Tag Archives: Kirchenmusik

Wochenschnipsel 2622

Es ist bereits Nachmittag, spät für meine Wochenschnipsel, die ich ja sonst immer schon am Mittwochvormittag schreibe. Aber ich verbrachte den Morgen und den Vormittag bei „meinen“ Orgeln. Die jährliche Wartung und Stimmung stand an. Und da „Frau Bernhard“ einen Riss im Balg hatte, der so groß war, dass er geflickt werden musste, verbrachten wir mehr Zeit an dieser Orgel als ursprünglich geplant. Und dann war ja auch noch die „Kellerin“ dran, aber da es dort nur ein Manual gibt und keine Mixtur, ging das dann vergleichsweise schnell.

Meine neue Tenorblockflöte macht sehr viel Freude. Ich bin ja noch in der Einspielphase, aber sie reagiert sehr gut und ich bin ausgesprochen zufrieden. Über mein neues Gemshorn habe ich ein Video gemacht – der Link dazu ist im entsprechenden Blogbeitrag mit den Untertiteln.

Und dann kam letzte Woche auch noch, ein wenig unerwartet, meine im Dezember bestellte Bassblockflöte aus der Sigo-Reihe von Kunath an und mit diesem Instrument muss ich natürlich auch ein Video machen, aber das schaffe ich frühestens nächste Woche.

Ich war zu einem Kurzbesuch in Frankfurt im Archiv Frau & Musik und werde in nächster Zeit öfter mal dort sein, zu verschiedenen Konzerten, Meetings und Workshops.

Das Pfingstwochenende war auch wieder musikalisch, wie könnte es anders sein. Am Pfingstsonntag bekam ich nach dem Schlussstück (ein Voluntary von Kate Loder) reichlich Applaus und auch wenn das nicht unbedingt zu einem Gottesdienst dazugehört, hat es mich doch gefreut.

Am Pfingstmontag war Familiengottesdienst und die kleine Kirche war sehr gut besucht. Wir hatten vier Lieder im Plan und ich habe jedes Lied mit einem anderen Instrument begleitet: mit der Orgel, mit dem Stagepiano, mit dem Akkordeon und mit der Ukulele. Auch das kam gut an und hat viel Spaß gemacht.

Soweit die heutigen Wochenschnipsel – wieder einmal „nur“ mit Musik, aber mir gefällt das eigentlich ganz gut 😉

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Wochenschnipsel 2621

Die heutigen Wochenschnipsel drehen sich (mal wieder) hauptsächlich um Musik.

Am Himmelfahrtstag durfte ich einen Freiluftgottesdienst mit E-Piano (ein altes leicht schrappeliges Roland) und mit meinem Akkordeon begleiten und das hat viel Spaß gemacht.

Am Freitag brach ich dann zu einer Mini-Reise auf, ganz allein, ohne weitere Menschen oder Hunde. Mein erstes Etappenziel war Bad Kissingen, wo die internationalen Blockflötenfesttage stattfanden. Ich wollte „nur“ zur Instrumentenausstellung und nicht am Festival oder an Workshops teilnehmen (wobei manche Konzerte wirklich spannend gewesen wären). Das „nur“ muss ich in Anführungszeichen schreiben, denn die Ausstellung ist für das Sparschwein sehr gefährlich. Ich hatte mir im Vorfeld genau überlegt, was ich, wenn überhaupt, kaufen wollen würde und kann stolz berichten, dass ich mich auch an meinen Plan gehalten habe und „nur“ mit zwei neuen Instrumenten nach Hause fuhr.

Ich besitze mehrere Tenorblockflöten. Meine erste war das günstige Kunststoff-Modell von Thomann, gekauft, um zu gucken, ob ich mit der Größe überhaupt klarkomme. Meine zweite ist ein Knick-Kopf-Modell von Mollenhauer aus Birnbaum, die ich von meiner Familie geschenkt bekam. Diese Flöte nutze ich vor allem als Solo-Instrument, da sie mit deutscher Griffweise bei manchen Tönen schwer zu intonieren ist, aber ich mag den Klang sehr und würde sie nicht hergeben wollen, auch wenn die deutsche Griffweise unter Profis keinen guten Ruf hat. Dann kam noch eine Aulos Robin aus Kunststoff hinzu, die im Gegensatz zur Thomann keine Klappen hat und vom Lochabstand auch recht bequem zu greifen ist. Und dann letztes Jahr ein Sigo Tenor – eine Tenorblockflöte in besonderer Bauweise, die sich wie eine Altflöte greift.

Also, eigentlich ausreichend Tenöre? Nun ja. Eine Tenorblockflöte aus Holz mit barocker Griffweise war noch auf der Wunschliste. Vor gut drei Jahren kam eine Sopranino aus Olivenholz in meine Sammlung, vom Blockflötenbauer Hammann/Kobliczek und das ist ein so tolles Instrument, dass ich die Gelegenheit in Bad Kissingen nutzte, um mir die Tenöre aus der „Studium“-Modellreihe von Hammann anzuschauen. Ich wurde hervorragend beraten und schwankte dann sehr zwischen einer Flöte aus Pflaumenholz und einer aus Olivenholz. Entschied mich dann für die Olive und bin jetzt dabei, sie langsam einzuspielen. Witzigerweise wurde sie, wie die Markierung am Kopfstück zeigt, vom selben Blockflötenbauer (aus dem Hammann-Team) gebaut wie die Sopranino. Sobald sie fertig eingespielt ist, stelle ich sie in einem Video vor.

Das zweite Instrument, das mich fand, ist ein Gemshorn in Tenor-Lage. Das ist ein Instrument, das ich eigentlich nicht „brauche“, aber das ich, ebenso wie meine Teleskopflöten oder die Sopilka, einfach interessant finde und für das ich sicher Verwendungsmöglichkeiten finde.

Gemshörner sind gedeckte Flöten und mit Gefäßflöten wie Okarinas verwandt. Sie werden aus Tierhorn (Rind oder andere Hornträger) hergestellt. Im Fediverse schrieb ich dazu

Ja, ich bin mir dessen bewusst, dass das Tier, dem das Horn einmal gehörte, noch leben könnte, wenn es nicht geschlachtet worden wäre; wäre es wegen des Horns geschlachtet worden, würde ich damit keine Musik machen wollen. Die Hörner sind (leider) Abfall und in der Musik steckt neues Leben.

Der Klang ist weich und eine Mischung aus einer tiefen Blockflöte und einer Okarina. Auch mit diesem Instrument werde ich ein Video machen, wenn auch nicht mehr heute, denn heute Nachmittag steht eine längere Übe-Session an der Orgel auf dem Plan.

Nach meinem erfolgreichen Besuch in Bad Kissingen fuhr ich weiter zu meinem nächsten Etappenziel, einem Dorf am Fuß des Schwanbergs. Dort verbrachte ich die Nacht in einem netten Hotel und am nächsten Morgen besuchte ich einen wichtigen Baum und machte eine kleine Wanderung auf dem Berg. Mittags konnte ich am Stundengebet der Schwestern des dortigen Klosters teilnehmen, was sehr schön war und danach ging es nach Nürnberg, meinem letzten Ziel der Mini-Reise, zu meiner ältesten Schulfreundin.

Und am Sonntagabend war ich dann wieder zuhause.

Musikalisch ging es auch am Montag weiter, denn es waren neue Noten in der Post und ich arbeite außerdem an Ideen für eine Beteiligung an einem Porträtkonzert für eine zeitgenössische Komponistin. Mehr kann/darf ich dazu aber im Moment noch nicht sagen.

Gestern war Schreibtischtag und abends Chorprobe, und nächste Woche gibt es neue Wochenschnipsel.

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Wochenschnipsel 2617

Schon wieder Mittwoch, und die vorletzten Wochenschnipsel im April. Witzigerweise habe ich mich auch heute für die Kaffeetasse mit der Aufschrift „Für Kaffee und Hunde ist immer Zeit“ entschieden, von der ich letzte Woche schrieb. Das war allerdings Zufall und nicht geplant, dass ich gerade diese Tasse aus dem Schrank nahm. Ich hätte ja auch meine „Königinnen haben im April Geburtstag“-Tasse wählen können, oder die „Keep calm and carry on“ oder… Tassen oder vielmehr Becher haben wir in großer Vielfalt im Schrank. Auf dem Koffer meiner Sopranukulele klebt dennoch der tolle Aufkleber von der „Nicht-alle-Tassen-Antifa“ 🙂

Was gibt es zu berichten? Am Montag habe ich über eine musikalische Märchengeschichte oder eine märchenhafte Musikgeschichte von Susanne Bonn gebloggt und verbringe im Moment viel Zeit damit, einen Online-Kurs zu konzipieren und hoffentlich in den nächsten Wochen soweit fertig zu bekommen, dass ich mir ein paar Testpersonen suchen kann, die ihn einmal ausprobieren. Und an verschiedenen Zines arbeite ich auch weiterhin.

Es gab einige Sitzungen „bei Kirchens“, Personalversammlung der neuen Gesamtkirchengemeinde und ein Austauschtreffen mit der Mitarbeitendenvertretung des Dekanats; bis sich das alles zurechtrüttelt in den neuen Strukturen, wird wohl noch ein wenig Zeit vergehen. Einige machen sich Sorgen, dass Arbeitsstunden reduziert werden könnten, weil weniger Gottesdienste an weniger Orten stattfinden, aber ich mache mir diesbezüglich keine Gedanken, denn ich bekomme alle Naslang Vertretungsanfragen und kann mich über mangelnde Orgelarbeit wirklich nicht beklagen. Wir werden sehen, wie es sich entwickelt.

Nachdem der kleine alte Hund am Montag viel schlafen musste, weil wir morgens zur Fellpflege waren, was er nicht so gern mag und wogegen er mit allem, was er hat, ankämpfen muss und davon müde wird, beschloss er gestern, mal wieder am Morgenspaziergang teilzunehmen. Und am Nachmittagsspaziergang ebenfalls. Dafür wollte er heute wieder nicht mit. Also alles wie immer, irgendwie.

Soweit für heute. Danke fürs Lesen!

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Wochenschnipsel 2616

Neben mir auf dem Schreibtisch steht eine große Tasse, auf der steht „Für Kaffee und Hunde ist immer Zeit“. Die hatte ich letztes Jahr (?) von den Nachbarn zum Geburtstag bekommen und es passt wunderbar eine grooooße Menge Milchkaffee hinein (und der Tasse ist es auch egal, ob Hafermilch Milch genannt werden soll/darf oder nicht. Ich nenne meine Hafermilch jedenfalls Milch.)

Gestern war ich mit dem kleinen alten Hund beim Tierarzt, die Krallen an den Hinterpfoten schneiden lassen und ein paar Dinge abklären. Als der Tierarzt sagte, der kleine alte Hund sei ja nun doch ein Opa, guckte selbiger ganz empört. Wenn er will, kann er ganz schön agil sein. Aber wenn er nicht will, dann ist er nicht nur ein Opa, sondern ein Uropa. Aber außer altersbedingten Wehwehchen ist er fit, sagt der Doc.

Am Sonntag hatte ich orgelfrei und habe die Gelegenheit genutzt, am Nachmittag an einem Workshop zur Vorbereitung eines „afrikanischen“ Gottesdienstes teilzunehmen, und natürlich auch am Gottesdienst selbst. In der Dorfkirche, in der das Ganze stattfand, habe ich schon mehrmals Orgel gespielt und anfangs war die Küsterin skeptisch, „ob denn überhaupt jemand kommt“, doch ihre Sorgen waren unbegründet. Beim Workshop waren wir zehn Personen und zum Gottesdienst war die Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt. Es hat sehr viel Spaß gemacht. Wir sangen viele Lieder vor allem aus Südafrika, angeleitet von einer Südafrikanerin und ihrem Mann, der aus Deutschland kommt und lange in Südafrika lebte; und wurden unterstützt von einer Madegassin, die uns viel über ihr Heimatland erzählte und mit der ich im Gottesdienst ein improvisiertes Duett sang. Wusstet ihr, dass im sogenannten „Stammteil“ des evangelischen Gesangbuchs (EG) nur ein Lied aus Afrika enthalten ist? Es ist ein Osterlied aus Tansania, die Nummer 116. Wir sangen es am Sonntag viersprachig: deutsch, englisch, französisch und suaheli. „Mfurahini, halleluya!“

Gestern fragte Anni Bürkl im Fediverse, wer denn überhaupt noch lesen würde. Es gab einige Antworten, hauptsächlich von Menschen, die sehr viel lesen. Ich habe täglich auch mindestens ein Buch in der Hand, Sachbücher ebenso wie Romane, Krimis oder Geschichtensammlungen. Und diese Woche habe ich über eines auch schon geschrieben. Frisch zu Ende gelesen habe ich „Blaumeise Sturzflug“ von Susanne Bonn und dazu wird es bei Gelegenheit einen eigenen Blogbeitrag geben. Außerdem liegt angelesen „Empire of AI“ von Karen Hao auf dem Fensterbrett, und ein Buch über Leadership und verschiedene Bücher zu Datenschutz (ich mache ja nicht nur Musik) und ich selbst bastle gerade an einem Zine mit kleinen Gedichten und selbst gezeichneten Bildchen herum. Wenn ich mich mutig genug fühle, veröffentliche ich es vielleicht sogar.

Danke fürs Lesen und bis bald!

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Filed under Bücher, Leben mit Hund, Musik, Sammelsurium

Wochenschnipsel 2615

Dreimal hab ich den heutigen Beitrag angefangen und dreimal hat mir der Text nicht gefallen, aber dann dachte ich mir, komm, das muss jetzt nicht perfekt sein und deine Leser*innen dürfen ruhig merken, dass hier ein Mensch am Werk war und keine genAI – je mehr ich darüber lese und auch sehe, was andere mit diesen Tools anstellen, desto größer wird mein Störgefühl. Und das nicht nur, weil ich fest davon überzeugt bin, dass es gerade im Kreativbereich keine wirklichen Abkürzungen gibt, und dass schon der Weg so wertvoll ist, dass es sich lohnt, egal, was am Ende das Ergebnis ist. Oder dass es vielleicht gar kein Ergebnis gibt. Dieses Ausprobieren, Suchen, Entdecken, Verwerfen, das Üben und Zweifeln, und das wunderbare Gefühl, wieder ein Stück weitergekommen zu sein, all das möchte ich nicht missen und macht mich zu der Person, die ich bin.

Apropos ausprobieren, ich weiß nicht, ob Ihr Zines kennt. Das sind Minibücher oder Minimagazine, und wenn sie aus einem A4-Blatt gefaltet werden, gibt es sechs Seiten plus Vorder- und Rückseite und Ihr müsst keine Origami-Gurus sein, um sie zu basteln. Petra hat eine tolle (englischsprachige) Anleitung auf ihrer Seite (klick hier) und ihr könnt für kleines Geld (oder auch für einen größeren Betrag, ganz wie ihr wollt und könnt) ein wirklich schönes von ihr gestaltetes Zine bei Ko-Fi bekommen. Auf meinem Schreibtisch liegen gerade zwei frisch gefaltetete noch leere Zines und im Laufe der nächsten Wochen (oder Monate, je nachdem, wie ich ausgelastet bin) werde ich die ein oder andere Idee dazu umsetzen.

Ein langes Wochenende mit viel Kirchenmusik liegt hinter mir. Diesmal kamen zwar „nur“ Orgel, Stagepiano und Bassblockflöte zum Einsatz und das Akkordeon und die Ukulele blieben zuhause, aber gerade die Bassblockflöte machte sich ganz hervorragend und ich bekam dazu viele positive Kommentare. Am Ostermontag habe ich zum ersten Mal in der größten Kirche unserer neuen Großgemeinde gespielt. Der hauptamtliche Kollege, der mich dafür kurzfristig angefragt hatte, hatte mir gesagt, ich würde an der Orgel viel Spaß haben und er hatte nicht zu viel versprochen. Ich hatte in der Tat viel Spaß und nach dem Gottesdienst kamen zwei Menschen, die wissen wollten, was ich denn da als Nachspiel gespielt hätte, ob das Bach gewesen sei und das sei ja so toll gewesen. Es war nicht Bach, sondern Auguste Larriu (1840-1925); und als Vorspiel gab es, wie das bei mir so üblich ist, ein Stück einer Komponistin, den „Easter Triumph“ von Emma Louise Ashford. Mal sehen, ob ich irgendwann mal wieder Gelegenheit bekomme, dort zu spielen.

Das Akkordeon ist ja das Instrument des Jahres 2026 und morgen kommt mein neuer Akkordeonschüler zu seiner ersten Stunde. Darauf freue ich mich und er sich hoffentlich auch.

So, jetzt muss ich noch ein paar weitere Blätter falten und gestalten!

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Filed under Musik, Sammelsurium

Wochenschnipsel 2614

Gleich vorweg: trotz des Datums mache ich in den heutigen Wochenschnipseln keine schlechten Scherze. Ihr könnt also ganz beruhigt lesen. Oder enttäuscht wegklicken 😉

Was gibt es Neues? Wer nicht nur mittwochs hier auf die Seite guckt, hat sicher gesehen, dass ich am Donnerstag ein neues Lied veröffentlicht habe und am Montag ein Kochbuch vorgestellt. Wer nur mittwochs hier auf die Seite guckt, kann gerne nachlesen. 🙂

Auch wenn der April laut Kalender erst heute beginnt, sogenanntes Aprilwetter hatten wir bereits in den letzten Märztagen. Inklusive Gewitter, Graupelschauer und allem, was sonst so dazugehört. Gerade scheint die Sonne und wenn ich aus dem Bürofenster gucke, sehe ich die Rotschwänze herumtoben. Aus der Entfernung kann ich leider nicht sehen, ob es Haus- oder Gartenrotschwänze sind. Wir hatten schon beide Arten hier zu Gast und einmal haben Hausrotschwänze sogar am Haus gebrütet. „Unsere“ Falken sind auch zurück und haben den Nistkasten bezogen und die Spatzen waren nie weg.

Musikalisch steht die Zeit ganz im Licht (und Schatten) der Karwoche und der kommenden Osterzeit. Es gibt viele Orgeldienste, mal hier, mal dort, und ich habe wie immer auch Stücke von Komponistinnen ausgesucht, um sie sicht- oder vielmehr hörbar zu machen. Am Palmsonntag (der Sonntag vor Ostern) wird in unserer Gegend traditionell Jubelkonfirmation gefeiert, d.h. es gibt einen besonderen Gottesdienst für Menschen, die vor 50, 60, 65 Jahren (und manchmal noch länger her) ihre Konfirmation hatten. Ich habe als Schlussstück ein „Postlude“ von Emma Louise Ashford gespielt und bekam dafür sogar Applaus.

Apropos Musik, ich werde regelmäßig gefragt, warum ich als Musikerin denn nicht bei Instagram sei, dort seien doch „alle“ und wie ich das denn machen würde mit der Sichtbarkeit. Ich befinde mich in der komfortablen Situation, dass die Musik nicht mein einziges Standbein ist und dass ich darüber hinaus musikalisch nicht nur eine Sache mache, sondern viele. Also Kirchenmusik, Chorleitung, Stimmbildung, Unterricht, um nur einiges zu nennen. Und da läuft vieles hier in der Region über persönliche Kontakte. Und tatsächlich habe ich auch schon übers Fediverse Konzertanfragen bekommen oder lernte Kollegys kennen, mit denen ich dann zusammenarbeiten durfte oder über die ich hinwiederum weitere tolle Leute und Projekte fand. Für mich „geht“ es also problemlos ohne Insta oder auch FB, wo ich noch nie war und auch nicht sein möchte. Auch als Privatperson nicht.
Ob Insta für die Sichtbarkeit wirklich ein Gamechanger ist und wie mit Haltungen von Veranstaltern umzugehen ist, die sagen, dass sie Künstler*innen auch anhand der Zahl ihrer Insta-Follows auswählen, darauf habe ich keine Antwort, weil das einfach nicht meine Welt ist. Ich möchte aber eigentlich auch nicht, dass das „die Welt“ für meine Kollegys sein soll. Wenn ich mir anschaue, wie zeitaufwändig es ist, ständig die Algorithmen zu füttern, um ja nicht hinten runter zu fallen, würde ich die dafür nötige Energie lieber ins Üben stecken, oder ins Nachdenken über Liedtexte, oder ins „Dummzeuch-babbeln“ im Fediverse. Denn ich weiß für mich, dass ich da sichtbar bin und dass da Menschen sind, die sich für mich und meine Musik interessieren.
Mehr brauche ich nicht und weiß, wie priviligiert ich bin, dass ich mir diese Haltung leisten kann. Ich schreibe das nicht, um Menschen zu ärgern, die in einer anderen Situation sind. Auch bei mir herrscht nicht immer eitel Sonnenschein. So erfolgreich ich im Moment als Musikerin bin, so sehr habe ich in einem anderen Arbeitsfeld zu kämpfen, weil meine Angebote derzeit nicht gebucht werden. Irgendwas ist also immer. Aber bevor ihr fragt: nein, mit meinem anderen Arbeitsfeld zu Insta zu gehen ist keine Option.

Vielleicht sortiere ich diese Gedanken irgendwann noch einmal zu einem eigenen Blogpost.

Vielen Dank fürs Lesen!

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Filed under Landleben, Musik

Wochenschnipsel 2608

Heute früh dachte ich, prima, wenig auf dem Schreibtisch und auf der To-Do-Liste, da kann ich ja gleich morgens bloggen.

Und schwupps, war es Nachmittag.

Seit ich nicht mehr im Fanfarenzug aktiv bin, und seit mein Freund, der DJ, nicht mehr am Faschingsumzug in seinem Ort teilnimmt (zu dem wir stets den LKW gestellt haben), geht Fasching/Karneval weitgehend unbemerkt an mir vorüber. Ich freue mich für und über alle, die gerne feiern. Ich war gestern nur zum Heringsessen beim Gesangverein. Und habe gelernt, dass es anderswo die Heringe erst an heutigen Aschermittwoch gibt.

Mein Wochenende war musikalischer als ursprünglich geplant. Denn am Freitagmorgen kam ein Hilferuf aus dem Gemeindebüro – ein Kollege sei krank und es seien somit zwei Gottesdienste ohne Kirchenmusiker*in, ob ich Zeit hätte. Da ich nichts im Kalender hatte, habe ich zugesagt. Der erste Gottesdienst war in einer Kapelle, in der ich noch nicht gewesen war. Dort steht ein Flügel in erfreulich gutem Zustand. Dass ich dort ein Klavier und keine Orgel vorfinden würde, wusste ich vorher, und habe als Eingangs- und als Ausgangsstück auch entsprechende Werke ausgesucht. Dass es so ein hübscher Flügel sein würde, war eine schöne Überraschung und noch schöner war, dass hinterher einige sagten, wie gut es ihnen gefallen hätte. Auch nach dem zweiten Gottesdienst wurde ich gefragt, ob ich bald einmal wiederkommen würde, es sei musikalische so toll gewesen. Die einmanualige Orgel dort klappert zwar mechanisch arg, vor allem im Pedal, hat aber einen schönen Klang und ich spiele ja gern auf kleinen und/oder alten Instrumenten und stelle mich auf ihre Besonderheiten ein.

Zeit zum stricken war auch, und natürlich wie immer viel Zeit für die Hunde. Der wilde Hund genießt die Spaziergänge mit mir alleine sehr, wenn der kleine alte Hund mal wieder beschlossen hat, eine kleine Runde durch den Garten sei mehr als genug.

Da ich im Moment keine großen Projekte in der Beratung habe und die nächsten Konzerte auch noch ein Weilchen hin sind, habe ich ein wenig Luft und nutze die Zeit, mal wieder Noten zu sortieren und aufzuräumen. Und finde dabei Werke, an die ich ewig nicht gedacht habe. Im Fedi wurde ich nach einer guten Idee für die Sortierung gefragt. Leider habe ich keine. Ich habe ein ungefähres System, in dem ich mich auskenne, aber es gibt sicher auch andere Möglichkeiten und vielleicht sogar bessere. Wenn ich mich zu meinem Klavier umdrehe, wartet da noch ein großer Stapel an Klaviernoten, die aufgeräumt werden wollen. Und wenn ich damit durch bin, gibt es noch die Schuber mit Blockflöten-Noten, und die fürs Akkordeon, und für die Ukulele kommt irgendwie auch immer mehr dazu, und ich höre jetzt lieber mit der Aufzählung auf, sonst erschrecke ich noch vor der Größe des Ganzen.

Die Sonne scheint, der Hund döst neben mir, der Tintentank im Füller ist voll, also beste Voraussetzungen, mit der nächsten Aufgabe weiterzumachen.

Danke fürs Lesen und bis zum nächsten Mal!

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Filed under Leben mit Hund, Musik

Wochenschnipsel 2532

Letzte Woche schrieb ich, dass ein Besuch im Fahrradladen geplant war und so enthalten die heutige Wochenschnipsel nicht nur ein wenig Musik, sondern vor allem Fahrrad-Geschichten.

Aber der Reihe nach.

Vor ein paar Wochen erzählte ich von der „Akkordeon-Koffer-in-Lastenrad“-Anprobe und irgendwann fiel die Entscheidung: ein Lastenrad soll den Fuhrpark erweitern. Und zwar ein Muli. Mit klappbarem Korb und Elektroantrieb. Denn wenn ich schon mein Akkordeon per Rad durch die Gegend kutschiere, dann will ich bei unseren Hügeln auch ein bisserl Luxus haben und mir Motorunterstützung gönnen.

Leider gibt es im gesamten Landkreis keinen Händler, der die Mulis anbietet. Aber in 45km Entfernung fand sich ein Laden und letzte Woche Donnerstag hatte ich dann einen Beratungstermin gebucht. Ich wusste ja, was ich wollte, und schrieb das ins Buchungsformular. Diese Info hatte der Fahrradmensch zwar nicht bekommen, aber ein passendes Rad stand bereit und nach einer kurzen Probefahrt war klar, dass es passt.

Ich hatte mich auf einige Wochen Wartezeit eingestellt, aber dann ging es doch ganz schnell. Wenn wir einen Überweisungsbeleg mitbrächten, könnten wir es am nächsten Tag abholen. Es ginge noch einmal durch die Werkstatt und stünde dann gleich bereit. Fand ich gut. Haben wir auch so gemacht.

Kurz hatte ich überlegt, ob ich mich gleich ins Abenteuer stürze und die 45km mit dem Rad nach Hause fahre, aber da die Wettervorhersage von starken Regenfällen und Gewittern sprach, hab ich mich doch nicht getraut. Auf einem noch ungewohnten Rad auf fremder Strecke wäre das bei Regen wohl keine Freude gewesen. Also wurde das Rad anderweitig transportiert. Und natürlich regnete es nur 17 Tropfen oder so.

Ich hab dann gleich mal Altglas weggebracht, das wir in einer Kiste sammeln, die perfekt in den Lastenkorb passt.

Und am Sonntag war ein Freiluftgottesdienst am Fluss geplant. Ich wollte das Akkordeon mitnehmen und eine Ukulele und eine Flöte und natürlich meine Notentasche. Eine Stunde vor Gottesdienstbeginn ein Anruf: der nächtliche Regen hat das Gelände so aufgeweicht, dass der Kirchenvorstand den Gottesdienst lieber doch in der Kirche feiern wollte. Ich wollte aber a) unbedingt mit dem neuen Rad fahren und b) mal wieder Akkordeon spielen, also verzichtete ich auf die Möglichkeit, die Orgel zu nutzen, belud mein Rad und fuhr zur Kirche.

Was soll ich sagen? Beladen fährt sich das Muli fast noch besser als leer, und ich komme sogar ohne Motor kleine Hügel hoch. Das weiß ich deshalb, weil ich mich beim ersten Anstieg auf dem Nachhauseweg erst noch wunderte, warum das alles so schwer geht und erst oben merkte, dass ich den Motor gar nicht zugeschaltet hatte!

Im Nachbardorf gibt es in Richtung Kleinstadt einen sehr langen, fiesen Hügel. Wenn ich da mit meinem Dreigang-Rad unterwegs bin, muss ich absteigen und schieben. Aber das Muli nimmt den Anstieg ohne zu Murren (wenn auch nicht mehr im „Eco“-Modus) und das macht dann schon Freude.

Ich bin gespannt, ob der nächste Freiluftgottesdienst in zwei Wochen tatsächlich draußen stattfindet. Dann will ich mal schauen, wie die Gitarre und die Ukulele in den Fahrradkorb passen.

Und bevor ich jetzt noch öfter das Wort „dann“ verwende und meine innere Perfektionistin was von „Du kannst das doch bestimmt besser“ murmelt, höre ich an dieser Stelle einfach auf, bedanke mich fürs Lesen und sage: bis bald 🙂

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Wochenschnipsel 2529

Den ganzen Vormittag war ich schon mit Blogbeiträgen beschäftigt und hätte darüber fast die Wochenschnipsel vergessen.

Nein, natürlich vergesse ich die Wochenschnipsel nicht, keine Sorge.

Wie so oft sind die Themen für heute Musik, Hunde und Handarbeiten. Wobei, übers Handarbeiten schreibe ich gar nicht so häufig – aber diesmal möchte ich berichten, dass ich endlich ein Schultertuch fertiggestrickt habe, an dem ich sehr lange gesessen hatte. Zum Pride Month habe ich es nicht ganz geschafft (es ist regenbogenfarben), aber die Welt ist ja ganzjährig bunt, insofern passt es immer. Die Wolle hatte ich von Fuchserlei.

Der kleine alte Hund hat mal wieder eine Phase, in der er nachts zwischen halb drei und halb fünf aufwacht und feststellt, dass alle schlafen. Und irgendwie scheint ihm dann langweilig zu sein, denn er fängt an zu singen. Als Mensch musste dann aufstehen und ihn zurück in sein Körbchen schicken. Das Singen hört daraufhin auf und er schläft bis zum Morgen durch.

Der wilde Hund schafft es immer häufiger, beim Spaziergang bestimmte Hunderassen und -typen nicht mehr anzupöbeln (bei Schäferhunden fällt ihm das nach wie vor sehr schwer. Collies und Retriever gehen inzwischen aber.) und, was mich wirklich freut, er kann durch den Garten rennen, ohne die Löcher im Zaun zu suchen, und kommt auf Pfiff auch zurück. Nicht immer sofort, aber wir brauchen ja auch noch Ziele für die Zukunft 🙂

Letzten Sonntag hatte ich zwei Orgelvertretungen, wobei ein Gottesdienst im Freien stattfand und ich dort E-Piano spielte. Die Ukulele und die Sigo Tenorblockflöte kamen auch zum Einsatz und dafür bekam ich viel Lob sowohl von der Prädikantin als auch von Gottesdienstbesuchern. Und manche Komplimente freuen mich, lassen mich aber auch nachdenklich zurück – wenn Menschen sagen: „Sie haben das Lied in einem sehr guten Singtempo gespielt, nicht so wie unser normaler Organist, der ist da immer so langsam“. Ich möchte, wenn ich Vertretungen übernehme, eigentlich niemanden irgendwie schlecht dastehen lassen. Vielleicht mache ich mir aber auch zu viele Gedanken.

Ich habe ein Video mit einer Dreifach-Flöte (triple flute) von TeleTunes gemacht und nenne das Instrument nun Tripfle, weil ich mich eh immer vertippe.

Und wer es verpasst hat: seit letzten Freitag gibt es nun jeden Freitag einen Beitrag über das Album „Malers Hüs“ von Schall & Stille. Geschrieben in englischer Sprache, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Benutzt bei Bedarf das Lexikon oder das Online-Tool Eurer Wahl für eine Übersetzung, oder fragt mich 🙂

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Filed under Leben mit Hund, Musik

Wochenschnipsel 2522

Gerade schrieb ich im Fedi, dass ich noch nie auf der re:publica war und mir vor Jahren (bei Twitter) mal jemand sagte, wenn ich dort nicht hinginge, wäre ich keine richtige Bloggerin.

Najanü. Ich war schon immer ein bisserl eigen und oft kein Teil der „in-crowd“ und bei Veranstaltungen, die rund um kirchliche Feiertage gehen, fehle ich eh meist, weil andere Aufgaben anstehen. Morgen werde ich bei einem Freiluft-Gottesdienst spielen und es findet dort wohl auch ein Traktortreffen statt und wahrscheinlich fahre ich dann auch mit dem Traktor hin.

Aber genug der Pläne – in den Wochenschnipseln schaue ich ja eher zurück und berichte, was bei mir so los war (oder auch nicht).

Zu meiner neuen Sigo Tenorblockflöte habe ich ein Vergleichsvideo mit anderen Kunststoff-Blockflöten gemacht und es war interessant zu sehen, wie unterschiedlich die Flöten wahrgenommen werden. Nicht alle mögen den Klang der Sigo. Wer gucken und horchen möchte, hier entlang.

Am Freitag durfte ich außer der Reihe eine Chorprobe leiten, weil mein Lieblingsdirigent Besuch aus Japan hatte und es haben nur wenige Sängerinnen und Sänger gefehlt, so dass ich eines meiner Lieblingsstücke proben konnte: das Abendlied von Rheinberger.

Am Sonntag war wieder Orgelvertretung, bei einer Konfirmation, und es kam auch eine Altblockflöte und die Gitarre zum Einsatz und das wurde hinterher sehr positiv kommentiert. Es sind manchmal die kleinen Dinge, die es ausmachen.

Meine Füllfederhalter-Sammlung ist auch wieder gewachsen. Ja, es sind nicht nur Blockflöten, von denen ich (zu) viele habe. Ein Kaweco Sport in der „Papier & Stift“-Edition ist eingezogen und damit er sich im Päckchen nicht fürchtet, hab ich noch ein paar Sailor Ink Pens dazubestellt und will nachher mal ein bisserl malen.

Noch eine gute Nachricht zum Schluss: gestern Nacht hat es endlich geregnet!

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