Wochenschnipsel 2621

Die heutigen Wochenschnipsel drehen sich (mal wieder) hauptsächlich um Musik.

Am Himmelfahrtstag durfte ich einen Freiluftgottesdienst mit E-Piano (ein altes leicht schrappeliges Roland) und mit meinem Akkordeon begleiten und das hat viel Spaß gemacht.

Am Freitag brach ich dann zu einer Mini-Reise auf, ganz allein, ohne weitere Menschen oder Hunde. Mein erstes Etappenziel war Bad Kissingen, wo die internationalen Blockflötenfesttage stattfanden. Ich wollte „nur“ zur Instrumentenausstellung und nicht am Festival oder an Workshops teilnehmen (wobei manche Konzerte wirklich spannend gewesen wären). Das „nur“ muss ich in Anführungszeichen schreiben, denn die Ausstellung ist für das Sparschwein sehr gefährlich. Ich hatte mir im Vorfeld genau überlegt, was ich, wenn überhaupt, kaufen wollen würde und kann stolz berichten, dass ich mich auch an meinen Plan gehalten habe und „nur“ mit zwei neuen Instrumenten nach Hause fuhr.

Ich besitze mehrere Tenorblockflöten. Meine erste war das günstige Kunststoff-Modell von Thomann, gekauft, um zu gucken, ob ich mit der Größe überhaupt klarkomme. Meine zweite ist ein Knick-Kopf-Modell von Mollenhauer aus Birnbaum, die ich von meiner Familie geschenkt bekam. Diese Flöte nutze ich vor allem als Solo-Instrument, da sie mit deutscher Griffweise bei manchen Tönen schwer zu intonieren ist, aber ich mag den Klang sehr und würde sie nicht hergeben wollen, auch wenn die deutsche Griffweise unter Profis keinen guten Ruf hat. Dann kam noch eine Aulos Robin aus Kunststoff hinzu, die im Gegensatz zur Thomann keine Klappen hat und vom Lochabstand auch recht bequem zu greifen ist. Und dann letztes Jahr ein Sigo Tenor – eine Tenorblockflöte in besonderer Bauweise, die sich wie eine Altflöte greift.

Also, eigentlich ausreichend Tenöre? Nun ja. Eine Tenorblockflöte aus Holz mit barocker Griffweise war noch auf der Wunschliste. Vor gut drei Jahren kam eine Sopranino aus Olivenholz in meine Sammlung, vom Blockflötenbauer Hammann/Kobliczek und das ist ein so tolles Instrument, dass ich die Gelegenheit in Bad Kissingen nutzte, um mir die Tenöre aus der „Studium“-Modellreihe von Hammann anzuschauen. Ich wurde hervorragend beraten und schwankte dann sehr zwischen einer Flöte aus Pflaumenholz und einer aus Olivenholz. Entschied mich dann für die Olive und bin jetzt dabei, sie langsam einzuspielen. Witzigerweise wurde sie, wie die Markierung am Kopfstück zeigt, vom selben Blockflötenbauer (aus dem Hammann-Team) gebaut wie die Sopranino. Sobald sie fertig eingespielt ist, stelle ich sie in einem Video vor.

Das zweite Instrument, das mich fand, ist ein Gemshorn in Tenor-Lage. Das ist ein Instrument, das ich eigentlich nicht „brauche“, aber das ich, ebenso wie meine Teleskopflöten oder die Sopilka, einfach interessant finde und für das ich sicher Verwendungsmöglichkeiten finde.

Gemshörner sind gedeckte Flöten und mit Gefäßflöten wie Okarinas verwandt. Sie werden aus Tierhorn (Rind oder andere Hornträger) hergestellt. Im Fediverse schrieb ich dazu

Ja, ich bin mir dessen bewusst, dass das Tier, dem das Horn einmal gehörte, noch leben könnte, wenn es nicht geschlachtet worden wäre; wäre es wegen des Horns geschlachtet worden, würde ich damit keine Musik machen wollen. Die Hörner sind (leider) Abfall und in der Musik steckt neues Leben.

Der Klang ist weich und eine Mischung aus einer tiefen Blockflöte und einer Okarina. Auch mit diesem Instrument werde ich ein Video machen, wenn auch nicht mehr heute, denn heute Nachmittag steht eine längere Übe-Session an der Orgel auf dem Plan.

Nach meinem erfolgreichen Besuch in Bad Kissingen fuhr ich weiter zu meinem nächsten Etappenziel, einem Dorf am Fuß des Schwanbergs. Dort verbrachte ich die Nacht in einem netten Hotel und am nächsten Morgen besuchte ich einen wichtigen Baum und machte eine kleine Wanderung auf dem Berg. Mittags konnte ich am Stundengebet der Schwestern des dortigen Klosters teilnehmen, was sehr schön war und danach ging es nach Nürnberg, meinem letzten Ziel der Mini-Reise, zu meiner ältesten Schulfreundin.

Und am Sonntagabend war ich dann wieder zuhause.

Musikalisch ging es auch am Montag weiter, denn es waren neue Noten in der Post und ich arbeite außerdem an Ideen für eine Beteiligung an einem Porträtkonzert für eine zeitgenössische Komponistin. Mehr kann/darf ich dazu aber im Moment noch nicht sagen.

Gestern war Schreibtischtag und abends Chorprobe, und nächste Woche gibt es neue Wochenschnipsel.

Leave a Comment

Filed under Musik

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert