Category Archives: Sammelsurium

alles Mögliche

Wochenschnipsel 2616

Neben mir auf dem Schreibtisch steht eine große Tasse, auf der steht „Für Kaffee und Hunde ist immer Zeit“. Die hatte ich letztes Jahr (?) von den Nachbarn zum Geburtstag bekommen und es passt wunderbar eine grooooße Menge Milchkaffee hinein (und der Tasse ist es auch egal, ob Hafermilch Milch genannt werden soll/darf oder nicht. Ich nenne meine Hafermilch jedenfalls Milch.)

Gestern war ich mit dem kleinen alten Hund beim Tierarzt, die Krallen an den Hinterpfoten schneiden lassen und ein paar Dinge abklären. Als der Tierarzt sagte, der kleine alte Hund sei ja nun doch ein Opa, guckte selbiger ganz empört. Wenn er will, kann er ganz schön agil sein. Aber wenn er nicht will, dann ist er nicht nur ein Opa, sondern ein Uropa. Aber außer altersbedingten Wehwehchen ist er fit, sagt der Doc.

Am Sonntag hatte ich orgelfrei und habe die Gelegenheit genutzt, am Nachmittag an einem Workshop zur Vorbereitung eines „afrikanischen“ Gottesdienstes teilzunehmen, und natürlich auch am Gottesdienst selbst. In der Dorfkirche, in der das Ganze stattfand, habe ich schon mehrmals Orgel gespielt und anfangs war die Küsterin skeptisch, „ob denn überhaupt jemand kommt“, doch ihre Sorgen waren unbegründet. Beim Workshop waren wir zehn Personen und zum Gottesdienst war die Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt. Es hat sehr viel Spaß gemacht. Wir sangen viele Lieder vor allem aus Südafrika, angeleitet von einer Südafrikanerin und ihrem Mann, der aus Deutschland kommt und lange in Südafrika lebte; und wurden unterstützt von einer Madegassin, die uns viel über ihr Heimatland erzählte und mit der ich im Gottesdienst ein improvisiertes Duett sang. Wusstet ihr, dass im sogenannten „Stammteil“ des evangelischen Gesangbuchs (EG) nur ein Lied aus Afrika enthalten ist? Es ist ein Osterlied aus Tansania, die Nummer 116. Wir sangen es am Sonntag viersprachig: deutsch, englisch, französisch und suaheli. „Mfurahini, halleluya!“

Gestern fragte Anni Bürkl im Fediverse, wer denn überhaupt noch lesen würde. Es gab einige Antworten, hauptsächlich von Menschen, die sehr viel lesen. Ich habe täglich auch mindestens ein Buch in der Hand, Sachbücher ebenso wie Romane, Krimis oder Geschichtensammlungen. Und diese Woche habe ich über eines auch schon geschrieben. Frisch zu Ende gelesen habe ich „Blaumeise Sturzflug“ von Susanne Bonn und dazu wird es bei Gelegenheit einen eigenen Blogbeitrag geben. Außerdem liegt angelesen „Empire of AI“ von Karen Hao auf dem Fensterbrett, und ein Buch über Leadership und verschiedene Bücher zu Datenschutz (ich mache ja nicht nur Musik) und ich selbst bastle gerade an einem Zine mit kleinen Gedichten und selbst gezeichneten Bildchen herum. Wenn ich mich mutig genug fühle, veröffentliche ich es vielleicht sogar.

Danke fürs Lesen und bis bald!

Leave a Comment

Filed under Bücher, Leben mit Hund, Musik, Sammelsurium

Wochenschnipsel 2615

Dreimal hab ich den heutigen Beitrag angefangen und dreimal hat mir der Text nicht gefallen, aber dann dachte ich mir, komm, das muss jetzt nicht perfekt sein und deine Leser*innen dürfen ruhig merken, dass hier ein Mensch am Werk war und keine genAI – je mehr ich darüber lese und auch sehe, was andere mit diesen Tools anstellen, desto größer wird mein Störgefühl. Und das nicht nur, weil ich fest davon überzeugt bin, dass es gerade im Kreativbereich keine wirklichen Abkürzungen gibt, und dass schon der Weg so wertvoll ist, dass es sich lohnt, egal, was am Ende das Ergebnis ist. Oder dass es vielleicht gar kein Ergebnis gibt. Dieses Ausprobieren, Suchen, Entdecken, Verwerfen, das Üben und Zweifeln, und das wunderbare Gefühl, wieder ein Stück weitergekommen zu sein, all das möchte ich nicht missen und macht mich zu der Person, die ich bin.

Apropos ausprobieren, ich weiß nicht, ob Ihr Zines kennt. Das sind Minibücher oder Minimagazine, und wenn sie aus einem A4-Blatt gefaltet werden, gibt es sechs Seiten plus Vorder- und Rückseite und Ihr müsst keine Origami-Gurus sein, um sie zu basteln. Petra hat eine tolle (englischsprachige) Anleitung auf ihrer Seite (klick hier) und ihr könnt für kleines Geld (oder auch für einen größeren Betrag, ganz wie ihr wollt und könnt) ein wirklich schönes von ihr gestaltetes Zine bei Ko-Fi bekommen. Auf meinem Schreibtisch liegen gerade zwei frisch gefaltetete noch leere Zines und im Laufe der nächsten Wochen (oder Monate, je nachdem, wie ich ausgelastet bin) werde ich die ein oder andere Idee dazu umsetzen.

Ein langes Wochenende mit viel Kirchenmusik liegt hinter mir. Diesmal kamen zwar „nur“ Orgel, Stagepiano und Bassblockflöte zum Einsatz und das Akkordeon und die Ukulele blieben zuhause, aber gerade die Bassblockflöte machte sich ganz hervorragend und ich bekam dazu viele positive Kommentare. Am Ostermontag habe ich zum ersten Mal in der größten Kirche unserer neuen Großgemeinde gespielt. Der hauptamtliche Kollege, der mich dafür kurzfristig angefragt hatte, hatte mir gesagt, ich würde an der Orgel viel Spaß haben und er hatte nicht zu viel versprochen. Ich hatte in der Tat viel Spaß und nach dem Gottesdienst kamen zwei Menschen, die wissen wollten, was ich denn da als Nachspiel gespielt hätte, ob das Bach gewesen sei und das sei ja so toll gewesen. Es war nicht Bach, sondern Auguste Larriu (1840-1925); und als Vorspiel gab es, wie das bei mir so üblich ist, ein Stück einer Komponistin, den „Easter Triumph“ von Emma Louise Ashford. Mal sehen, ob ich irgendwann mal wieder Gelegenheit bekomme, dort zu spielen.

Das Akkordeon ist ja das Instrument des Jahres 2026 und morgen kommt mein neuer Akkordeonschüler zu seiner ersten Stunde. Darauf freue ich mich und er sich hoffentlich auch.

So, jetzt muss ich noch ein paar weitere Blätter falten und gestalten!

Leave a Comment

Filed under Musik, Sammelsurium

Das Bürstenlied

Im Fediverse gibt es eine Menge zu entdecken. Zum Beispiel den sehr sympathischen Account der Andreas Bürsten GmbH aus Aurich. Die verkaufen, wie man sich leicht denken kann, Bürsten, Besen und jede Menge Drumherum. Unter anderem gibt es einen Handfeger mit bunten Borsten und ich wollte natürlich auch einen haben.

Als das Paket ankam (mit mehr als nur dem Handfeger, weil ich noch andere Dinge gefunden hatte, die ich brauchen kann), fragte mein Mann: „Hast du etwa schon wieder eine Ukulele bestellt?“

Denn der Karton hatte eine Größe, die eine Ukulele vermuten ließ.

Ich postete seinen Kommentar in meinem Mastodon-Account und daraus entspannen sich, wie so oft im Fediverse, einige schöne Dialoge. Natürlich auch mit der Frage, ob ich mit dem Besen nicht Musik machen wolle.

Wie sich einige, die mich kennen, nun schon denken können, ist ein Lied entstanden (ja, steht auch in der Überschrift zu diesem Beitrag) und das habe ich bei PeerTube veröffentlicht.

Hier der Text:

Menschen wünschen sich
von mir Dinge
Zum Beispiel, dass ich
über Bürsten singe

Schreib an die Borsten
eine Ode!
In Bunt sind die grad
groß in Mode.

Sing für den Feger
ne Ballade
Das nicht zu tun
wäre doch schade.

Und mit dem Besen
zu musizieren
könntest du eigentlich
auch probieren.

Zur Wunscherfüllung
will ich schreiten
lasse zum Dichten
mich verleiten

Stöber durch Verse,
Reime, Klänge,
hoffe, dass mir
ein Lied gelänge.

Bürsten und Besen
statt zum Putzen
für Poesie und
Kunst zu benutzen

Ja, das ist Freude
und auch Vergnügen
nur bleibt der Staub
in der Ecke liegen.

Manche Bürsten sind
ziemlich kratzig
werden bei Reim-
Versuchen leicht patzig.

Mitunter führt das
auch zu Verdruss
weshalb das Lied
hier nun enden muss.

(CC-BY-SA-NC No-AI)

Und eines sage ich euch: das nächste Lied wird wieder von Begebenheiten und Dingen handeln, zu denen sich leichter passende Reime finden lassen. Bürste, Würste, Borsten, Forsten, irgendwie ist das alles ganz schön schräg.

[Auf dem Hoodie, das ich trage, steht: „Sabbel nich, dat geiht!“]

Nachtrag mit Transparenzhinweis: das Lied entstand, weil ich darauf Lust hatte. Ich wurde und werde vom Besenhersteller nicht bezahlt und mache das tatsächlich allein zu meinem Vergnügen. (Und zu Eurem, wie ich an den Abrufzahlen des Videos sehe).

Leave a Comment

Filed under Musik, Sammelsurium

Wochenschnipsel 2606

Wir haben immer noch Schnee! Oder vielmehr: wir haben schon wieder Schnee.

Es hatte zwischendurch getaut und es gab nur noch auf den Wiesen und in den Gärten größere Schneereste. Und dann kam der gestrige Nachmittag. Ich war von Bekannten gebeten worden, beim Requiem für ein verstorbenes Familienmitglied Orgel zu spielen und dachte, prima, fährste mit dem Rad, denn alle anderen werden sicher mit dem Auto kommen und am Fahrradständer ist immer Platz – und dann war es doch recht kalt und vor allem windig und mein Mann sagte noch, denk dran, es ist Schneefall gemeldet. Nun ja. Ich fuhr also nicht mit dem Rad. Auf dem Hinweg zur Kirche fing es an zu schneien, schöne dicke Flocken. Ich dachte mir aber nicht viel dabei. Nach dem Gottesdienst dann alles weiß. Innerhalb von anderthalb Stunden gab es gut zehn Zentimeter Neuschnee und es schneite bis zum Abend.

Wir waren insgesamt drei Mal draußen, um den Gehweg zu räumen, haben den Nachbarn unsere Schneeschaufel ausgeliehen, kurz überlegt, ob wir den Traktor rausholen und die Autos den Hügel im Dorf hochschleppen (da gab es einige, die aufgeben mussten, weil sie die Steigung nicht bewältigen konnten) und irgendwann am Abend ließ der Schneefall dann nach.

Nun ist wieder alles weiß, aber es ist auch schon wärmer geworden. Angeblich soll es am Wochenende bis zu 8 Grad haben. Da bin ich mal gespannt.

Was war sonst noch so los? Ich arbeite gerade an neuen Konzertstücken für die Orgel (übend, nicht komponierend), ich stricke Socken, ich denke an neuen Angeboten für unser Beratungsunternehmen herum, weil ein Arbeitsfeld im Moment so gut wie gar nicht nachgefragt wird und ich gerne eine Alternative hätte. Insgesamt also nichts Besonderes.

Vielleicht habe ich ja nächste Woche mehr zu erzählen als nur vom Wetter 🙂

Leave a Comment

Filed under Sammelsurium

Wochenschnipsel 2605

In der Nacht vom Sonntag auf Montag hatte es geschneit – eine Seltenheit bei uns, und das Polarhuhn in mir hat sich sehr gefreut. Bis Dienstagmorgen schneite es weiter, und abends begann es dann zu regnen und regnet immer noch. Teile der weißen Pracht sind aber noch da.

Die Hunde schienen es ganz vergnüglich zu finden, ihre Schnauzen tief in den Schnee zu stecken. Was weniger vergnüglich war, vor allem für den kleinen alten Hund, war die Notwendigkeit, nach dem Spaziergang den Schnee aus dem Fell zu pulen. Der kleine alte Hund empfindet das Abgetrocknetwerden eh als Verletzung sämtlicher Hunderechte und versucht sich dem Handtuch durch Herumzappeln zu entziehen. Wenn ich es geschickt anstelle, kann ich genau dieses Herumzappeln nutzen, um ihn trocken zu rubbeln.

In den letzten Tagen sind zwei neue Lieder entstanden; eines davon ist bereits veröffentlicht. Am anderen arbeite ich noch. Die Rohfassung steht, aber vor einer Veröffentlichung muss ich noch ein wenig Ukulele üben. Denn die Begleitung, die ich haben möchte, geht mir noch nicht leicht genug von der Hand. Das macht aber nichts, denn ich habe ja kein Management oder eine Agentur hinter mir, die mich zur Eile treiben.

Am Wochenende war regionales Kirchenmusiktreffen im Dekanat. Vieles ändert sich gerade, weil Gemeinden zusammengefasst wurden im Zuge der großen Reformen, und vieles bleibt doch irgendwie gleich. Wenn sich genügend Interessierte finden, werde ich irgendwann im Frühjahr einen Akkordeon-Workshop anbieten. Das Akkordeon ist übrigens das Instrument des Jahres 2026. Und bei Gelegenheit schreibe ich auch mal mehr dazu, warum ich das Instrument so sehr mag.

Zum Schluss noch ein paar Gedanken zum Januar. Irgendwie ein ungeliebter Monat, nur noch übertroffen vom November. Es ist kalt, es ist dunkel, es ist… langweilig? Allenthalben lese ich vom Wunsch, der Frühling möge doch bitte ganz schnell und jetzt und gleich beginnen und sind denn bei euch auch schon die ersten Frühblüher zu sehen und warum dauert das denn so lange? Und auch wenn ich den Winter sehr mag, habe ich Verständnis für diesen Wunsch. Die Tage werden wieder länger, das Jahr hat angefangen und viele sind motiviert, dass etwas Neues anfängt. Also muss doch auch die Natur… aber die muss gar nix. Der Januar ist ein Wintermonat. Der Februar war das lange Zeit auch. Und Winter heißt Ruhe, Innehalten, Warten.
Am Montag schrieb ich im Fediverse davon, wie seltsam es sich anfühlt, dass draußen zentimeterdick Schnee liegt und im Angebotsblättchen vom Supermarkt Himbeeren beworben werden. Frisch. Aus Marokko. Und am Dienstag schrieb Maike P. das, was mir auch durch den Kopf geht.

Können wir kurz über Jahreszeitenfehlempfinden reden? Also die Tatsache, dass alle Welt gefühlt ab Neujahr, spätestens jetzt aber bitte Frühling will, obwohl der meteorologische Winter erst um den 21. Dezember begonnen hat? Woher kommt das?
(Vermutung: die „Ruhezeit“ des Winters – in der Natur, z.T. in der Landwirtschaft, im Jahresrhythmus – passt nicht zu den Aufbruchsappellen, Motivations- und Produktivitätsaufrufen zum Jahresbeginn.)

Ich kann absolut nachvollziehen, dass Menschen mit den „kurzen“ Tagen und dem grauen Himmel, den wir im Winter oft haben, Probleme haben. Ich selbst leide eher im Sommer, weil ich mit hohen Temperaturen nicht so gut klar komme. Alles verständlich. Und dennoch. Damit wir den Frühling wirklich genießen können, braucht die Natur ihre Auszeit. Je kürzer der Winter, desto schwieriger für manche Pflanzen und auch für manche Tiere. Vielleicht hilft es, sich das immer mal vor Augen zu führen.

Mein Januar war durchwachsen, was Aktivitäten angeht. In einigen Bereichen war schon viel los, in anderen eher wenig. Ich freue mich jedenfalls, wenn es mal ruhiger ist und wenn tatsächlich „nichts“ zu tun ist. Der Garten ruft noch früh genug. Und die Pollen ebenfalls.

Danke fürs Lesen!


2 Comments

Filed under Leben mit Hund, Musik, Sammelsurium

Wochenschnipsel 2604

Letzte Woche war ganz schön was los hier im Blog (und im Fediverse). Mein kleiner Rant wurde im Fedi weit mehr als 100 Mal geteilt und es gab viele Kommentare. Fast alle waren respektvoll und interessanterweise gab es nur zwei, die mir erklärt haben, dass ich falsch liege und ich habe beiden nicht geantwortet.

Im direkten Gespräch ist das mit dem Ignorieren nicht immer so einfach. Am Wochenende wurde mir beschieden, ich sei alt, weil ich nicht bei Instagram bin, denn die jungen Leute seien alle dort und deshalb sei das eine ganz wichtige Plattform. Die alten Leute seien eher bei Facebook. Da bin ich allerdings auch nicht. In einer Gruppe Menschen, in der ich die einzige bin, die keinen Meta-Dienst nutzt, falle ich doch ziemlich auf. Aber das ist okay, damit kann ich leben.

Heute habe ich einen Geburtstagsgruß an einen Menschen geschrieben, den ich damals bei Twitter kennengelernt hatte. Inzwischen schreiben wir uns nur noch ab und zu eine Mail. Aber ich habe festgestellt, dass ich Twitter inzwischen überhaupt nicht mehr vermisse. Ja, einzelne Leute schon, doch selbst wenn die Plattform noch die wäre, die sie einmal war, wäre es auch dazu gekommen, dass der Kontakt zu dem einen oder anderen Menschen abreißt.

Umso schöner sind die kleinen Begegnungen, online wie offline.

Wie wunderbar dieser menschliche Kontakt außerhalb aller Algorithmen ist, zeigt gerade das neue Album von Stephan, das weder online erhältlich ist noch gekauft werden kann. Ja, richtig gelesen. Wer wissen möchte, wie es dennoch zu den Menschen kommt, kann hier klicken. Das Album heißt passenderweise „Strategies against Algorithms“ und lohnt sich für alle, die echte, handgemachte Musik und kritische Texte ebenso wie Poesie mögen. Die anderen Alben von Stephan sind „wie gewohnt“ auch zum Download zu haben und über „Malers Hüs“ habe ich letztes Jahr eine Reihe von Beiträgen geschrieben.

Ich mache jetzt mit meiner Schreibtischarbeit weiter und bedanke mich fürs Lesen.

Leave a Comment

Filed under Musik, Sammelsurium

WochenSchnipsel 2603

Es fühlt sich immer noch komisch an, 2026 zu tippen statt 2025, aber ich werde mich sicher daran gewöhnen, wie jedes Jahr. Und nächstes Jahr Mitte Januar dann vielleicht ähnliches schreiben über 2027. Wer weiß.

Momentan verbringe ich sehr viel Zeit mit Vereinsangelegenheiten. Ich wurde ja im November in den geschäftsführenden Vorstand eines e.V. gewählt und arbeite mich allmählich in meine neue Rolle ein. So wie ich es im Augenblick sehe, wird es noch eine ganze Weile dauern, bis sich da alles zurechtgerüttelt hat. Ich muss aufpassen, dass ich nicht andere Themen vernachlässige. Stecke also mittendrin in diesem Lern- und Neu-Ausbalancier-Prozess. Das ist mal spannend und mal sehr, sehr nervig.

Ansonsten ist alles wie immer, am Sonntag wurde georgelt, es gibt die täglichen Hundespaziergänge (morgens fast immer ohne den kleinen alten Hund) und seit dieser Woche auch wieder Chorproben und Stimmbildungs-Sessions; nur bei meinen Beratungsprojekten ist noch Winterpause und es wird sich zeigen, wie sie sich dann entwickeln.

Der Schnee wurde inzwischen nahezu vollständig vom Regen weggewaschen. Der Boden ist nicht mehr gefroren, zumindest nicht in den obersten Schichten und so wird ein Gang über die Wiesenwege zur Schlammschlacht. Dafür radelt es sich wieder besser.

Hier liegt gerade die neue Ausgabe des Magazins „Neue Narrative“, das ich sehr gerne lese; eine Doppelseite beginnt mit den Worten „Wir haben euch auf unseren Socials gefragt (…)“ und ich frage mich, warum ein Magazin, das sich so sehr auf „neues“ Arbeiten und Gemeinwohl fokussiert, eigentlich nicht im Fediverse vertreten ist. Ja, ich weiß, ich sollte nicht mich fragen, sondern die Redaktion und falls ich es tue und eine Antwort bekomme, werde ich hier berichten.

Danke fürs Lesen und bis bald!

Leave a Comment

Filed under Sammelsurium

Wochenschnipsel 2601 und 2602

Die ersten Wochenschnipsel im Jahr 2026! Wer sich über den Titel wundert – ich gehe immer nach den Kalenderwochen, und da haben wir tatsächlich schon die zweite, und damit ich nicht durcheinander komme, gibt es die doppelte Zählung.

Ich hoffe, alle, die das hier lesen, sind gut ins neue Jahr gekommen. Hatte ich letzte Woche noch darüber geschrieben, wie schwierig es manchmal sein kann, mit der aktuellen Weltenlage klar zu kommen, könnte ich diese Woche einen drauf setzen und sagen, herrjemine, es wird ja nur schlimmer statt besser. Aber das würde mich nicht weiterbringen und euch auch nicht und deshalb belasse ich es dabei.

Der Jahreswechsel bei uns war ruhig, die Hunde haben die Böllerei verschlafen und in unserem Dorf war auch nicht sooo viel los.

Mein erster Sonntag brachte gleich zwei Vertretungsdienste; eine Orgel kannte ich noch nicht, an der anderen hatte ich schon mehrmals gespielt. Es hat Spaß gemacht, wieder ein neues Instrument zu entdecken und ich war einmal mehr froh, dass ich viel Erfahrung mit kleinen historischen Orgeln habe, denn auf Ergonomie wurde früher selten geachtet und als Anfängerin wäre ich mit diesem Instrument nicht ohne weiteres zurechtgekommen. Die Ukulele kam auch wieder zum Einsatz und es gab dazu nur positive Rückmeldungen.

Gestern hatte ich einen weiteren Vertretungsdienst und auch das war schön und auch da wurde ich gefragt, ob ich einmal wiederkomme.

Wie immer habe ich Werke von Komponistinnen gespielt und werde das auch am kommenden Sonntag tun.

Seit zwei Tagen haben wir Schnee und auch wenn es nicht viel ist, sieht es doch schön aus. Allerdings waren die Hunde beide unglücklich über die Salzlake auf den Straßen. Der wilde Hund lässt sich zwischendurch die Pfoten mit einem Tuch abwischen, weil er weiß, dass ihm das gut tut. Der kleine alte Hund fällt in lange geübte Verhaltensweisen zurück und schnappt, wenn der Mensch an die Pfoten fassen will. Das macht das Ganze natürlich nicht gerade leicht, aber da müssen wir jetzt durch. Ich versuche immer, Wege zu laufen, die nicht gestreut werden. Das funktioniert glücklicherweise auch einigermaßen. Und irgendwann taut es eh wieder.

Pläne für dieses Jahr habe ich übrigens keine. Außer, dass ich das weitermachen möchte, was ich bereits regelmäßig tue. Orgel spielen, Videos aufnehmen, Konzerte vorbereiten, bloggen, komponieren… das genügt für die meisten Wochen sowieso 😉

Danke fürs Lesen und auf ein gutes Jahr!

Leave a Comment

Filed under Leben mit Hund, Musik, Sammelsurium

Jahresrückblick statt Wochenschnipsel

Es ist Mittwoch, und da gibt es normalerweise meine Wochenschnipsel, aber gleichzeitig ist mit dem 31. Dezember der letzte Tag des Jahrs 2025 und so dachte ich mir, ich schaue mir einfach nochmal das Jahr an.

Wenn ich von anderen höre oder lese, wie ihr Jahr 2025 war („eher so meh“ ist noch die harmloseste Variante, bis hin zu „geh mir weg mit dem Mist!“), traue ich mich kaum zu sagen, dass bei mir eigentlich alles ganz gut ist.

Klar, die große Welt macht mir auch Kopf- und Herzweh. Ich sehe mit Sorge auf Entwicklungen, die unsere Freiheit und die Demokratie und das, was wir uns erkämpft haben an Rechten für Frauen und für queere Menschen, bedrohen und die Klimakrise scheint auch immer weiter an Fahrt aufzunehmen und da kann einer schon Angst und Bange werden. Aber ich bin nicht handlungsfähig, wenn ich mich von den großen Themen vereinnahmen und zur Starre erschrecken lasse und deshalb möchte ich mich auf das konzentrieren, das ich beeinflussen und vielleicht sogar ein Stückweit zum Guten verändern kann.

Dazu gehört, dass ich dieses Jahr noch mehr Rad gefahren bin als sonst, weil im Sommer mein Muli (Lastenrad) eingezogen ist, das mir unheimlich viel Freude macht und einige Autofahrten überflüssig machte.
Dazu gehört, dass ich im August beim allerersten CSD in Friedberg (Hessen) dabei war und dass die Veranstaltung so unheimlich schön und bunt war und zeigte, dass wir, die wir Vielfalt wollen und schätzen, eben nicht ganz alleine sind. Und ich habe mir den Termin fürs nächste Jahr schon in den Kalender geschrieben.
Dazu gehört, dass ich mich musikalisch für alle einsetze, die im „großen“ Konzertbetrieb vielleicht nicht so oft gehört werden.
Dazu gehört, dass ich viele meiner eigenen Kompositionen frei zur Verfügung stelle (zur Erbauung von Menschen, nicht zum Training von irgendwelchen Tools!!!).
Dazu gehört, dass ich noch bewusster einkaufe (vor allem regional) und dass wir immer öfter vegan kochen.
Dazu gehört, dass ich eine neue Aufgabe in einem Verein übernommen habe, die mich zeitlich und fachlich fordert, die mir aber sehr wichtig ist.

Und einiges mehr.

Musikalisch war 2025 ein sehr reiches Jahr und ich habe unheimlich viel erlebt und bin an einigen Herausforderungen ordentlich gewachsen.

Ich bin sehr dankbar für Begegnungen und neue Bekanntschaften, für die Gelegenheiten, tolle Instrumente zu spielen, für geruhsame Stunden mit Büchern oder Strickzeug, für Erlebnisse mit den Hunden, für kleine Auszeiten im Garten, für alle, die meine Videos im Fediverse anschauen/anhören und manchmal auch kommentieren, und für viel mehr als ich hier auflisten kann.

Und natürlich sage ich allen „Danke!“, die mein Blog hier lesen. Ich freue mich aufs nächste Jahr!

Leave a Comment

Filed under Sammelsurium

Wochenschnipsel 2548: Innehalten

Die letzten Wochenschnipsel im November. Das ist ein Monat, der nicht viele Freunde hat, wenn ich mich so im Bekanntenkreis umhöre oder auch im Fediverse lese. Zu dunkel, zu nass, zu grau, zu kalt, zu neblig, zu was-auch-immer. Und dann auch noch Allerheiligen und Allerseelen und der Volkstrauertag und der Totensonntag, der mancherorts Ewigkeitssonntag heißt, das wirft Fragen auf und für manche auch unangenehme Gefühle. Es gab auch Zeiten, da gab es im November einen Feiertag, der Buß- und Bettag. Vielen ist dieser Tag sehr fremd (geworden), aber auch wenn es kein Feiertag mehr ist, gibt es den Tag noch. Und auch dieser Tag kann hitzige Diskussionen über dieses und jenes auslösen. Manchmal habe ich den Eindruck, dass einige diese Diskussionen brauchen, vielleicht, um etwas gegen ihre kalten Füße zu tun.

Ich mag den November. Ich bin gerne draußen, bei jedem Wetter, und ich finde graue, neblige Tage eher beruhigend als beklemmend. Während ich diese Zeilen hier tippe, spitzt die Sonne durch die Wolken, als ob sie sagen wollte, ich bin schon noch da, macht euch keine Sorgen.

Ich mag den November auch zum Innehalten. Und mein Eindruck ist, dass das oft viel zu kurz kommt. Da wird durch die Zeit galoppiert, eben noch Halloween-Party gefeiert, dann gleich auf den Wintermarkt, mit Glühwein gegen die Dunkelheit, einkaufen nicht vergessen, denn überall gibt es ja Rabatte, und zack, schon ist der Dezember da und mit ihm kommen die Weihnachtsfeiern und der Wintermarkt heißt Weihnachtsmarkt und wird glücklicherweise nicht mehr durch stille Feiertage unterbrochen, also immer weiter und voran. Wer hier Ironie herausliest: ja, ich schreibe das mit kritischem Blick. Ich finde, dass wir die Zeit brauchen, einfach mal „nichts“ zu tun, einfach mal nur zu sein, und vielleicht auch den ein oder anderen unbequemen Gedanken zuzulassen. Damit meine ich nicht, dass diejenigen, die Depressionen haben, diese aushalten müssten! Nein, wer ernstliche Probleme hat, soll Hilfe finden und nicht unter der dunklen, schweren Decke keine Luft mehr bekommen.

Wer mich und meine Aktivitäten kennt, fragt sich vielleicht, wie ich bei all diesen Themen Zeit zum Innehalten finde. Und ich gebe zu, es ist nicht immer so einfach, wie ich es gerne hätte. Aber ich finde immer wieder ruhige Momente und genieße diese.

Gestern wurden meine Pläne kräftig durcheinander gewirbelt durch eine Entwicklung in einem meiner Arbeitsgebiete, die so nicht absehbar war und jetzt viel zusätzliche Arbeit bereitet, aber es wird sich eine Lösung finden und nachdem ich einmal drüber geschlafen und mit verschiedenen Menschen gesprochen habe, rüttelt es sich auch schon langsam wieder zurecht. Oder findet zumindest die richtige Richtung.

Und damit sage ich danke fürs Lesen und wünsche einen geruhsamen Tag!

Leave a Comment

Filed under Sammelsurium