Ich weiß nicht, ob es euch schon einmal aufgefallen ist oder ob ihr schon einmal darauf geachtet habt, wie viele Tiergedichte von Dichtern stammen oder vielmehr, wie selten wir (lustige) Tiergedichte von Dichterinnen zu lesen bekommen.
Eins meiner bisherigen tierischen Lieblingsgedichte wurde tatsächlich auch von einem Dichter (Johannes Trojan) verfasst, aber dieses Lieblingsgedicht bekommt nun Konkurrenz dank einer Neuerwerbung für meinen Bücherschrank.
Im Februar 2025 erschien bei Kunstmann der Band „Der Hahn erläutert unentwegt der Henne, wie man Eier legt“ von Ella Carina Werner und illustriert von Juliane Pieper und ich hatte es schon lange auf meiner „Möchte-ich-haben-Liste“. Neulich habe ich es endlich bestellt und freue mich jedes Mal, wenn mein Blick auf das Cover fällt. Die Gestaltung ist großartig – den Gesichtsausdruck der Henne, während der Hahn neben ihr seine Weisheiten verkündet, dürften viele Frauen (und alle Menschen, die keine cis Männer sind) kennen und vielleicht auch schon gehabt haben.
Bunt und wild und genau auf den Punkt sind Texte und Bilder und es geht auch schon mal zur Sache, zwischenmenschlich oder vielmehr zwischentierlich – nichts für zarte Gemüter oder für diejenigen, die auf der Suche nach subtilem Humor sind.
Aber gerade jetzt, wo vieles von dem, was für Diversity und Gleichberechtigung erkämpft wurde, wieder zu wackeln scheint, darf es auch mal etwas lauter und greller sein. Der Hammer, mit dem Ella Carina Werner in ihren Gedichten und Juliane Pieper in ihren Illustrationen den sprichwörtlichen Nagel auf den Kopf treffen, ist jedenfalls nicht aus Gummi.
Ein wunderbares Bilderbuch für Erwachsene, das ich sicherlich nicht aufs oberste Regalbrett legen und vergessen, sondern regelmäßig zur Hand nehmen werde.