprojekt habe ich fertig gestellt, einen sommerlich bunten Überwurf aus Baumwollgarn; und gestern noch schnell ein Paar Socken angefangen. Es muss ja was auf den Nadeln sein.

Gleich bekomme ich Besuch, deshalb sind auch die heutigen Schnipsel recht kurz und wir lesen uns demnächst wieder!

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Wochenschnipsel 2826

Es ist bewölkt und windig, der wilde Hund liegt mir zu Füßen und der kleine alte Hund wandert durchs Haus und verbellt die Schatten. Oder die Fantasiewesen, die er sieht. Oder die Treppe, weil sie da ist. Oder auch die Wand.

Gestern schrieb ich im Fedi, dass demente Hunde besondere Herausforderungen ins Leben bringen und wurde gefragt, ob es das tatsächlich gibt, Demenz bei Hunden. Ja, gibt es. Es gibt Fragebögen für Hundemenschen, anhand derer herausgefunden werden kann, ob der Hund Anzeichen einer Demenz zeigt. Der kleine alte Hund ist voll dabei. Aber: er weiß immer noch, wer seine Menschen sind, er weiß, wo sein Körbchen steht, er weiß, wie er vom Garten wieder zurück ins Haus kommt, und die Leckerli schmecken ihm noch. Insofern ist es glaube ich für uns Menschen anstrengender als für ihn. Er wurde irgendwann im September 2009 geboren, so genau wissen wir das gar nicht. Folglich ist er in seinem 17. Lebensjahr und dass da altersbedingt nicht mehr alles so funktioniert, ist verständlich. Wir versuchen jedenfalls, ihm ein schönes Hundeleben zu gestalten, aber ob und wie das alles noch wird, wissen wir natürlich auch nicht. Der wilde Hund scheint auch zu spüren, dass sein Hundekumpel nicht mehr so auf der Höhe ist und versucht nur noch ganz selten, Streit anzufangen. Wobei das vielleicht auch andere Ursachen hat.

Letzten Freitag bekam ich eine Vertretungsanfrage für den Sonntag, da ein Kollege krank geworden war. Große Kirche, schöne Orgel, zwei Taufen, und nichts weiter im Kalender, also konnte ich zusagen. Das Bild vom Orgelspieltisch bekam im Fedi dreimal so viele „mag ich“ Reaktionen als mein sonntägliches Orgelvideo. Aber natürlich guckt sich so ein Foto viel schneller an als ein Video, und sei es noch so kurz. Ich werde auch im August wieder in der großen Kirche spielen, den Termin weiß ich jetzt schon. Und wer weiß, ob wir eine Vakanzzeit zu überbrücken haben, während die hauptamtliche Stelle neu besetzt wird. Vielleicht komme ich dann noch öfter dazu, dort zu spielen. Der Küster erzählt jedenfalls, ich könne Orgel spielen und man müsse sich um mich keine Gedanken machen.

Apropos Orgel, diese Woche kam ich endlich dazu, eine Komposition eines Fedi-Bekannten für Orgel zu setzen und arbeite außerdem an einer Erstausgabe eines Orgelstücks, über das ich aber noch nicht weiter sprechen kann – weil Erstausgabe und so.

Ansonsten gibt es nicht viel zu berichten. Ich genieße es, jetzt in den Sommerferien auch einige ruhige Tage zu haben und in Ruhe z.B. den Kleiderschrank aufräumen zu können oder einfach mal „nichts“ zu tun.

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Wochenschnipsel 2626

In den heutigen Wochenschnipseln wird es, wie so oft, um Musik und um Hunde gehen, und auch um die aktuelle Sommerhitze. Zwar bin ich in der glücklichen Lage, dass sich unser altes Haus nicht stark aufheizt und dass wir unser Büro mit der Wärmepumpe auch kühlen können, so dass es recht erträglich ist, sich drinnen aufzuhalten, aber trotzdem merke ich auch, wie mein Hirn in den Sparmodus schaltet und wie schwer ich täglich in die Gänge komme. Ich hätte natürlich sehr gerne mehr Beratungs- und Trainingsaufträge (Wink mit dem Zaunpfahl!), aber dass ich meinem Hirn die Langsamkeit gönnen kann, weil ich eben im Moment wenig Schreibtischarbeit habe, finde ich schon angenehm.

Der kleine alte Hund geht jetzt, wo es so extrem heiß ist, nur noch zum Abendspaziergang mit. Morgens und nachmittags geht er kurz in den Garten, erledigt, was zu erledigen ist, und liegt dann entweder in seinem Korb oder auf der Kühlmatte, die er regelrecht zu genießen scheint. Was er auch liebt, ist, mit Wasser aus der Blumenspritze besprüht zu werden. Der wilde Hund kann Wasser nicht leiden, auch den Kühleffekt möchte er nicht haben. Er liegt lieber auf den Fliesen oder jetzt im Büro unter meinem Schreibtisch. Spazieren gehen findet er gut, doch am Nachmittag zeigt auch er deutlich, dass eine kleine Runde absolut ausreichend ist.

Gestern durfte ich außer der Reihe zwei Chorproben leiten, was sehr viel Spaß gemacht hat und am Sonntag hatte ich mal wieder eine Orgelvertretung, die kurzfristig angefragt worden war. Hinterher gab es Kaffee und Kekse im Schatten der Kirche und Gespräche über Kirchenmusik und die Entwicklung der Gemeinden.

Von meiner neuen Tenorblockflöte aus Olivenholz hatte ich kurz nach dem Kauf in den Wochenschnipseln berichtet. Die Einspielphase nähert sich dem Ende. Das Instrument zeigt immer deutlicher, dass es bereit ist, voll belastet zu werden und es ist so eine Freude, damit zu spielen. Bei einigen Tönen bin ich mit dem Klang noch nicht ganz zufrieden, aber das liegt an mir und nicht an der Flöte. Denn obwohl sie sich gut greift, muss ich noch üben, meine Finger wirklich exakt auf den Löchern zu platzieren, um saubere Töne zu bekommen. Auch dafür ist eine lange Einspielphase gut. Ich plane, demnächst ein Video aufzunehmen und das Instrument vorzustellen.

Mein neuer Sigo Bass ist ebenfalls ein sehr spannendes Instrument und wird ein Vorstellungsvideo bekommen.

Ich könnte jetzt sagen, dass meine Blockflötensammlung nunmehr komplett ist, aber falls es aus der Sigo-Reihe irgendwann noch einen Großbass geben sollte, könnte ich wohl schwach werden. Und ein Csakan wäre auch interessant und… (Ihr merkt schon, das mit dem „komplett“ wird echt schwierig!)

Danke fürs Lesen, und ich hoffe, Ihr habt kühle Plätze, wo Ihr Euch ein wenig von der Hitze erholen könnt.

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Wochenschnipsel 2625

Eine musikalische Woche liegt hinter mir. Tägliches Einspielen der neuen Tenorblockflöte, Schrammeln auf der Ukulele, Konzertprogramm verfeinern, Orgel üben, Chor leiten, Gottesdienste begleiten (mit Orgel, Ukulele, Blockflöte und Stagepiano), im Chor singen… ja, und trotzdem habe ich auch noch ein weiteres Arbeitsfeld. Da ist es im Moment allerdings eher ruhig. Was der Musik zugute kommt, nicht jedoch dem Sparschwein.

Gestern war ich mutig und habe ein unperfektes Zine veröffentlicht, mit kleinen Reimen über Tiere und Gemüse. Mutig deshalb, weil meine innere Perfektionistin ziemlich laut sein kann und mir regelmäßig einredet, ich könne dieses oder jenes doch noch nicht aus der Schublade holen, was würden denn die Menschen denken. Das ist manchmal hilfreich, aber oft auch hinderlich. Die ersten Kommentare zum Zine waren positiv, und wer es nicht mochte, hat es mir bisher nicht gesagt.

Gerade habe ich Geburtstagspost geschrieben und habe tatsächlich mal keinen Stapel an Briefen auf dem Schreibtisch liegen, der beantwortet werden will. Da ein Großteil meiner Brieffreundinnen in England und Schottland lebt und die Post auf der Insel seit längerem massive Probleme hat und Briefe oft wochenlang nicht zustellt, ist meine Schreibfrequenz arg gesunken.

Sonst gibt es nicht viel zu berichten und einfach nur irgendwas schreiben, damit hier mehr steht, möchte ich nicht. Deshalb sage ich danke fürs Lesen und bis nächste Woche!

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Wochenschnipsel 2623

Ob es eine neue Tradition wird, dass die Wochenschnipsel erst am Nachmittag kommen? Auch heute war ich am Vormittag unterwegs und schreibe deshalb erst jetzt.

Letzte Woche schrieb ich von meinem neuen Sigo-Bass (eine F-Bass-Blockflöte aus Resona, aus dem 3D Drucker). Zu einem Video kam ich noch nicht. Das schaffe ich vielleicht nächste Woche. Oder die Woche drauf. Wann auch immer es soweit ist: ich werde berichten.

Gerade habe ich mir einen Schwung e-books bestellt. Vor einer Weile hatte ich den ersten Band der „Miss Murray„-Reihe von Amalia Zeichnerin gelesen und mich glatt verliebt. Also, rein literatisch-platonisch natürlich! Und jetzt möchte ich auch alle weiteren Bände lesen und wenn ich damit durch bin, könnte es wieder einen neuen Beitrag „aus meinem Bücherschrank“ geben.

Es gibt Bücher, zu denen ich immer wieder gerne zurück komme. Als Bettlektüre habe ich im Moment „Murder at the vicarage“ (Mord im Pfarrhaus) von Agatha Christie, das ist Miss Marples erster Fall. Neben Agatha Christie gehören auch die Lord Peter Wimsey Krimis von Dorothy L. Sayers zu den Büchern, die ich auch ein fünftes, sechstes oder siebtes Mal lesen kann, ohne mich zu langweilen.

Am Donnerstag habe ich ein ganz wunderbares Konzert mit Werken von Vivienne Olive gehört – sie konnte aus gesundheitlichen Gründen selbst nicht anwesend sein, war aber per Videokonferenz zugeschaltet und hat einiges zu ihren Stücken erzählt. Es war einfach großartig und wenn echte Menschen im Beisein von echten Menschen singen und musizieren, dann hat das eine ganz besondere Kraft und ist durch nichts zu ersetzen. Und keinesfalls durch irgendwelche LLM-Tools, im Volksmund gerne „KI“ genannt. Ich habe in meinem Arbeitsalltag noch keine Aufgabe gefunden, für die ich tatsächlich ein solches Tool brauchen würde und ich finde es nach wie vor befremdlich, wie viele Menschen glauben, selbst ja nicht kreativ zu sein und deshalb Lieder oder Texte mit einem Tool „schreiben“ zu müssen. Schreiben in Anführungszeichen, denn wie sagte Fil Henley (bei YouTube mit den Kanälen „Wings of Pegasus“ und „Authentic Vocal“ zu finden) in einem seiner Videos so schön: „Wie kann es Dein Song sein, wenn Du, bevor Du es gehört hast, nicht einmal weiß, ob es mit einem Gitarrensolo oder mit Keyboardklängen anfängt?“. Denn so geht es, wenn eine App den Song „schreibt“ – was aus den Prompts gemacht wird, ist jedes Mal so lange unklar, bis das Ergebnis zu hören ist. Musik zu komponieren und Lieder zu schreiben funktioniert anders. Und der Weg von „meeeh, das gefällt mir noch überhaupt nicht“ zu „hey, cool, ich glaub, das ist gut, das lass ich jetzt so“ gehört auf jeden Fall dazu!

Und am Sonntag war ein festlicher Gottesdienst zur Verabschiedung unserer Pfarrerin in den Ruhestand. Wer danach kommt, und wann, ist noch nicht klar. Eine Zwischenphase beginnt.

Mein nächster Orgeldienst ist erst Mitte Juni, d.h. ich habe einen freien Sonntag vor mir, und morgen ist Feiertag, der vor allem für die katholischen Geschwister wichtig ist, und wir lesen uns nächste Woche wieder!

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Wochenschnipsel 2622

Es ist bereits Nachmittag, spät für meine Wochenschnipsel, die ich ja sonst immer schon am Mittwochvormittag schreibe. Aber ich verbrachte den Morgen und den Vormittag bei „meinen“ Orgeln. Die jährliche Wartung und Stimmung stand an. Und da „Frau Bernhard“ einen Riss im Balg hatte, der so groß war, dass er geflickt werden musste, verbrachten wir mehr Zeit an dieser Orgel als ursprünglich geplant. Und dann war ja auch noch die „Kellerin“ dran, aber da es dort nur ein Manual gibt und keine Mixtur, ging das dann vergleichsweise schnell.

Meine neue Tenorblockflöte macht sehr viel Freude. Ich bin ja noch in der Einspielphase, aber sie reagiert sehr gut und ich bin ausgesprochen zufrieden. Über mein neues Gemshorn habe ich ein Video gemacht – der Link dazu ist im entsprechenden Blogbeitrag mit den Untertiteln.

Und dann kam letzte Woche auch noch, ein wenig unerwartet, meine im Dezember bestellte Bassblockflöte aus der Sigo-Reihe von Kunath an und mit diesem Instrument muss ich natürlich auch ein Video machen, aber das schaffe ich frühestens nächste Woche.

Ich war zu einem Kurzbesuch in Frankfurt im Archiv Frau & Musik und werde in nächster Zeit öfter mal dort sein, zu verschiedenen Konzerten, Meetings und Workshops.

Das Pfingstwochenende war auch wieder musikalisch, wie könnte es anders sein. Am Pfingstsonntag bekam ich nach dem Schlussstück (ein Voluntary von Kate Loder) reichlich Applaus und auch wenn das nicht unbedingt zu einem Gottesdienst dazugehört, hat es mich doch gefreut.

Am Pfingstmontag war Familiengottesdienst und die kleine Kirche war sehr gut besucht. Wir hatten vier Lieder im Plan und ich habe jedes Lied mit einem anderen Instrument begleitet: mit der Orgel, mit dem Stagepiano, mit dem Akkordeon und mit der Ukulele. Auch das kam gut an und hat viel Spaß gemacht.

Soweit die heutigen Wochenschnipsel – wieder einmal „nur“ mit Musik, aber mir gefällt das eigentlich ganz gut 😉

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Wochenschnipsel 2621

Die heutigen Wochenschnipsel drehen sich (mal wieder) hauptsächlich um Musik.

Am Himmelfahrtstag durfte ich einen Freiluftgottesdienst mit E-Piano (ein altes leicht schrappeliges Roland) und mit meinem Akkordeon begleiten und das hat viel Spaß gemacht.

Am Freitag brach ich dann zu einer Mini-Reise auf, ganz allein, ohne weitere Menschen oder Hunde. Mein erstes Etappenziel war Bad Kissingen, wo die internationalen Blockflötenfesttage stattfanden. Ich wollte „nur“ zur Instrumentenausstellung und nicht am Festival oder an Workshops teilnehmen (wobei manche Konzerte wirklich spannend gewesen wären). Das „nur“ muss ich in Anführungszeichen schreiben, denn die Ausstellung ist für das Sparschwein sehr gefährlich. Ich hatte mir im Vorfeld genau überlegt, was ich, wenn überhaupt, kaufen wollen würde und kann stolz berichten, dass ich mich auch an meinen Plan gehalten habe und „nur“ mit zwei neuen Instrumenten nach Hause fuhr.

Ich besitze mehrere Tenorblockflöten. Meine erste war das günstige Kunststoff-Modell von Thomann, gekauft, um zu gucken, ob ich mit der Größe überhaupt klarkomme. Meine zweite ist ein Knick-Kopf-Modell von Mollenhauer aus Birnbaum, die ich von meiner Familie geschenkt bekam. Diese Flöte nutze ich vor allem als Solo-Instrument, da sie mit deutscher Griffweise bei manchen Tönen schwer zu intonieren ist, aber ich mag den Klang sehr und würde sie nicht hergeben wollen, auch wenn die deutsche Griffweise unter Profis keinen guten Ruf hat. Dann kam noch eine Aulos Robin aus Kunststoff hinzu, die im Gegensatz zur Thomann keine Klappen hat und vom Lochabstand auch recht bequem zu greifen ist. Und dann letztes Jahr ein Sigo Tenor – eine Tenorblockflöte in besonderer Bauweise, die sich wie eine Altflöte greift.

Also, eigentlich ausreichend Tenöre? Nun ja. Eine Tenorblockflöte aus Holz mit barocker Griffweise war noch auf der Wunschliste. Vor gut drei Jahren kam eine Sopranino aus Olivenholz in meine Sammlung, vom Blockflötenbauer Hammann/Kobliczek und das ist ein so tolles Instrument, dass ich die Gelegenheit in Bad Kissingen nutzte, um mir die Tenöre aus der „Studium“-Modellreihe von Hammann anzuschauen. Ich wurde hervorragend beraten und schwankte dann sehr zwischen einer Flöte aus Pflaumenholz und einer aus Olivenholz. Entschied mich dann für die Olive und bin jetzt dabei, sie langsam einzuspielen. Witzigerweise wurde sie, wie die Markierung am Kopfstück zeigt, vom selben Blockflötenbauer (aus dem Hammann-Team) gebaut wie die Sopranino. Sobald sie fertig eingespielt ist, stelle ich sie in einem Video vor.

Das zweite Instrument, das mich fand, ist ein Gemshorn in Tenor-Lage. Das ist ein Instrument, das ich eigentlich nicht „brauche“, aber das ich, ebenso wie meine Teleskopflöten oder die Sopilka, einfach interessant finde und für das ich sicher Verwendungsmöglichkeiten finde.

Gemshörner sind gedeckte Flöten und mit Gefäßflöten wie Okarinas verwandt. Sie werden aus Tierhorn (Rind oder andere Hornträger) hergestellt. Im Fediverse schrieb ich dazu

Ja, ich bin mir dessen bewusst, dass das Tier, dem das Horn einmal gehörte, noch leben könnte, wenn es nicht geschlachtet worden wäre; wäre es wegen des Horns geschlachtet worden, würde ich damit keine Musik machen wollen. Die Hörner sind (leider) Abfall und in der Musik steckt neues Leben.

Der Klang ist weich und eine Mischung aus einer tiefen Blockflöte und einer Okarina. Auch mit diesem Instrument werde ich ein Video machen, wenn auch nicht mehr heute, denn heute Nachmittag steht eine längere Übe-Session an der Orgel auf dem Plan.

Nach meinem erfolgreichen Besuch in Bad Kissingen fuhr ich weiter zu meinem nächsten Etappenziel, einem Dorf am Fuß des Schwanbergs. Dort verbrachte ich die Nacht in einem netten Hotel und am nächsten Morgen besuchte ich einen wichtigen Baum und machte eine kleine Wanderung auf dem Berg. Mittags konnte ich am Stundengebet der Schwestern des dortigen Klosters teilnehmen, was sehr schön war und danach ging es nach Nürnberg, meinem letzten Ziel der Mini-Reise, zu meiner ältesten Schulfreundin.

Und am Sonntagabend war ich dann wieder zuhause.

Musikalisch ging es auch am Montag weiter, denn es waren neue Noten in der Post und ich arbeite außerdem an Ideen für eine Beteiligung an einem Porträtkonzert für eine zeitgenössische Komponistin. Mehr kann/darf ich dazu aber im Moment noch nicht sagen.

Gestern war Schreibtischtag und abends Chorprobe, und nächste Woche gibt es neue Wochenschnipsel.

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Wochenschnipsel 2617

Schon wieder Mittwoch, und die vorletzten Wochenschnipsel im April. Witzigerweise habe ich mich auch heute für die Kaffeetasse mit der Aufschrift „Für Kaffee und Hunde ist immer Zeit“ entschieden, von der ich letzte Woche schrieb. Das war allerdings Zufall und nicht geplant, dass ich gerade diese Tasse aus dem Schrank nahm. Ich hätte ja auch meine „Königinnen haben im April Geburtstag“-Tasse wählen können, oder die „Keep calm and carry on“ oder… Tassen oder vielmehr Becher haben wir in großer Vielfalt im Schrank. Auf dem Koffer meiner Sopranukulele klebt dennoch der tolle Aufkleber von der „Nicht-alle-Tassen-Antifa“ 🙂

Was gibt es zu berichten? Am Montag habe ich über eine musikalische Märchengeschichte oder eine märchenhafte Musikgeschichte von Susanne Bonn gebloggt und verbringe im Moment viel Zeit damit, einen Online-Kurs zu konzipieren und hoffentlich in den nächsten Wochen soweit fertig zu bekommen, dass ich mir ein paar Testpersonen suchen kann, die ihn einmal ausprobieren. Und an verschiedenen Zines arbeite ich auch weiterhin.

Es gab einige Sitzungen „bei Kirchens“, Personalversammlung der neuen Gesamtkirchengemeinde und ein Austauschtreffen mit der Mitarbeitendenvertretung des Dekanats; bis sich das alles zurechtrüttelt in den neuen Strukturen, wird wohl noch ein wenig Zeit vergehen. Einige machen sich Sorgen, dass Arbeitsstunden reduziert werden könnten, weil weniger Gottesdienste an weniger Orten stattfinden, aber ich mache mir diesbezüglich keine Gedanken, denn ich bekomme alle Naslang Vertretungsanfragen und kann mich über mangelnde Orgelarbeit wirklich nicht beklagen. Wir werden sehen, wie es sich entwickelt.

Nachdem der kleine alte Hund am Montag viel schlafen musste, weil wir morgens zur Fellpflege waren, was er nicht so gern mag und wogegen er mit allem, was er hat, ankämpfen muss und davon müde wird, beschloss er gestern, mal wieder am Morgenspaziergang teilzunehmen. Und am Nachmittagsspaziergang ebenfalls. Dafür wollte er heute wieder nicht mit. Also alles wie immer, irgendwie.

Soweit für heute. Danke fürs Lesen!

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Filed under Leben mit Hund, Musik

Wochenschnipsel 2616

Neben mir auf dem Schreibtisch steht eine große Tasse, auf der steht „Für Kaffee und Hunde ist immer Zeit“. Die hatte ich letztes Jahr (?) von den Nachbarn zum Geburtstag bekommen und es passt wunderbar eine grooooße Menge Milchkaffee hinein (und der Tasse ist es auch egal, ob Hafermilch Milch genannt werden soll/darf oder nicht. Ich nenne meine Hafermilch jedenfalls Milch.)

Gestern war ich mit dem kleinen alten Hund beim Tierarzt, die Krallen an den Hinterpfoten schneiden lassen und ein paar Dinge abklären. Als der Tierarzt sagte, der kleine alte Hund sei ja nun doch ein Opa, guckte selbiger ganz empört. Wenn er will, kann er ganz schön agil sein. Aber wenn er nicht will, dann ist er nicht nur ein Opa, sondern ein Uropa. Aber außer altersbedingten Wehwehchen ist er fit, sagt der Doc.

Am Sonntag hatte ich orgelfrei und habe die Gelegenheit genutzt, am Nachmittag an einem Workshop zur Vorbereitung eines „afrikanischen“ Gottesdienstes teilzunehmen, und natürlich auch am Gottesdienst selbst. In der Dorfkirche, in der das Ganze stattfand, habe ich schon mehrmals Orgel gespielt und anfangs war die Küsterin skeptisch, „ob denn überhaupt jemand kommt“, doch ihre Sorgen waren unbegründet. Beim Workshop waren wir zehn Personen und zum Gottesdienst war die Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt. Es hat sehr viel Spaß gemacht. Wir sangen viele Lieder vor allem aus Südafrika, angeleitet von einer Südafrikanerin und ihrem Mann, der aus Deutschland kommt und lange in Südafrika lebte; und wurden unterstützt von einer Madegassin, die uns viel über ihr Heimatland erzählte und mit der ich im Gottesdienst ein improvisiertes Duett sang. Wusstet ihr, dass im sogenannten „Stammteil“ des evangelischen Gesangbuchs (EG) nur ein Lied aus Afrika enthalten ist? Es ist ein Osterlied aus Tansania, die Nummer 116. Wir sangen es am Sonntag viersprachig: deutsch, englisch, französisch und suaheli. „Mfurahini, halleluya!“

Gestern fragte Anni Bürkl im Fediverse, wer denn überhaupt noch lesen würde. Es gab einige Antworten, hauptsächlich von Menschen, die sehr viel lesen. Ich habe täglich auch mindestens ein Buch in der Hand, Sachbücher ebenso wie Romane, Krimis oder Geschichtensammlungen. Und diese Woche habe ich über eines auch schon geschrieben. Frisch zu Ende gelesen habe ich „Blaumeise Sturzflug“ von Susanne Bonn und dazu wird es bei Gelegenheit einen eigenen Blogbeitrag geben. Außerdem liegt angelesen „Empire of AI“ von Karen Hao auf dem Fensterbrett, und ein Buch über Leadership und verschiedene Bücher zu Datenschutz (ich mache ja nicht nur Musik) und ich selbst bastle gerade an einem Zine mit kleinen Gedichten und selbst gezeichneten Bildchen herum. Wenn ich mich mutig genug fühle, veröffentliche ich es vielleicht sogar.

Danke fürs Lesen und bis bald!

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Wochenschnipsel 2615

Dreimal hab ich den heutigen Beitrag angefangen und dreimal hat mir der Text nicht gefallen, aber dann dachte ich mir, komm, das muss jetzt nicht perfekt sein und deine Leser*innen dürfen ruhig merken, dass hier ein Mensch am Werk war und keine genAI – je mehr ich darüber lese und auch sehe, was andere mit diesen Tools anstellen, desto größer wird mein Störgefühl. Und das nicht nur, weil ich fest davon überzeugt bin, dass es gerade im Kreativbereich keine wirklichen Abkürzungen gibt, und dass schon der Weg so wertvoll ist, dass es sich lohnt, egal, was am Ende das Ergebnis ist. Oder dass es vielleicht gar kein Ergebnis gibt. Dieses Ausprobieren, Suchen, Entdecken, Verwerfen, das Üben und Zweifeln, und das wunderbare Gefühl, wieder ein Stück weitergekommen zu sein, all das möchte ich nicht missen und macht mich zu der Person, die ich bin.

Apropos ausprobieren, ich weiß nicht, ob Ihr Zines kennt. Das sind Minibücher oder Minimagazine, und wenn sie aus einem A4-Blatt gefaltet werden, gibt es sechs Seiten plus Vorder- und Rückseite und Ihr müsst keine Origami-Gurus sein, um sie zu basteln. Petra hat eine tolle (englischsprachige) Anleitung auf ihrer Seite (klick hier) und ihr könnt für kleines Geld (oder auch für einen größeren Betrag, ganz wie ihr wollt und könnt) ein wirklich schönes von ihr gestaltetes Zine bei Ko-Fi bekommen. Auf meinem Schreibtisch liegen gerade zwei frisch gefaltetete noch leere Zines und im Laufe der nächsten Wochen (oder Monate, je nachdem, wie ich ausgelastet bin) werde ich die ein oder andere Idee dazu umsetzen.

Ein langes Wochenende mit viel Kirchenmusik liegt hinter mir. Diesmal kamen zwar „nur“ Orgel, Stagepiano und Bassblockflöte zum Einsatz und das Akkordeon und die Ukulele blieben zuhause, aber gerade die Bassblockflöte machte sich ganz hervorragend und ich bekam dazu viele positive Kommentare. Am Ostermontag habe ich zum ersten Mal in der größten Kirche unserer neuen Großgemeinde gespielt. Der hauptamtliche Kollege, der mich dafür kurzfristig angefragt hatte, hatte mir gesagt, ich würde an der Orgel viel Spaß haben und er hatte nicht zu viel versprochen. Ich hatte in der Tat viel Spaß und nach dem Gottesdienst kamen zwei Menschen, die wissen wollten, was ich denn da als Nachspiel gespielt hätte, ob das Bach gewesen sei und das sei ja so toll gewesen. Es war nicht Bach, sondern Auguste Larriu (1840-1925); und als Vorspiel gab es, wie das bei mir so üblich ist, ein Stück einer Komponistin, den „Easter Triumph“ von Emma Louise Ashford. Mal sehen, ob ich irgendwann mal wieder Gelegenheit bekomme, dort zu spielen.

Das Akkordeon ist ja das Instrument des Jahres 2026 und morgen kommt mein neuer Akkordeonschüler zu seiner ersten Stunde. Darauf freue ich mich und er sich hoffentlich auch.

So, jetzt muss ich noch ein paar weitere Blätter falten und gestalten!

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Filed under Musik, Sammelsurium