Tag Archives: Kirchenmusik

Wochenschnipsel 2634

Auch heute bin ich wieder ein wenig zerknautscht, weil der kleine alte Hund morgens um halb drei meinte, mich aufwecken zu müssen. Aber für den Rest der Nacht war er ruhig und schlief dann sehr lang. Die Futtersituation, von der ich letzte Woche berichtet habe, konnten wir tatsächlich lösen: es gibt jetzt eine kleine Menge Gemüsebrühe mit in den Napf und er frisst wie gewohnt. Manchmal möchte auch der wilde Hund etwas von der Gemüsebrühe haben, denn in Hundekreisen wird sehr auf Gleichbehandlung geachtet.

Das Chor-Speed-Dating letzte Woche war ein ziemlicher Erfolg. Gleich vier Frauen haben sich für den Frauenchor entschieden und eine singt nun auch in einem der gemischten Chöre. Das ist wunderbar!

Ebenfalls wunderbar war der Besuch meines Bruders mit Familie am Wochenende. Wir saßen lange zusammen im Garten und haben gegessen und geredet und es war wirklich schön. Glücklicherweise hatte es auch ein wenig abgekühlt – und gestern hat es sogar richtig geregnet, mehrere Stunden lang! Was war ich da froh!

Gefreut habe ich mich außerdem über eine E-Mail einer Komponistin, die ihren Namen auf meiner Website entdeckt hatte und sich ihrerseits darüber freute. Wie schön, auf diese Weise in Kontakt zu kommen.

All meine Geduldsfäden und musikalische Erfahrung habe ich am Montag bei einer Trauerfeier gebraucht. Das in der Trauerhalle zur Verfügung stehende Instrument, ein älteres Viscount Sakral-Keyboard, war an sich gar nicht sooo schlecht, aber völlig verdreckt und sitzt im leeren Gehäuse einer anderen elektrischen Orgel – ohne Notenpult! Ich hatte, weil man ja nie weiß, was einen in städtischen Trauerhallen so erwartet, in weiser Vorraussicht Stücke ausgesucht, die auch ohne Pedal spielbar sind und nicht allzu lang, aber die ungewohnte Perspektive auf die Noten machte das Ganze doch anstrengender als erwartet. Es war eine sehr kleine Trauerfeier mit nur einer Handvoll Anwesenden und ich hoffe, ich konnte zu einem würdevollen Ablauf beitragen trotz der Umstände.

Gestern war ich beim Vorbereitungstreffen der Helfenden für den CSD. Schon zum zweiten Mal findet eine Demo und anschließende Party in meinem Landkreis statt und ich engagiere mich da sehr gerne. Denn auch wenn sich schon viel getan hat in den letzten Jahren, haben Menschen immer noch zu sehr darunter zu leiden, wenn sie nicht in irgendwelche Schubladen (cis-hetero o.ä.) passen. Da möchte ich einfach ein Zeichen setzen und habe auch wieder ein Plakat an unser Hoftor gehängt. Werbung im Fediverse mache ich natürlich auch, und ich habe mich sehr gefreut, dass das Orga-Team dieses Jahr auch einen Mastodon-Account angelegt hat.

Zum Schluss der heutigen Wochenschnipsel noch eine lustige Beobachtung: ich wollte einer Bekannten zeigen, welche Sanduhren ich benutze und suchte im Shop, wo ich sie gekauft hatten, nach Sanduhren. Fand auch die, die ich habe und konnte ihr den Link schicken; in der Liste der Suchergebnisse fand ich aber auch: Handpuppen. Nun ja. Die beiden Worte teilen sich zumindest die Vokale in gleicher Reihenfolge. (Fun fact am Rande: mir gefallen die Handpuppen so gut, dass ich überlege, ihnen ein Zuhause zu geben, auch wenn ich sie eigentlich gar nicht brauche und schon eine ganze Kiste mit Handpuppen habe…)

Danke fürs Lesen und bis zum nächsten Mal!

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Wochenschnipsel 2633

Die hessischen Sommerferien sind zu Ende und somit auch die chorproben-lose Zeit. Gestern hatten wir in meinem „Haupt“-Chor eine offene Chorprobe, vom Vorstand liebevoll „Chor Speed Dating“ genannt und es waren ein halbes Dutzend Interessierte gekommen, und natürlich alle anderen, die eh schon in den drei Erwachsenenchören singen. Ich hoffe, es hat den Neuen so viel Spaß gemacht wie mir. Zwei haben schon gesagt, dass sie wiederkommen wollen. Bin gespannt, für welche(n) der drei Chöre sie sich entscheiden.

Der kleine alte Hund hatte mal wieder eine sehr unruhige Nacht und musste nahezu stündlich betüddelt werden. Im Moment frisst er auch schlecht bzw. verweigert sein übliches Futter. Snacks nimmt er nach wie vor gerne. Aber ihn nur von Snacks ernähren? Wenn das nicht nur eine Phase ist, sondern länger andauert, muss ich mal mit dem Tierarzt reden, ob es mit einer einfachen Futterumstellung getan sein kann. Ich sage mir regelmäßig, dass ein Hund mit fast 17 Jahren „so“ sein darf, doch natürlich mache ich mir auch Gedanken, wie die nächste Zeit wird und wie wir alle miteinander damit zurechtkommen. So einen alten Hund hatte ich noch nie und kann nicht auf frühere Erfahrungen zurückgreifen.

Der wilde Hund war in letzter Zeit gar nicht oft wild, aber um mich daran zu erinnern, dass er’s noch kann, versuchte er gestern, einen Teenager auf einem elektrischen Roller zu jagen. Wobei ich das ein Stückweit verstanden habe, denn der kam auf einem Feldweg von hinten und machte sich nicht bemerkbar, und dass der wilde Hund dann versuchte, uns vor dem komischen Ding zu beschützen, kann ich dem Hund kaum krumm nehmen. Ausbruchsversuche aus dem Garten gab es hingegen schon seit Wochen nicht mehr. Falls sich das ändert, werde ich berichten.

Apropos berichten, eigentlich hätten die beiden Orgeldienste am Sonntag, die ich in den letzten Wochenschnipseln quasi als Vorschau kurz erwähnt hatte, ereignislos sein können. In beiden Kirchen hatte ich schon gespielt und kenne die Instrumente. Dann kam Samstagnacht noch eine Nachricht des Pfarrers, er würde gerne den Gottesdienst in der großen Kirche im Chorraum feiern und ich solle bitte auf der zweiten Orgel spielen – das Instrument kenne ich vom Sehen und habe es auch in einem Konzert schon gehört, aber noch nicht darauf gespielt. Also fuhr ich früher los als ich es sonst getan hätte, um einen Eindruck der Orgel zu bekommen. Ich kam an und stellte fest, dass der hauptamtliche Küster frei hatte und dass es eine Vertretung gab. Und dann begann der Spaß, denn der Orgelschlüssel war nicht auffindbar. „Der muss doch hier im Schrank sein.“ Nach langem Hin und Her wurde dann ein Zweitschlüssel ausfindig gemacht, aber so kurz vor Gottesdienstbeginn, dass ich die Klangproben auf das nötigste beschränken musste. Aber die Orgel machte viel Spaß und ich hätte gerne irgendwann mal richtig viel Zeit für sie, um sie besser kennen zu lernen. Der zweite Gottesdienst verlief ohne besondere Vorkommnisse, aber mit Applaus nach dem Schlussstück und einem Lob eines Gemeindemitglieds.

Die nächste Beerdigung steht auch schon im Kalender. Gut, dass ich mangels Projektarbeit im Moment zeitlich sehr flexibel bin und diese Aufträge annehmen kann. Wie stark die vermaledeite „generative KI“ meine Arbeitsfelder beeinflusst und auch die Projektanfragen, darüber will ich jetzt nicht schreiben (oder schimpfen), das mache ich bei Gelegenheit an anderer Stelle. Nur so viel sei gesagt: es ist anstrengend. Denn die Soße suppt nicht nur durch die Musik, sondern auch durch andere Bereiche, in denen ich arbeite, und manchmal frage ich mich schon, ob ich nicht einfach meine LKW-Fahrerlaubnis nehme und Laster fahren gehen sollte, denn bei allen Versuchen zum autonomen Fahren ist das ja noch etwas, wo Menschen gebraucht werden. Aber noch sind diese Motivationslöcher nicht so tief, dass ich darin sitzen bleiben müsste. Dennoch, ich mache mir so meine Gedanken.

Aber zurück zu schönen Dingen. Ich habe den „Ringeltaubenmantel“ von Maike Claußnitzer zu Ende gelesen und mir nun die mir noch fehlenden Bände mit Geschichten besorgt. Und den zweiten Band der „Gruftgeflüster“-Reihe von Diandra Linnemann habe ich auch gelesen. Die Geschichte war ganz schön gruselig! Aber toll geschrieben. Ich bin gespannt, wie mir der dritte Band gefallen wird.

Vor ein paar Tagen bekam ich im Fediverse die Empfehlung zu einem Online-Shop für Tinten- und Füller-Begeisterte mit dem schönen Namen Fountainfeder. Sehr „gefährlich“ fürs Sparschwein, denn dort gibt es tolle Sachen. Unter anderem so wunderbare Tintenfarben wie „Schietwetter“, „Nordlichter“ und „Grünkohl“ – das Set zum Ausprobieren musste ich mir direkt bestellen. Und Briefpapier. Die Zahl meiner Briefpartnerinnen hat sich über die Jahre zwar ein wenig reduziert, aber Briefpapier brauche ich immer. Wenn Du das liest und denkst, ach ja, so einen handgeschriebenen Brief hätte ich auch mal wieder gerne oder würde einen schreiben wollen, melde Dich (z.B. im Fediverse).

Soweit für heute. Die Post bringt hoffentlich ein Glas meiner hauptsächlich genutzten Tinte und anderen Schreibkram, und ich werde jetzt mal an einem Projekt weiterarbeiten, für das ich zwar noch keine Kundinnen hab, das mir aber Freude macht und das ist auch wichtig.

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Wochenschnipsel 2632

Vor einigen Jahren schenkte mir meine Mutter zum Geburtstag einen Becher im Knitter-Look. Darauf steht „Wer morgens zerknittert aufsteht, kann sich im Laufe des Tages entfalten“. Heute war so ein Morgen, deshalb trinke ich meinen Kaffee gerade aus diesem Becher. Die Nacht war schwül-warm, und in der Nähe weiden Schafe, von denen mindestens eins so klingt wie der kleine alte Hund – der sich mitten in der Nacht auch meldete, aber nicht raus wollte, sondern nur Aufmerksamkeit suchte. Und so schlief ich nicht besonders gut und sah nach dem Aufstehen vermutlich so knittrig aus wie mein Kaffeebecher. Aber es kann ja nur besser werden.

Der wöchentliche Bestattungshaus-Anruf kam diese Woche bereits am Montag, für Freitag. Also viel Zeit zur Vorbereitung und viel Zeit für Verwirrung. Am Dienstagvormittag wurde nämlich erst wieder abgesagt, um am Nachmittag erneut anzufragen. Es gab wohl ein größeres Hin und Her bei der Planung. Gut, dass ich meist mit Bleistift in meinen Terminkalender schreibe!

Letzten Freitag waren wir zusammen mit einem Freund auf einem Konzert: „Welthits auf hessisch“ – live und handgemacht und absolut großartig. Ich habe Tränen gelacht und als eine Gitarrensaite riss, wusste ich genau, wie sich das anfühlt. Aber das wurde in der Pause schnell in Ordnung gebracht und das Programm konnte weitergehen. Später verweigerte sich ein anderes Instrument der Mitarbeit, weil der eingebaute Tonabnehmer sich verabschiedete, aber all das tat dem Hörvergnügen keinen Abbruch und es war einfach ein tolles Abend, den ich sehr genossen habe.

Am Sonntag dann zwei Orgeldienste, einmal in einer „meiner“ Kirchen und einmal in einer Kirche, in der ich noch nicht war. Dort steht eine historische Orgel mit einigen Besonderheiten. Nichts für Ungeübte! Aber ich habe mich schnell darauf eingestellt und fand das Instrument sehr interessant. Vielleicht komme ich ja noch einmal in den Genuss, dort zu spielen. Da wir jetzt eine Großgemeinde sind, ist die Wahrscheinlichkeit dafür recht hoch.

Nächsten Sonntag stehen auch wieder zwei Orgeldienste im Kalender, aber davon werde ich, wenn es etwas zu erzählen gibt, in den nächsten Wochenschnipseln berichten.

Danke fürs Lesen und bis bald!

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Filed under Leben mit Hund, Musik

Wochenschnipsel 2630

Ist es euch aufgefallen, dass ich die letzten drei Wochenschnipsel „falsch“ benannt hatte? Ich war durch die Ausgabe 2626 ganz durcheinandergekommen. Aber jetzt stimmt es wieder 🙂

Eigentlich wollte ich heute früher dran sein mit dem Schreiben, aber erst nölte der kleine alte Hund, dann klingelte das Telefon und eine ganz verzweifelte Mitarbeiterin eines Bestattungshauses war dran. Es würde für morgen noch eine Organistin für eine Trauerfeier gebraucht. Was ein Glück, dass ich morgen keine Termine habe. Ich konnte also zusagen und bin gespannt auf die dortige Orgel. Toll sei sie, aber mehr Infos habe ich noch nicht. Ich nehme mal Noten für alle Instrumentengrößen mit und mache das Beste draus.

Was gibt es sonst zu berichten? Ich genieße gerade die dahinplätschernden Tage, bevor es hoffentlich im August wieder mehr Schreibtischarbeit gibt. Musikalisch ist jetzt im Sommer zwar bei den Chören und Gesangvereinen weniger los, dafür gibt es aber jede Menge Orgeldienste (und auch ganz kurzfristige, siehe oben) und eine kleine Reise steht auch noch an.

Ich habe Johannisbeergelee gekocht und Apfel-Salbei-Gelee, alles mit Zutaten aus dem eigenen Garten (abgesehen vom Gelierzucker, den habe ich gekauft).

Ein Strickprojekt habe ich fertig gestellt, einen sommerlich bunten Überwurf aus Baumwollgarn; und gestern noch schnell ein Paar Socken angefangen. Es muss ja was auf den Nadeln sein.

Gleich bekomme ich Besuch, deshalb sind auch die heutigen Schnipsel recht kurz und wir lesen uns demnächst wieder!

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Filed under Landleben, Musik

Wochenschnipsel 2826

Es ist bewölkt und windig, der wilde Hund liegt mir zu Füßen und der kleine alte Hund wandert durchs Haus und verbellt die Schatten. Oder die Fantasiewesen, die er sieht. Oder die Treppe, weil sie da ist. Oder auch die Wand.

Gestern schrieb ich im Fedi, dass demente Hunde besondere Herausforderungen ins Leben bringen und wurde gefragt, ob es das tatsächlich gibt, Demenz bei Hunden. Ja, gibt es. Es gibt Fragebögen für Hundemenschen, anhand derer herausgefunden werden kann, ob der Hund Anzeichen einer Demenz zeigt. Der kleine alte Hund ist voll dabei. Aber: er weiß immer noch, wer seine Menschen sind, er weiß, wo sein Körbchen steht, er weiß, wie er vom Garten wieder zurück ins Haus kommt, und die Leckerli schmecken ihm noch. Insofern ist es glaube ich für uns Menschen anstrengender als für ihn. Er wurde irgendwann im September 2009 geboren, so genau wissen wir das gar nicht. Folglich ist er in seinem 17. Lebensjahr und dass da altersbedingt nicht mehr alles so funktioniert, ist verständlich. Wir versuchen jedenfalls, ihm ein schönes Hundeleben zu gestalten, aber ob und wie das alles noch wird, wissen wir natürlich auch nicht. Der wilde Hund scheint auch zu spüren, dass sein Hundekumpel nicht mehr so auf der Höhe ist und versucht nur noch ganz selten, Streit anzufangen. Wobei das vielleicht auch andere Ursachen hat.

Letzten Freitag bekam ich eine Vertretungsanfrage für den Sonntag, da ein Kollege krank geworden war. Große Kirche, schöne Orgel, zwei Taufen, und nichts weiter im Kalender, also konnte ich zusagen. Das Bild vom Orgelspieltisch bekam im Fedi dreimal so viele „mag ich“ Reaktionen als mein sonntägliches Orgelvideo. Aber natürlich guckt sich so ein Foto viel schneller an als ein Video, und sei es noch so kurz. Ich werde auch im August wieder in der großen Kirche spielen, den Termin weiß ich jetzt schon. Und wer weiß, ob wir eine Vakanzzeit zu überbrücken haben, während die hauptamtliche Stelle neu besetzt wird. Vielleicht komme ich dann noch öfter dazu, dort zu spielen. Der Küster erzählt jedenfalls, ich könne Orgel spielen und man müsse sich um mich keine Gedanken machen.

Apropos Orgel, diese Woche kam ich endlich dazu, eine Komposition eines Fedi-Bekannten für Orgel zu setzen und arbeite außerdem an einer Erstausgabe eines Orgelstücks, über das ich aber noch nicht weiter sprechen kann – weil Erstausgabe und so.

Ansonsten gibt es nicht viel zu berichten. Ich genieße es, jetzt in den Sommerferien auch einige ruhige Tage zu haben und in Ruhe z.B. den Kleiderschrank aufräumen zu können oder einfach mal „nichts“ zu tun.

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Filed under Leben mit Hund, Musik

Wochenschnipsel 2626

In den heutigen Wochenschnipseln wird es, wie so oft, um Musik und um Hunde gehen, und auch um die aktuelle Sommerhitze. Zwar bin ich in der glücklichen Lage, dass sich unser altes Haus nicht stark aufheizt und dass wir unser Büro mit der Wärmepumpe auch kühlen können, so dass es recht erträglich ist, sich drinnen aufzuhalten, aber trotzdem merke ich auch, wie mein Hirn in den Sparmodus schaltet und wie schwer ich täglich in die Gänge komme. Ich hätte natürlich sehr gerne mehr Beratungs- und Trainingsaufträge (Wink mit dem Zaunpfahl!), aber dass ich meinem Hirn die Langsamkeit gönnen kann, weil ich eben im Moment wenig Schreibtischarbeit habe, finde ich schon angenehm.

Der kleine alte Hund geht jetzt, wo es so extrem heiß ist, nur noch zum Abendspaziergang mit. Morgens und nachmittags geht er kurz in den Garten, erledigt, was zu erledigen ist, und liegt dann entweder in seinem Korb oder auf der Kühlmatte, die er regelrecht zu genießen scheint. Was er auch liebt, ist, mit Wasser aus der Blumenspritze besprüht zu werden. Der wilde Hund kann Wasser nicht leiden, auch den Kühleffekt möchte er nicht haben. Er liegt lieber auf den Fliesen oder jetzt im Büro unter meinem Schreibtisch. Spazieren gehen findet er gut, doch am Nachmittag zeigt auch er deutlich, dass eine kleine Runde absolut ausreichend ist.

Gestern durfte ich außer der Reihe zwei Chorproben leiten, was sehr viel Spaß gemacht hat und am Sonntag hatte ich mal wieder eine Orgelvertretung, die kurzfristig angefragt worden war. Hinterher gab es Kaffee und Kekse im Schatten der Kirche und Gespräche über Kirchenmusik und die Entwicklung der Gemeinden.

Von meiner neuen Tenorblockflöte aus Olivenholz hatte ich kurz nach dem Kauf in den Wochenschnipseln berichtet. Die Einspielphase nähert sich dem Ende. Das Instrument zeigt immer deutlicher, dass es bereit ist, voll belastet zu werden und es ist so eine Freude, damit zu spielen. Bei einigen Tönen bin ich mit dem Klang noch nicht ganz zufrieden, aber das liegt an mir und nicht an der Flöte. Denn obwohl sie sich gut greift, muss ich noch üben, meine Finger wirklich exakt auf den Löchern zu platzieren, um saubere Töne zu bekommen. Auch dafür ist eine lange Einspielphase gut. Ich plane, demnächst ein Video aufzunehmen und das Instrument vorzustellen.

Mein neuer Sigo Bass ist ebenfalls ein sehr spannendes Instrument und wird ein Vorstellungsvideo bekommen.

Ich könnte jetzt sagen, dass meine Blockflötensammlung nunmehr komplett ist, aber falls es aus der Sigo-Reihe irgendwann noch einen Großbass geben sollte, könnte ich wohl schwach werden. Und ein Csakan wäre auch interessant und… (Ihr merkt schon, das mit dem „komplett“ wird echt schwierig!)

Danke fürs Lesen, und ich hoffe, Ihr habt kühle Plätze, wo Ihr Euch ein wenig von der Hitze erholen könnt.

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Filed under Leben mit Hund, Musik

Wochenschnipsel 2625

Eine musikalische Woche liegt hinter mir. Tägliches Einspielen der neuen Tenorblockflöte, Schrammeln auf der Ukulele, Konzertprogramm verfeinern, Orgel üben, Chor leiten, Gottesdienste begleiten (mit Orgel, Ukulele, Blockflöte und Stagepiano), im Chor singen… ja, und trotzdem habe ich auch noch ein weiteres Arbeitsfeld. Da ist es im Moment allerdings eher ruhig. Was der Musik zugute kommt, nicht jedoch dem Sparschwein.

Gestern war ich mutig und habe ein unperfektes Zine veröffentlicht, mit kleinen Reimen über Tiere und Gemüse. Mutig deshalb, weil meine innere Perfektionistin ziemlich laut sein kann und mir regelmäßig einredet, ich könne dieses oder jenes doch noch nicht aus der Schublade holen, was würden denn die Menschen denken. Das ist manchmal hilfreich, aber oft auch hinderlich. Die ersten Kommentare zum Zine waren positiv, und wer es nicht mochte, hat es mir bisher nicht gesagt.

Gerade habe ich Geburtstagspost geschrieben und habe tatsächlich mal keinen Stapel an Briefen auf dem Schreibtisch liegen, der beantwortet werden will. Da ein Großteil meiner Brieffreundinnen in England und Schottland lebt und die Post auf der Insel seit längerem massive Probleme hat und Briefe oft wochenlang nicht zustellt, ist meine Schreibfrequenz arg gesunken.

Sonst gibt es nicht viel zu berichten und einfach nur irgendwas schreiben, damit hier mehr steht, möchte ich nicht. Deshalb sage ich danke fürs Lesen und bis nächste Woche!

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Filed under Musik

Wochenschnipsel 2623

Ob es eine neue Tradition wird, dass die Wochenschnipsel erst am Nachmittag kommen? Auch heute war ich am Vormittag unterwegs und schreibe deshalb erst jetzt.

Letzte Woche schrieb ich von meinem neuen Sigo-Bass (eine F-Bass-Blockflöte aus Resona, aus dem 3D Drucker). Zu einem Video kam ich noch nicht. Das schaffe ich vielleicht nächste Woche. Oder die Woche drauf. Wann auch immer es soweit ist: ich werde berichten.

Gerade habe ich mir einen Schwung e-books bestellt. Vor einer Weile hatte ich den ersten Band der „Miss Murray„-Reihe von Amalia Zeichnerin gelesen und mich glatt verliebt. Also, rein literatisch-platonisch natürlich! Und jetzt möchte ich auch alle weiteren Bände lesen und wenn ich damit durch bin, könnte es wieder einen neuen Beitrag „aus meinem Bücherschrank“ geben.

Es gibt Bücher, zu denen ich immer wieder gerne zurück komme. Als Bettlektüre habe ich im Moment „Murder at the vicarage“ (Mord im Pfarrhaus) von Agatha Christie, das ist Miss Marples erster Fall. Neben Agatha Christie gehören auch die Lord Peter Wimsey Krimis von Dorothy L. Sayers zu den Büchern, die ich auch ein fünftes, sechstes oder siebtes Mal lesen kann, ohne mich zu langweilen.

Am Donnerstag habe ich ein ganz wunderbares Konzert mit Werken von Vivienne Olive gehört – sie konnte aus gesundheitlichen Gründen selbst nicht anwesend sein, war aber per Videokonferenz zugeschaltet und hat einiges zu ihren Stücken erzählt. Es war einfach großartig und wenn echte Menschen im Beisein von echten Menschen singen und musizieren, dann hat das eine ganz besondere Kraft und ist durch nichts zu ersetzen. Und keinesfalls durch irgendwelche LLM-Tools, im Volksmund gerne „KI“ genannt. Ich habe in meinem Arbeitsalltag noch keine Aufgabe gefunden, für die ich tatsächlich ein solches Tool brauchen würde und ich finde es nach wie vor befremdlich, wie viele Menschen glauben, selbst ja nicht kreativ zu sein und deshalb Lieder oder Texte mit einem Tool „schreiben“ zu müssen. Schreiben in Anführungszeichen, denn wie sagte Fil Henley (bei YouTube mit den Kanälen „Wings of Pegasus“ und „Authentic Vocal“ zu finden) in einem seiner Videos so schön: „Wie kann es Dein Song sein, wenn Du, bevor Du es gehört hast, nicht einmal weiß, ob es mit einem Gitarrensolo oder mit Keyboardklängen anfängt?“. Denn so geht es, wenn eine App den Song „schreibt“ – was aus den Prompts gemacht wird, ist jedes Mal so lange unklar, bis das Ergebnis zu hören ist. Musik zu komponieren und Lieder zu schreiben funktioniert anders. Und der Weg von „meeeh, das gefällt mir noch überhaupt nicht“ zu „hey, cool, ich glaub, das ist gut, das lass ich jetzt so“ gehört auf jeden Fall dazu!

Und am Sonntag war ein festlicher Gottesdienst zur Verabschiedung unserer Pfarrerin in den Ruhestand. Wer danach kommt, und wann, ist noch nicht klar. Eine Zwischenphase beginnt.

Mein nächster Orgeldienst ist erst Mitte Juni, d.h. ich habe einen freien Sonntag vor mir, und morgen ist Feiertag, der vor allem für die katholischen Geschwister wichtig ist, und wir lesen uns nächste Woche wieder!

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Wochenschnipsel 2622

Es ist bereits Nachmittag, spät für meine Wochenschnipsel, die ich ja sonst immer schon am Mittwochvormittag schreibe. Aber ich verbrachte den Morgen und den Vormittag bei „meinen“ Orgeln. Die jährliche Wartung und Stimmung stand an. Und da „Frau Bernhard“ einen Riss im Balg hatte, der so groß war, dass er geflickt werden musste, verbrachten wir mehr Zeit an dieser Orgel als ursprünglich geplant. Und dann war ja auch noch die „Kellerin“ dran, aber da es dort nur ein Manual gibt und keine Mixtur, ging das dann vergleichsweise schnell.

Meine neue Tenorblockflöte macht sehr viel Freude. Ich bin ja noch in der Einspielphase, aber sie reagiert sehr gut und ich bin ausgesprochen zufrieden. Über mein neues Gemshorn habe ich ein Video gemacht – der Link dazu ist im entsprechenden Blogbeitrag mit den Untertiteln.

Und dann kam letzte Woche auch noch, ein wenig unerwartet, meine im Dezember bestellte Bassblockflöte aus der Sigo-Reihe von Kunath an und mit diesem Instrument muss ich natürlich auch ein Video machen, aber das schaffe ich frühestens nächste Woche.

Ich war zu einem Kurzbesuch in Frankfurt im Archiv Frau & Musik und werde in nächster Zeit öfter mal dort sein, zu verschiedenen Konzerten, Meetings und Workshops.

Das Pfingstwochenende war auch wieder musikalisch, wie könnte es anders sein. Am Pfingstsonntag bekam ich nach dem Schlussstück (ein Voluntary von Kate Loder) reichlich Applaus und auch wenn das nicht unbedingt zu einem Gottesdienst dazugehört, hat es mich doch gefreut.

Am Pfingstmontag war Familiengottesdienst und die kleine Kirche war sehr gut besucht. Wir hatten vier Lieder im Plan und ich habe jedes Lied mit einem anderen Instrument begleitet: mit der Orgel, mit dem Stagepiano, mit dem Akkordeon und mit der Ukulele. Auch das kam gut an und hat viel Spaß gemacht.

Soweit die heutigen Wochenschnipsel – wieder einmal „nur“ mit Musik, aber mir gefällt das eigentlich ganz gut 😉

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Wochenschnipsel 2621

Die heutigen Wochenschnipsel drehen sich (mal wieder) hauptsächlich um Musik.

Am Himmelfahrtstag durfte ich einen Freiluftgottesdienst mit E-Piano (ein altes leicht schrappeliges Roland) und mit meinem Akkordeon begleiten und das hat viel Spaß gemacht.

Am Freitag brach ich dann zu einer Mini-Reise auf, ganz allein, ohne weitere Menschen oder Hunde. Mein erstes Etappenziel war Bad Kissingen, wo die internationalen Blockflötenfesttage stattfanden. Ich wollte „nur“ zur Instrumentenausstellung und nicht am Festival oder an Workshops teilnehmen (wobei manche Konzerte wirklich spannend gewesen wären). Das „nur“ muss ich in Anführungszeichen schreiben, denn die Ausstellung ist für das Sparschwein sehr gefährlich. Ich hatte mir im Vorfeld genau überlegt, was ich, wenn überhaupt, kaufen wollen würde und kann stolz berichten, dass ich mich auch an meinen Plan gehalten habe und „nur“ mit zwei neuen Instrumenten nach Hause fuhr.

Ich besitze mehrere Tenorblockflöten. Meine erste war das günstige Kunststoff-Modell von Thomann, gekauft, um zu gucken, ob ich mit der Größe überhaupt klarkomme. Meine zweite ist ein Knick-Kopf-Modell von Mollenhauer aus Birnbaum, die ich von meiner Familie geschenkt bekam. Diese Flöte nutze ich vor allem als Solo-Instrument, da sie mit deutscher Griffweise bei manchen Tönen schwer zu intonieren ist, aber ich mag den Klang sehr und würde sie nicht hergeben wollen, auch wenn die deutsche Griffweise unter Profis keinen guten Ruf hat. Dann kam noch eine Aulos Robin aus Kunststoff hinzu, die im Gegensatz zur Thomann keine Klappen hat und vom Lochabstand auch recht bequem zu greifen ist. Und dann letztes Jahr ein Sigo Tenor – eine Tenorblockflöte in besonderer Bauweise, die sich wie eine Altflöte greift.

Also, eigentlich ausreichend Tenöre? Nun ja. Eine Tenorblockflöte aus Holz mit barocker Griffweise war noch auf der Wunschliste. Vor gut drei Jahren kam eine Sopranino aus Olivenholz in meine Sammlung, vom Blockflötenbauer Hammann/Kobliczek und das ist ein so tolles Instrument, dass ich die Gelegenheit in Bad Kissingen nutzte, um mir die Tenöre aus der „Studium“-Modellreihe von Hammann anzuschauen. Ich wurde hervorragend beraten und schwankte dann sehr zwischen einer Flöte aus Pflaumenholz und einer aus Olivenholz. Entschied mich dann für die Olive und bin jetzt dabei, sie langsam einzuspielen. Witzigerweise wurde sie, wie die Markierung am Kopfstück zeigt, vom selben Blockflötenbauer (aus dem Hammann-Team) gebaut wie die Sopranino. Sobald sie fertig eingespielt ist, stelle ich sie in einem Video vor.

Das zweite Instrument, das mich fand, ist ein Gemshorn in Tenor-Lage. Das ist ein Instrument, das ich eigentlich nicht „brauche“, aber das ich, ebenso wie meine Teleskopflöten oder die Sopilka, einfach interessant finde und für das ich sicher Verwendungsmöglichkeiten finde.

Gemshörner sind gedeckte Flöten und mit Gefäßflöten wie Okarinas verwandt. Sie werden aus Tierhorn (Rind oder andere Hornträger) hergestellt. Im Fediverse schrieb ich dazu

Ja, ich bin mir dessen bewusst, dass das Tier, dem das Horn einmal gehörte, noch leben könnte, wenn es nicht geschlachtet worden wäre; wäre es wegen des Horns geschlachtet worden, würde ich damit keine Musik machen wollen. Die Hörner sind (leider) Abfall und in der Musik steckt neues Leben.

Der Klang ist weich und eine Mischung aus einer tiefen Blockflöte und einer Okarina. Auch mit diesem Instrument werde ich ein Video machen, wenn auch nicht mehr heute, denn heute Nachmittag steht eine längere Übe-Session an der Orgel auf dem Plan.

Nach meinem erfolgreichen Besuch in Bad Kissingen fuhr ich weiter zu meinem nächsten Etappenziel, einem Dorf am Fuß des Schwanbergs. Dort verbrachte ich die Nacht in einem netten Hotel und am nächsten Morgen besuchte ich einen wichtigen Baum und machte eine kleine Wanderung auf dem Berg. Mittags konnte ich am Stundengebet der Schwestern des dortigen Klosters teilnehmen, was sehr schön war und danach ging es nach Nürnberg, meinem letzten Ziel der Mini-Reise, zu meiner ältesten Schulfreundin.

Und am Sonntagabend war ich dann wieder zuhause.

Musikalisch ging es auch am Montag weiter, denn es waren neue Noten in der Post und ich arbeite außerdem an Ideen für eine Beteiligung an einem Porträtkonzert für eine zeitgenössische Komponistin. Mehr kann/darf ich dazu aber im Moment noch nicht sagen.

Gestern war Schreibtischtag und abends Chorprobe, und nächste Woche gibt es neue Wochenschnipsel.

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