Category Archives: Sammelsurium

alles Mögliche

Wochenschnipsel 2634

Auch heute bin ich wieder ein wenig zerknautscht, weil der kleine alte Hund morgens um halb drei meinte, mich aufwecken zu müssen. Aber für den Rest der Nacht war er ruhig und schlief dann sehr lang. Die Futtersituation, von der ich letzte Woche berichtet habe, konnten wir tatsächlich lösen: es gibt jetzt eine kleine Menge Gemüsebrühe mit in den Napf und er frisst wie gewohnt. Manchmal möchte auch der wilde Hund etwas von der Gemüsebrühe haben, denn in Hundekreisen wird sehr auf Gleichbehandlung geachtet.

Das Chor-Speed-Dating letzte Woche war ein ziemlicher Erfolg. Gleich vier Frauen haben sich für den Frauenchor entschieden und eine singt nun auch in einem der gemischten Chöre. Das ist wunderbar!

Ebenfalls wunderbar war der Besuch meines Bruders mit Familie am Wochenende. Wir saßen lange zusammen im Garten und haben gegessen und geredet und es war wirklich schön. Glücklicherweise hatte es auch ein wenig abgekühlt – und gestern hat es sogar richtig geregnet, mehrere Stunden lang! Was war ich da froh!

Gefreut habe ich mich außerdem über eine E-Mail einer Komponistin, die ihren Namen auf meiner Website entdeckt hatte und sich ihrerseits darüber freute. Wie schön, auf diese Weise in Kontakt zu kommen.

All meine Geduldsfäden und musikalische Erfahrung habe ich am Montag bei einer Trauerfeier gebraucht. Das in der Trauerhalle zur Verfügung stehende Instrument, ein älteres Viscount Sakral-Keyboard, war an sich gar nicht sooo schlecht, aber völlig verdreckt und sitzt im leeren Gehäuse einer anderen elektrischen Orgel – ohne Notenpult! Ich hatte, weil man ja nie weiß, was einen in städtischen Trauerhallen so erwartet, in weiser Vorraussicht Stücke ausgesucht, die auch ohne Pedal spielbar sind und nicht allzu lang, aber die ungewohnte Perspektive auf die Noten machte das Ganze doch anstrengender als erwartet. Es war eine sehr kleine Trauerfeier mit nur einer Handvoll Anwesenden und ich hoffe, ich konnte zu einem würdevollen Ablauf beitragen trotz der Umstände.

Gestern war ich beim Vorbereitungstreffen der Helfenden für den CSD. Schon zum zweiten Mal findet eine Demo und anschließende Party in meinem Landkreis statt und ich engagiere mich da sehr gerne. Denn auch wenn sich schon viel getan hat in den letzten Jahren, haben Menschen immer noch zu sehr darunter zu leiden, wenn sie nicht in irgendwelche Schubladen (cis-hetero o.ä.) passen. Da möchte ich einfach ein Zeichen setzen und habe auch wieder ein Plakat an unser Hoftor gehängt. Werbung im Fediverse mache ich natürlich auch, und ich habe mich sehr gefreut, dass das Orga-Team dieses Jahr auch einen Mastodon-Account angelegt hat.

Zum Schluss der heutigen Wochenschnipsel noch eine lustige Beobachtung: ich wollte einer Bekannten zeigen, welche Sanduhren ich benutze und suchte im Shop, wo ich sie gekauft hatten, nach Sanduhren. Fand auch die, die ich habe und konnte ihr den Link schicken; in der Liste der Suchergebnisse fand ich aber auch: Handpuppen. Nun ja. Die beiden Worte teilen sich zumindest die Vokale in gleicher Reihenfolge. (Fun fact am Rande: mir gefallen die Handpuppen so gut, dass ich überlege, ihnen ein Zuhause zu geben, auch wenn ich sie eigentlich gar nicht brauche und schon eine ganze Kiste mit Handpuppen habe…)

Danke fürs Lesen und bis zum nächsten Mal!

Leave a Comment

Filed under Leben mit Hund, Musik, Sammelsurium

Wochenschnipsel 2633

Die hessischen Sommerferien sind zu Ende und somit auch die chorproben-lose Zeit. Gestern hatten wir in meinem „Haupt“-Chor eine offene Chorprobe, vom Vorstand liebevoll „Chor Speed Dating“ genannt und es waren ein halbes Dutzend Interessierte gekommen, und natürlich alle anderen, die eh schon in den drei Erwachsenenchören singen. Ich hoffe, es hat den Neuen so viel Spaß gemacht wie mir. Zwei haben schon gesagt, dass sie wiederkommen wollen. Bin gespannt, für welche(n) der drei Chöre sie sich entscheiden.

Der kleine alte Hund hatte mal wieder eine sehr unruhige Nacht und musste nahezu stündlich betüddelt werden. Im Moment frisst er auch schlecht bzw. verweigert sein übliches Futter. Snacks nimmt er nach wie vor gerne. Aber ihn nur von Snacks ernähren? Wenn das nicht nur eine Phase ist, sondern länger andauert, muss ich mal mit dem Tierarzt reden, ob es mit einer einfachen Futterumstellung getan sein kann. Ich sage mir regelmäßig, dass ein Hund mit fast 17 Jahren „so“ sein darf, doch natürlich mache ich mir auch Gedanken, wie die nächste Zeit wird und wie wir alle miteinander damit zurechtkommen. So einen alten Hund hatte ich noch nie und kann nicht auf frühere Erfahrungen zurückgreifen.

Der wilde Hund war in letzter Zeit gar nicht oft wild, aber um mich daran zu erinnern, dass er’s noch kann, versuchte er gestern, einen Teenager auf einem elektrischen Roller zu jagen. Wobei ich das ein Stückweit verstanden habe, denn der kam auf einem Feldweg von hinten und machte sich nicht bemerkbar, und dass der wilde Hund dann versuchte, uns vor dem komischen Ding zu beschützen, kann ich dem Hund kaum krumm nehmen. Ausbruchsversuche aus dem Garten gab es hingegen schon seit Wochen nicht mehr. Falls sich das ändert, werde ich berichten.

Apropos berichten, eigentlich hätten die beiden Orgeldienste am Sonntag, die ich in den letzten Wochenschnipseln quasi als Vorschau kurz erwähnt hatte, ereignislos sein können. In beiden Kirchen hatte ich schon gespielt und kenne die Instrumente. Dann kam Samstagnacht noch eine Nachricht des Pfarrers, er würde gerne den Gottesdienst in der großen Kirche im Chorraum feiern und ich solle bitte auf der zweiten Orgel spielen – das Instrument kenne ich vom Sehen und habe es auch in einem Konzert schon gehört, aber noch nicht darauf gespielt. Also fuhr ich früher los als ich es sonst getan hätte, um einen Eindruck der Orgel zu bekommen. Ich kam an und stellte fest, dass der hauptamtliche Küster frei hatte und dass es eine Vertretung gab. Und dann begann der Spaß, denn der Orgelschlüssel war nicht auffindbar. „Der muss doch hier im Schrank sein.“ Nach langem Hin und Her wurde dann ein Zweitschlüssel ausfindig gemacht, aber so kurz vor Gottesdienstbeginn, dass ich die Klangproben auf das nötigste beschränken musste. Aber die Orgel machte viel Spaß und ich hätte gerne irgendwann mal richtig viel Zeit für sie, um sie besser kennen zu lernen. Der zweite Gottesdienst verlief ohne besondere Vorkommnisse, aber mit Applaus nach dem Schlussstück und einem Lob eines Gemeindemitglieds.

Die nächste Beerdigung steht auch schon im Kalender. Gut, dass ich mangels Projektarbeit im Moment zeitlich sehr flexibel bin und diese Aufträge annehmen kann. Wie stark die vermaledeite „generative KI“ meine Arbeitsfelder beeinflusst und auch die Projektanfragen, darüber will ich jetzt nicht schreiben (oder schimpfen), das mache ich bei Gelegenheit an anderer Stelle. Nur so viel sei gesagt: es ist anstrengend. Denn die Soße suppt nicht nur durch die Musik, sondern auch durch andere Bereiche, in denen ich arbeite, und manchmal frage ich mich schon, ob ich nicht einfach meine LKW-Fahrerlaubnis nehme und Laster fahren gehen sollte, denn bei allen Versuchen zum autonomen Fahren ist das ja noch etwas, wo Menschen gebraucht werden. Aber noch sind diese Motivationslöcher nicht so tief, dass ich darin sitzen bleiben müsste. Dennoch, ich mache mir so meine Gedanken.

Aber zurück zu schönen Dingen. Ich habe den „Ringeltaubenmantel“ von Maike Claußnitzer zu Ende gelesen und mir nun die mir noch fehlenden Bände mit Geschichten besorgt. Und den zweiten Band der „Gruftgeflüster“-Reihe von Diandra Linnemann habe ich auch gelesen. Die Geschichte war ganz schön gruselig! Aber toll geschrieben. Ich bin gespannt, wie mir der dritte Band gefallen wird.

Vor ein paar Tagen bekam ich im Fediverse die Empfehlung zu einem Online-Shop für Tinten- und Füller-Begeisterte mit dem schönen Namen Fountainfeder. Sehr „gefährlich“ fürs Sparschwein, denn dort gibt es tolle Sachen. Unter anderem so wunderbare Tintenfarben wie „Schietwetter“, „Nordlichter“ und „Grünkohl“ – das Set zum Ausprobieren musste ich mir direkt bestellen. Und Briefpapier. Die Zahl meiner Briefpartnerinnen hat sich über die Jahre zwar ein wenig reduziert, aber Briefpapier brauche ich immer. Wenn Du das liest und denkst, ach ja, so einen handgeschriebenen Brief hätte ich auch mal wieder gerne oder würde einen schreiben wollen, melde Dich (z.B. im Fediverse).

Soweit für heute. Die Post bringt hoffentlich ein Glas meiner hauptsächlich genutzten Tinte und anderen Schreibkram, und ich werde jetzt mal an einem Projekt weiterarbeiten, für das ich zwar noch keine Kundinnen hab, das mir aber Freude macht und das ist auch wichtig.

Leave a Comment

Filed under Bücher, Leben mit Hund, Musik, Sammelsurium

Wochenschnipsel 2926

Worüber ich nachdachte, bevor ich mich an die heutigen Wochenschnipsel setzte: der Begriff „Kunstschaffende“, der sich erstmal recht gut und vor allem gendergerecht anhört, hat eine dunkle Vergangenheit und im Grunde verbietet es sich, ihn zu nutzen. Auch den Verwandten, den Kulturschaffenden oder Musikschaffenden, haftet dieses Problem an. Lesenswert dazu: Telegraph.cc: Kunstschaffende oder Kulturschaffende
Warum ich darüber nachdachte? Weil ich an einem Text schreibe, in dem ich laut schimpfen werde über generativeAI/generativeKI/LLM-Tools, und darin verwendete ich unbedacht das Wort „Musikschaffende“. Im Entwurf steht es noch, rot markiert, und ich suche nun nach einer sprachlich angemessenen Alternative. Wenn mir nichts einfällt, wird es wohl ein Wort mit Sternchen.

Letztes Wochenende oder vielmehr letzten Sonntag hatte ich frei. Kein geplanter Orgeldienst, keine kurzfristige Vertretungsanfrage, einfach ein fauler Sonntag. Das war schön. Ich freue mich aber auch schon auf den nächsten Sonntag, wo ich mal wieder eine Vertretung spielen werde in einer Kirche, in der ich schon einige Male gespielt habe. Da wird auch das Akkordeon wieder zum Einsatz kommen.

Ich habe zwar einiges auf meiner To-Do-Liste, aber nichts davon ist zeitkritisch, und so arbeite ich mich langsam voran, ohne Stress und Hektik. Und denke nicht an die Herausforderungen, die in der Projektakquise auf mich warten.

Weil meine Tage so schön ruhig dahinplätschern, habe ich gar nicht viel zu berichten und bevor ich ins Schwafeln gerate, sage ich an dieser Stelle einfach: danke fürs Lesen und bis bald!

Leave a Comment

Filed under Sammelsurium

Wochenschnipsel 2624

Letzten Donnerstag hatten wir in Hessen Feiertag (Fronleichnam) und wir fuhren ins Nussbachtal, um den runden Geburtstag eines Freundes zu feiern. Wir verbrachten drei schöne Tage auf einem Zeltplatz ohne Mobilfunknetz und die Hunde fuhren außerdem zum ersten Mal in ihrem Leben mit dem Zug, und zwar auf der Sauschwänzlebahn. Ein wirklich lohnendes Ausflugsziel! Da es im Zug recht eng werden kann, sollten mitfahrende Hunde keine Probleme mit Menschen haben – der wilde Hund fand es großartig, dass uns zwei Teenager gegenübersaßen, die ihn immer wieder streichelten. Sie hatten vorher gefragt, ob sie das dürfen und hatten auch Verständnis dafür, dass ich gesagt habe, wilder Hund ja, kleiner alter Hund lieber nicht. Die Hunde waren beide entspannt und sind auch zur Rückfahrt wieder bereitwillig mit eingestiegen bzw. haben sich in den Waggon heben lassen. Vor dreieinhalb Jahren, als sie neu bei uns waren, wäre das wahrscheinlich noch nicht möglich gewesen.

Am Sonntag hatte ich frei und habe an meinem aktuellen Sockenpaar weitergestrickt und e-books gelesen und die Hunde haben sich von der kleinen Reise erholt und fast den ganzen Tag über geschlafen.

Am Montag habe ich an einem neuen Konzertprogramm herumgedacht und einen ersten Entwurf ausgearbeitet. Es ist mir immer wichtig, dass meine Programmideen auf möglichst vielen Orgeln funktionieren können, egal, wie groß diese sind, und ich glaube, das wird mir auch diesmal gut gelingen. Falls eins Interesse hat, mich als Organistin mal einzuladen: gerne Kontakt aufnehmen!

Gestern stand Schreibtischarbeit im Fokus. Ich habe einen Team-Workshop zum Thema Zusammenarbeit und Kommunikation vorbereitet und freue mich sehr darauf, nächste Woche meinen Moderationskoffer zu packen und den Workshop durchzuführen. Auch da: wenn Bedarf an solchen Workshops (Präsenz oder auch online) besteht, einfach melden.

Und heute ist schon wieder Mittwoch, also Zeit für die Wochenschnipsel und außerdem wartet ein Beitrag für eine meiner anderen Seiten darauf, fertig geschrieben und veröffentlicht zu werden.

Wie immer also keine Langeweile. Wir lesen uns nächste Woche wieder 🙂

Leave a Comment

Filed under Leadership, Leben mit Hund, Musik, Sammelsurium

Wochenschnipsel 2616

Neben mir auf dem Schreibtisch steht eine große Tasse, auf der steht „Für Kaffee und Hunde ist immer Zeit“. Die hatte ich letztes Jahr (?) von den Nachbarn zum Geburtstag bekommen und es passt wunderbar eine grooooße Menge Milchkaffee hinein (und der Tasse ist es auch egal, ob Hafermilch Milch genannt werden soll/darf oder nicht. Ich nenne meine Hafermilch jedenfalls Milch.)

Gestern war ich mit dem kleinen alten Hund beim Tierarzt, die Krallen an den Hinterpfoten schneiden lassen und ein paar Dinge abklären. Als der Tierarzt sagte, der kleine alte Hund sei ja nun doch ein Opa, guckte selbiger ganz empört. Wenn er will, kann er ganz schön agil sein. Aber wenn er nicht will, dann ist er nicht nur ein Opa, sondern ein Uropa. Aber außer altersbedingten Wehwehchen ist er fit, sagt der Doc.

Am Sonntag hatte ich orgelfrei und habe die Gelegenheit genutzt, am Nachmittag an einem Workshop zur Vorbereitung eines „afrikanischen“ Gottesdienstes teilzunehmen, und natürlich auch am Gottesdienst selbst. In der Dorfkirche, in der das Ganze stattfand, habe ich schon mehrmals Orgel gespielt und anfangs war die Küsterin skeptisch, „ob denn überhaupt jemand kommt“, doch ihre Sorgen waren unbegründet. Beim Workshop waren wir zehn Personen und zum Gottesdienst war die Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt. Es hat sehr viel Spaß gemacht. Wir sangen viele Lieder vor allem aus Südafrika, angeleitet von einer Südafrikanerin und ihrem Mann, der aus Deutschland kommt und lange in Südafrika lebte; und wurden unterstützt von einer Madegassin, die uns viel über ihr Heimatland erzählte und mit der ich im Gottesdienst ein improvisiertes Duett sang. Wusstet ihr, dass im sogenannten „Stammteil“ des evangelischen Gesangbuchs (EG) nur ein Lied aus Afrika enthalten ist? Es ist ein Osterlied aus Tansania, die Nummer 116. Wir sangen es am Sonntag viersprachig: deutsch, englisch, französisch und suaheli. „Mfurahini, halleluya!“

Gestern fragte Anni Bürkl im Fediverse, wer denn überhaupt noch lesen würde. Es gab einige Antworten, hauptsächlich von Menschen, die sehr viel lesen. Ich habe täglich auch mindestens ein Buch in der Hand, Sachbücher ebenso wie Romane, Krimis oder Geschichtensammlungen. Und diese Woche habe ich über eines auch schon geschrieben. Frisch zu Ende gelesen habe ich „Blaumeise Sturzflug“ von Susanne Bonn und dazu wird es bei Gelegenheit einen eigenen Blogbeitrag geben. Außerdem liegt angelesen „Empire of AI“ von Karen Hao auf dem Fensterbrett, und ein Buch über Leadership und verschiedene Bücher zu Datenschutz (ich mache ja nicht nur Musik) und ich selbst bastle gerade an einem Zine mit kleinen Gedichten und selbst gezeichneten Bildchen herum. Wenn ich mich mutig genug fühle, veröffentliche ich es vielleicht sogar.

Danke fürs Lesen und bis bald!

Leave a Comment

Filed under Bücher, Leben mit Hund, Musik, Sammelsurium

Wochenschnipsel 2615

Dreimal hab ich den heutigen Beitrag angefangen und dreimal hat mir der Text nicht gefallen, aber dann dachte ich mir, komm, das muss jetzt nicht perfekt sein und deine Leser*innen dürfen ruhig merken, dass hier ein Mensch am Werk war und keine genAI – je mehr ich darüber lese und auch sehe, was andere mit diesen Tools anstellen, desto größer wird mein Störgefühl. Und das nicht nur, weil ich fest davon überzeugt bin, dass es gerade im Kreativbereich keine wirklichen Abkürzungen gibt, und dass schon der Weg so wertvoll ist, dass es sich lohnt, egal, was am Ende das Ergebnis ist. Oder dass es vielleicht gar kein Ergebnis gibt. Dieses Ausprobieren, Suchen, Entdecken, Verwerfen, das Üben und Zweifeln, und das wunderbare Gefühl, wieder ein Stück weitergekommen zu sein, all das möchte ich nicht missen und macht mich zu der Person, die ich bin.

Apropos ausprobieren, ich weiß nicht, ob Ihr Zines kennt. Das sind Minibücher oder Minimagazine, und wenn sie aus einem A4-Blatt gefaltet werden, gibt es sechs Seiten plus Vorder- und Rückseite und Ihr müsst keine Origami-Gurus sein, um sie zu basteln. Petra hat eine tolle (englischsprachige) Anleitung auf ihrer Seite (klick hier) und ihr könnt für kleines Geld (oder auch für einen größeren Betrag, ganz wie ihr wollt und könnt) ein wirklich schönes von ihr gestaltetes Zine bei Ko-Fi bekommen. Auf meinem Schreibtisch liegen gerade zwei frisch gefaltetete noch leere Zines und im Laufe der nächsten Wochen (oder Monate, je nachdem, wie ich ausgelastet bin) werde ich die ein oder andere Idee dazu umsetzen.

Ein langes Wochenende mit viel Kirchenmusik liegt hinter mir. Diesmal kamen zwar „nur“ Orgel, Stagepiano und Bassblockflöte zum Einsatz und das Akkordeon und die Ukulele blieben zuhause, aber gerade die Bassblockflöte machte sich ganz hervorragend und ich bekam dazu viele positive Kommentare. Am Ostermontag habe ich zum ersten Mal in der größten Kirche unserer neuen Großgemeinde gespielt. Der hauptamtliche Kollege, der mich dafür kurzfristig angefragt hatte, hatte mir gesagt, ich würde an der Orgel viel Spaß haben und er hatte nicht zu viel versprochen. Ich hatte in der Tat viel Spaß und nach dem Gottesdienst kamen zwei Menschen, die wissen wollten, was ich denn da als Nachspiel gespielt hätte, ob das Bach gewesen sei und das sei ja so toll gewesen. Es war nicht Bach, sondern Auguste Larriu (1840-1925); und als Vorspiel gab es, wie das bei mir so üblich ist, ein Stück einer Komponistin, den „Easter Triumph“ von Emma Louise Ashford. Mal sehen, ob ich irgendwann mal wieder Gelegenheit bekomme, dort zu spielen.

Das Akkordeon ist ja das Instrument des Jahres 2026 und morgen kommt mein neuer Akkordeonschüler zu seiner ersten Stunde. Darauf freue ich mich und er sich hoffentlich auch.

So, jetzt muss ich noch ein paar weitere Blätter falten und gestalten!

Leave a Comment

Filed under Musik, Sammelsurium

Das Bürstenlied

Im Fediverse gibt es eine Menge zu entdecken. Zum Beispiel den sehr sympathischen Account der Andreas Bürsten GmbH aus Aurich. Die verkaufen, wie man sich leicht denken kann, Bürsten, Besen und jede Menge Drumherum. Unter anderem gibt es einen Handfeger mit bunten Borsten und ich wollte natürlich auch einen haben.

Als das Paket ankam (mit mehr als nur dem Handfeger, weil ich noch andere Dinge gefunden hatte, die ich brauchen kann), fragte mein Mann: „Hast du etwa schon wieder eine Ukulele bestellt?“

Denn der Karton hatte eine Größe, die eine Ukulele vermuten ließ.

Ich postete seinen Kommentar in meinem Mastodon-Account und daraus entspannen sich, wie so oft im Fediverse, einige schöne Dialoge. Natürlich auch mit der Frage, ob ich mit dem Besen nicht Musik machen wolle.

Wie sich einige, die mich kennen, nun schon denken können, ist ein Lied entstanden (ja, steht auch in der Überschrift zu diesem Beitrag) und das habe ich bei PeerTube veröffentlicht.

Hier der Text:

Menschen wünschen sich
von mir Dinge
Zum Beispiel, dass ich
über Bürsten singe

Schreib an die Borsten
eine Ode!
In Bunt sind die grad
groß in Mode.

Sing für den Feger
ne Ballade
Das nicht zu tun
wäre doch schade.

Und mit dem Besen
zu musizieren
könntest du eigentlich
auch probieren.

Zur Wunscherfüllung
will ich schreiten
lasse zum Dichten
mich verleiten

Stöber durch Verse,
Reime, Klänge,
hoffe, dass mir
ein Lied gelänge.

Bürsten und Besen
statt zum Putzen
für Poesie und
Kunst zu benutzen

Ja, das ist Freude
und auch Vergnügen
nur bleibt der Staub
in der Ecke liegen.

Manche Bürsten sind
ziemlich kratzig
werden bei Reim-
Versuchen leicht patzig.

Mitunter führt das
auch zu Verdruss
weshalb das Lied
hier nun enden muss.

(CC-BY-SA-NC No-AI)

Und eines sage ich euch: das nächste Lied wird wieder von Begebenheiten und Dingen handeln, zu denen sich leichter passende Reime finden lassen. Bürste, Würste, Borsten, Forsten, irgendwie ist das alles ganz schön schräg.

[Auf dem Hoodie, das ich trage, steht: „Sabbel nich, dat geiht!“]

Nachtrag mit Transparenzhinweis: das Lied entstand, weil ich darauf Lust hatte. Ich wurde und werde vom Besenhersteller nicht bezahlt und mache das tatsächlich allein zu meinem Vergnügen. (Und zu Eurem, wie ich an den Abrufzahlen des Videos sehe).

Leave a Comment

Filed under Musik, Sammelsurium

Wochenschnipsel 2606

Wir haben immer noch Schnee! Oder vielmehr: wir haben schon wieder Schnee.

Es hatte zwischendurch getaut und es gab nur noch auf den Wiesen und in den Gärten größere Schneereste. Und dann kam der gestrige Nachmittag. Ich war von Bekannten gebeten worden, beim Requiem für ein verstorbenes Familienmitglied Orgel zu spielen und dachte, prima, fährste mit dem Rad, denn alle anderen werden sicher mit dem Auto kommen und am Fahrradständer ist immer Platz – und dann war es doch recht kalt und vor allem windig und mein Mann sagte noch, denk dran, es ist Schneefall gemeldet. Nun ja. Ich fuhr also nicht mit dem Rad. Auf dem Hinweg zur Kirche fing es an zu schneien, schöne dicke Flocken. Ich dachte mir aber nicht viel dabei. Nach dem Gottesdienst dann alles weiß. Innerhalb von anderthalb Stunden gab es gut zehn Zentimeter Neuschnee und es schneite bis zum Abend.

Wir waren insgesamt drei Mal draußen, um den Gehweg zu räumen, haben den Nachbarn unsere Schneeschaufel ausgeliehen, kurz überlegt, ob wir den Traktor rausholen und die Autos den Hügel im Dorf hochschleppen (da gab es einige, die aufgeben mussten, weil sie die Steigung nicht bewältigen konnten) und irgendwann am Abend ließ der Schneefall dann nach.

Nun ist wieder alles weiß, aber es ist auch schon wärmer geworden. Angeblich soll es am Wochenende bis zu 8 Grad haben. Da bin ich mal gespannt.

Was war sonst noch so los? Ich arbeite gerade an neuen Konzertstücken für die Orgel (übend, nicht komponierend), ich stricke Socken, ich denke an neuen Angeboten für unser Beratungsunternehmen herum, weil ein Arbeitsfeld im Moment so gut wie gar nicht nachgefragt wird und ich gerne eine Alternative hätte. Insgesamt also nichts Besonderes.

Vielleicht habe ich ja nächste Woche mehr zu erzählen als nur vom Wetter 🙂

Leave a Comment

Filed under Sammelsurium

Wochenschnipsel 2605

In der Nacht vom Sonntag auf Montag hatte es geschneit – eine Seltenheit bei uns, und das Polarhuhn in mir hat sich sehr gefreut. Bis Dienstagmorgen schneite es weiter, und abends begann es dann zu regnen und regnet immer noch. Teile der weißen Pracht sind aber noch da.

Die Hunde schienen es ganz vergnüglich zu finden, ihre Schnauzen tief in den Schnee zu stecken. Was weniger vergnüglich war, vor allem für den kleinen alten Hund, war die Notwendigkeit, nach dem Spaziergang den Schnee aus dem Fell zu pulen. Der kleine alte Hund empfindet das Abgetrocknetwerden eh als Verletzung sämtlicher Hunderechte und versucht sich dem Handtuch durch Herumzappeln zu entziehen. Wenn ich es geschickt anstelle, kann ich genau dieses Herumzappeln nutzen, um ihn trocken zu rubbeln.

In den letzten Tagen sind zwei neue Lieder entstanden; eines davon ist bereits veröffentlicht. Am anderen arbeite ich noch. Die Rohfassung steht, aber vor einer Veröffentlichung muss ich noch ein wenig Ukulele üben. Denn die Begleitung, die ich haben möchte, geht mir noch nicht leicht genug von der Hand. Das macht aber nichts, denn ich habe ja kein Management oder eine Agentur hinter mir, die mich zur Eile treiben.

Am Wochenende war regionales Kirchenmusiktreffen im Dekanat. Vieles ändert sich gerade, weil Gemeinden zusammengefasst wurden im Zuge der großen Reformen, und vieles bleibt doch irgendwie gleich. Wenn sich genügend Interessierte finden, werde ich irgendwann im Frühjahr einen Akkordeon-Workshop anbieten. Das Akkordeon ist übrigens das Instrument des Jahres 2026. Und bei Gelegenheit schreibe ich auch mal mehr dazu, warum ich das Instrument so sehr mag.

Zum Schluss noch ein paar Gedanken zum Januar. Irgendwie ein ungeliebter Monat, nur noch übertroffen vom November. Es ist kalt, es ist dunkel, es ist… langweilig? Allenthalben lese ich vom Wunsch, der Frühling möge doch bitte ganz schnell und jetzt und gleich beginnen und sind denn bei euch auch schon die ersten Frühblüher zu sehen und warum dauert das denn so lange? Und auch wenn ich den Winter sehr mag, habe ich Verständnis für diesen Wunsch. Die Tage werden wieder länger, das Jahr hat angefangen und viele sind motiviert, dass etwas Neues anfängt. Also muss doch auch die Natur… aber die muss gar nix. Der Januar ist ein Wintermonat. Der Februar war das lange Zeit auch. Und Winter heißt Ruhe, Innehalten, Warten.
Am Montag schrieb ich im Fediverse davon, wie seltsam es sich anfühlt, dass draußen zentimeterdick Schnee liegt und im Angebotsblättchen vom Supermarkt Himbeeren beworben werden. Frisch. Aus Marokko. Und am Dienstag schrieb Maike P. das, was mir auch durch den Kopf geht.

Können wir kurz über Jahreszeitenfehlempfinden reden? Also die Tatsache, dass alle Welt gefühlt ab Neujahr, spätestens jetzt aber bitte Frühling will, obwohl der meteorologische Winter erst um den 21. Dezember begonnen hat? Woher kommt das?
(Vermutung: die „Ruhezeit“ des Winters – in der Natur, z.T. in der Landwirtschaft, im Jahresrhythmus – passt nicht zu den Aufbruchsappellen, Motivations- und Produktivitätsaufrufen zum Jahresbeginn.)

Ich kann absolut nachvollziehen, dass Menschen mit den „kurzen“ Tagen und dem grauen Himmel, den wir im Winter oft haben, Probleme haben. Ich selbst leide eher im Sommer, weil ich mit hohen Temperaturen nicht so gut klar komme. Alles verständlich. Und dennoch. Damit wir den Frühling wirklich genießen können, braucht die Natur ihre Auszeit. Je kürzer der Winter, desto schwieriger für manche Pflanzen und auch für manche Tiere. Vielleicht hilft es, sich das immer mal vor Augen zu führen.

Mein Januar war durchwachsen, was Aktivitäten angeht. In einigen Bereichen war schon viel los, in anderen eher wenig. Ich freue mich jedenfalls, wenn es mal ruhiger ist und wenn tatsächlich „nichts“ zu tun ist. Der Garten ruft noch früh genug. Und die Pollen ebenfalls.

Danke fürs Lesen!


2 Comments

Filed under Leben mit Hund, Musik, Sammelsurium

Wochenschnipsel 2604

Letzte Woche war ganz schön was los hier im Blog (und im Fediverse). Mein kleiner Rant wurde im Fedi weit mehr als 100 Mal geteilt und es gab viele Kommentare. Fast alle waren respektvoll und interessanterweise gab es nur zwei, die mir erklärt haben, dass ich falsch liege und ich habe beiden nicht geantwortet.

Im direkten Gespräch ist das mit dem Ignorieren nicht immer so einfach. Am Wochenende wurde mir beschieden, ich sei alt, weil ich nicht bei Instagram bin, denn die jungen Leute seien alle dort und deshalb sei das eine ganz wichtige Plattform. Die alten Leute seien eher bei Facebook. Da bin ich allerdings auch nicht. In einer Gruppe Menschen, in der ich die einzige bin, die keinen Meta-Dienst nutzt, falle ich doch ziemlich auf. Aber das ist okay, damit kann ich leben.

Heute habe ich einen Geburtstagsgruß an einen Menschen geschrieben, den ich damals bei Twitter kennengelernt hatte. Inzwischen schreiben wir uns nur noch ab und zu eine Mail. Aber ich habe festgestellt, dass ich Twitter inzwischen überhaupt nicht mehr vermisse. Ja, einzelne Leute schon, doch selbst wenn die Plattform noch die wäre, die sie einmal war, wäre es auch dazu gekommen, dass der Kontakt zu dem einen oder anderen Menschen abreißt.

Umso schöner sind die kleinen Begegnungen, online wie offline.

Wie wunderbar dieser menschliche Kontakt außerhalb aller Algorithmen ist, zeigt gerade das neue Album von Stephan, das weder online erhältlich ist noch gekauft werden kann. Ja, richtig gelesen. Wer wissen möchte, wie es dennoch zu den Menschen kommt, kann hier klicken. Das Album heißt passenderweise „Strategies against Algorithms“ und lohnt sich für alle, die echte, handgemachte Musik und kritische Texte ebenso wie Poesie mögen. Die anderen Alben von Stephan sind „wie gewohnt“ auch zum Download zu haben und über „Malers Hüs“ habe ich letztes Jahr eine Reihe von Beiträgen geschrieben.

Ich mache jetzt mit meiner Schreibtischarbeit weiter und bedanke mich fürs Lesen.

Leave a Comment

Filed under Musik, Sammelsurium