Author Archives: Andrea Ha.

Musikalisches im Februar – February Music

Dieses Jahr ist der Februar ja mal wieder einen Tag länger. Da muss ich doch glatt auch bloggen, denn einen 29.2. als Veröffentlichungsdatum hat man nicht so oft.
Musikalisch war der Monat sehr intensiv. Ich hatte einen Orgeldienst, einen Kantorendienst (ein Gottesdienst ohne Orgelmusik, das war vom Orgateam so gewünscht, dafür aber mit Gemeindegesang, von mir angeleitet), und vorgestern dann das große Ereignis, auf das zwei Chöre hingearbeitet hatten: die Aufführung der Petite Messe Solenelle von Rossini in der Dankeskirche in Bad Nauheim. Und weil das alles noch nicht genug war, habe ich gestern noch auf einer Matinee Akkordeon gespielt.

Es war anstrengend, neben dem Vollzeitjob der Musik gerecht zu werden, aber es hat sich gelohnt. Viele unserer Chorsänger haben sich für meine Stimmbildungssessions bedankt und einige wollen nun sogar Einzelstunden haben, und das Publikum der Matinee hat bei fast jedem Akkordeonstück mitgesummt oder gesungen, und am Ende kam noch eine Dame und bat mich, ein weiteres Stück zu spielen, zu dem wir dann ein spontanes Duett gesungen haben. Das hat unheimlich viel Spaß gemacht.

This year, February is one day longer, and I will use this additional day to write a new blog post. Getting to publish something on the 29th of February doesn’t happen that often.
Music wise, this month was very intense. I played the organ once, had another service where I lead the singing (the org team didn’t want to have the organ, don’t ask me why, but at least I got to conduct the congregation), and last Saturday we had the major event with two choirs: performing Rossini’s Petite Messe Solenelle in a large church in Bad Nauheim (north of Frankfurt). And because all this wasn’t enough, I played accordion at a matinée yesterday.

It was hard work to find enough room for the music while holding a full-time job, but it was well worth it. Many of our choir members thanked me for the voice training and warm-up sessions, and some even asked for solo sessions with me. The audience at the matinée hummed and sung to almost every melody I played, and at the end, a lady came and asked for an additional song, and we sang a spontanueous duet. This was so much fun!

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Filed under Music, Musik

Ein Buch geht auf die Reise: Blogtour für einen Krimi

Heute startet die große Blogtour zum neuen Krimi von Quentin Bates, und ich habe die Ehre, dabei zu sein.
Ich werde aber noch nichts verraten, denn ich bin erst später „dran“.
Wer neugierig ist und schauen will, was die anderen so schreiben, findet hier die Liste der Blogs, die mitmachen:
27.2.
The Welsh Librarian
http://thewelshlibrarian.blogspot.co.uk

28.2.
Reading Room With A View
http://reading-room-with-a-view.blogspot.co.uk

29.2.
Northern Crime
http://northerncrime.wordpress.com

1.3.
Raven Crime Reads
http://ravencrimereads.wordpress.com

2.3.
Euro Drama
http://eurodrama.wordpress.com

3.3.
Café Thinking
http://cafethinking.wordpress.com

4.3.
Liz Loves Books
http://lizlovesbooks.com

5.3.
The Book Bag
http://thebookbag.co.uk

6.3.
Crimeworm
http://crimeworm.wordpress.com

7.3.
Espresso Coco
http://espressococo.wordpress.com

8.3.
Off-the-shelf book reviews
http://off-the-shelfbooks.blogspot.co.uk

9.3.
Shots
http://www.shotsmag.co.uk/

10.3.
Claire Loves to Read
http://claireh18.booklikes.com

11.3.
Blue Book Balloon
http://bluebookballoon.blogspot.co.uk

12.3.
Crime Thriller Girl
http://crimethrillergirl.com

13.3.
Rebecca Bradley
http://rebeccabradleycrime.com

14.3.
Crime Pieces

Home

15.3.
Orenda Books
http://orendabooks.co.uk/category/blog/

16.3.
Mrs Peabody
http://mrspeabodyinvestigates.wordpress.com/

17.3.
Col’s Criminal Library
http://col2910.blogspot.co.uk

18.3.
Crimespree

Home

19.3.
Criminal Element

Homepage

20.3.
Random Things Through My Letterbox
http://randomthingsthroughmyletterbox.blogspot.co.uk/

21.3.
Nordic Noir

Home

22.3.
A Reading Life
http://christinepoulson.co.uk/a-reading-life/

23.3.
Iceland Defrosted
http://icelanddefrosted.com/

24.3.
Life of Crime
http://lifeofcri.me/

25.3.
Milo’s Rambles
http://www.milorambles.com/

26.3.
Grab this Book
http://grabthisbook.net/

27.3.
Novel Heights
http://novelheights.wordpress.com/

28.3.
Newcastle Noir
http://newcastlenoir.blogspot.co.uk/

29.3.
Torquil MacLeod
http://www.torquilmacleodbooks.com/

30.3.
La Crème de la Crime
http://lacremedelacrime.wordpress.com

31.3.
Andijah’s world
https://andijah.wordpress.com/

1.4.
MurderMayhem&More
http://murdermayhemandmore.net

2.4.
Euro Drama
http://eurodrama.wordpress.com

Ich habe die Liste absichtlich in dieser Form gepostet, damit auch diejenigen unter meinen Lesern, für die das pdf-Poster möglicherweise nicht zugänglich ist, mitlesen können 🙂

THIN ICE BLOG

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Filed under Books, Bücher

„Das ist doch kein Wort“

Ich habe schon ein paar Mal erwähnt, dass ich verschiedene Dialekte spreche und die ersten Jahre meines Lebens in München verbrachte.
Ein Bücherwurm, eine Leseratte, eine Ständig-hat-sie-ihre-Nase-in-einem-Buch war ich schon früh. Und eines Tages begann ich, Geschichten aufzuschreiben. Denn ich dachte, wenn ich gerne lese, könnte ich es ja auch mal mit dem Schreiben probieren.

Ich nahm also ein Schulheft zur Hand und schrieb in meiner schönsten Grundschulschrift den Anfang einer Geschichte über einen Schmetterling, der den „Staub“ von seinen Flügeln verloren hatte und nicht mehr fliegen konnte.

Wie es sich genau zutrag, weiß ich nicht mehr, aber es war Besuch da und man bat mich, einen Gast meine Geschichte lesen zu lassen. Das war für mich spannend und neu, dass jemand etwas las, das ich mir ausgedacht hatte, doch was dann geschah, damit hatte ich nicht gerechnet.

Sein Kommentar war: „Also, fei ist doch kein Wort, das kannst Du doch nicht schreiben!“

Nun wissen Dialektsprecherinnen, auch wenn sie erst acht Jahre alt sind, dass „fei“ sehr wohl ein Wort ist, selbst wenn sie keine Ahnung davon haben, dass man darüber sogar forschen kann. (http://www.sueddeutsche.de/panorama/sprache-das-war-fei-hoechste-zeit-1.674187)

Allerdings fehlten mir die Worte, zu erklären, was ich gemeint hatte, und warum das Wort zu meiner Geschichte passte, und überhaupt. Jedenfalls habe ich lange Zeit überhaupt nicht mehr geschrieben, und auch, als ich wieder angefangen hatte, niemanden meine Geschichten lesen lassen.

Heute ist das anders, wie man ja auch an diesem Blog sieht, aber ich erinnere mich heute noch daran, wie hart mich dieser Kommentar getroffen hat. Aus dieser Erfahrung heraus versuche ich selbst anders zu reagieren, wenn Kinder kreativ waren und mir etwas zeigen, was sie gemacht haben. Ich möchte diese kleinen Anfänge von Kreativität nicht im Keim ersticken, denn ich halte es für wichtig, dass wir uns ausprobieren und ausdrücken, und dass wir auf unserem Weg Menschen haben, die uns bestärken.

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Filed under Damals, Geschichten

Die Grenzgänger: Musik- und Textempfehlung

Vor ein paar Wochen war ich in einem ganz wunderbaren Konzert, das mich sehr berührt hat.
Im Brettl-Palast, einem ehemaligen Gasthof mit Saal und Bühne (http://www.brettl-palast.de/), spielten die Grenzgänger aus Bremen (http://www.folksong.de/) ihr Programm „Und weil der Mensch ein Mensch ist“.
Zwei Gitarren, ein Cello, ein Akkordeon und Gesang mit Texten, die unter die Haut gehen. Denn der Untertitel des Programms lautet „Lager Lieder Widerstand“ und die Gruppe spielt und singt Lieder, die in Lagern und Gefängnissen entstanden sind und die heute so aktuell sind wie damals.
Mehr zum Programm hier: http://www.folksong.de/kz-lieder

Eigentlich wollte ich ganz viel darüber schreiben, wie toll die Gruppe ist und wie sehr es sich lohnt, ein Konzert zu besuchen, aber im Lichte der jüngsten Ereignisse mit brennenden Flüchtlingsunterkünften, Bussen und „besorgten Bürgern“ kann ich heute einfach nur sagen: haltet die Augen offen, redet gegen den Hass, gegen die Anfeindungen, gegen die Hetze, wo immer Ihr könnt, seid sichtbar! Zeigt Euch als Menschen, die mit ihren alten und neuen Nachbarn in Frieden leben wollen, die den Diskurs suchen, die Demokratie leben wollen, und schaut nicht weg.

Ich will jedenfalls nicht müde werden, mich für eine offene, freie und demokratische Gesellschaft einzusetzen, und auch wenn ich in meinem direkten Umfeld vielleicht nur einen kleinen Beitrag leisten kann, will ich das tun.

Aber natürlich möchte ich Sie und Euch, liebe Leserinnen und Leser, ganz herzlich einladen, nach Konzerten der Grenzgänger Ausschau zu halten, hinzugehen, sich an der Musik zu erfreuen und einen kurzen Moment innezuhalten und sich derer zu erinnern, die lange vor uns für Frieden und Freiheit gekämpft haben.

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Filed under Meinung, Musik

Küchenkram: Gemüsereispfanne

Heute mal wieder ein kleiner Ausflug in die Küche.
Ich hatte Reste: eine Aubergine, eine Paprika, zwei Zuccini.
Dazu kam Reis für drei Personen (locker aus dem Handgelenk abgemessen), ein paar Schalotten (aber normale Zwiebeln tun’s auch), zwei Knoblauchzehen (klein gehackt), scharfer Senf (mein geliebter „Kleiner Schwarzer“, siehe auch hier: https://andijah.wordpress.com/2015/04/10/fur-senfliebhaber/ . Alternativ nimmt man anderen Senf und extra Pfeffer), Tomatenmark und Currypulver. Und etwas Öl zum Braten.

Was ich gemacht habe:
– Reis kochen
– Gemüse kleinschnippeln
– in großer Pfanne Öl erhitzen
– Schalotten und Knoblauch anbraten
– Paprika dazu
– etwas später die Zucchini dazu
– noch etwas später die Aubergine dazu
– aufpassen, dass immer genügend Öl in der Pfanne ist, damit das Gemüse nicht schwarz wird
– wenn das Gemüse weich ist, Senf und Tomatenmark hinzugeben, alles gut verrühren
– nach Geschmack Currypulver dazu
– zum Schluss den Reis zugeben und alles schön vermengen

Insgesamt habe ich etwa eine halbe Stunde gebraucht, für alle Vorbereitungen und das Kochen selbst.

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Filed under Landleben, Rezepte

Kartoffelsuppe

Am Wochenende habe ich Kartoffelsuppe gekocht, und weil es (wie immer, wenn ich Suppe koche) zu viel war für zwei Personen, habe ich mir etwas davon ins Büro mitgenommen. Eine Kollegin fand den Geruch der Suppe „soooo toll“, dass sie mich ums Rezept bat.

Rezept. Rezept?

Ich hatte die Suppe einfach nach Gefühl gekocht, aber nun musste ich aufschreiben, was ich gemacht habe, und dachte mir, warum sollte nur die Kollegin die Suppe nachkochen, vielleicht interessiert es ja auch noch andere Leute.
Also kommt hier mein spontanes Kartoffelsuppenrezept (nicht vegetarisch, nicht vegan), die Menge reicht für vier Personen. Es sei denn, sie sind solche Suppenkasper (=Suppenliebhaber) wie wir und essen gern große Portionen, dann reicht die Menge für drei 😉

Zutaten:
Kartoffeln (ich hatte 8 kleine und mittelgroße)
Kohlrabi (zwei mittelgroße – waren noch da und mussten weg)
Möhren (zwei bis drei)
Wasser
etwas Gemüsebrühe (Pulver)
Dörrfleisch (ich hatte ein viertel Pfund) [Für die Nichthessen: anderswo heißt das Bauchspeck]
Salz und Pfeffer
Sahne (ein Becher)
ggf. Würstchen
ggf. Röstzwiebeln

Zubereitung:
Das Gemüse schälen und kleinschneiden.
Wasser (gut anderthalb Liter) zum Kochen bringen und das Gemüse hineingeben. Leicht salzen.
Dörrfleisch kleinschneiden. Nach gut zehn Minuten Kochzeit das Dörrfleisch hinzugeben, und Gemüsebrühe nach Wunsch (da das Pulver Salz enthält, braucht man vorher nicht so viel zu nehmen).
Kochen, bis das Gemüse gar ist.
Dann das Dörrfleisch rausfischen, Flüssigkeit abschöpfen (gut die Hälfte) und beiseitestellen, und die Supper pürieren. Man kann das Dörrfleisch sicher auch zum pürieren drin lassen, wollte ich aber nicht.
Sahne dazu (max. ein Becher, gerne weniger, ganz nach Geschmack) und Konsistenz der Suppe prüfen. Wenn sie zu dick ist, von der beiseitegestellten Flüssigkeit wieder zugeben.
Dörrfleisch zurück in den Topf, noch einmal aufkochen, und wenn gewünscht, Würstchen dazu.

Wir haben die Suppe vor dem Servieren mit Röstzwiebeln garniert, das schmeckt sehr gut.

Viel Spaß beim Nachkochen!

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Filed under Landleben, Rezepte

Unfertige Gedanken zum Glück

Mein Leben hat Höhen und Tiefen. Das ist an sich nichts Besonderes, und ich blogge auch nicht über alles, was so passiert oder was mir durch den Kopf geht. An manchen Tagen schreibe ich nicht mal in mein Tagebuch – ich habe tatsächlich noch eins, aus Papier, und ich liebe es, mich in Ruhe hinzusetzen und der Tinte beim Fließen auf die Seiten zuzuschauen und auch mal zurückzublättern und zu sehen, was war und wie es mir ging.
Ich habe Phasen, in denen mich der Weltschmerz packt, und nicht immer komme ich da leicht wieder raus. Da helfen wohlmeinende Ratschläge nicht, so nach dem Motto, man müsse sich nur zusammenreißen und so. Einige meiner Leserinnen und Leser werden das kennen.

Aber ich habe seit meinem letzten größeren Zusammenbruch gemerkt, dass es mir wesentlich besser geht, wenn ich auf manche Situationen nicht einfach nur reagiere, sondern aktiv werde, agiere, mich ganz bewusst groß mache, nicht klein bleibe. Und es ist faszinierend, wie gut das tut.

Seit Jahresanfang habe ich noch ein weiteres „Mini-Tagebuch“. Das ist einfach nur ein kleiner Kalender, nur wenige Zeilen stehen für jeden Tag zur Verfügung. Diesen Kalender nutze ich fürs Glück. Klingt vielleicht komisch, aber was ich tue, ist, jeden Tag oder vielmehr jeden Abend mindestens drei Dinge aufzuschreiben, die an diesem Tag gut waren, schön waren, mich glücklich gemacht haben. Das können so simple Sachen sein wie eine Eisblume am Fenster, das Abendrot oder das Feuer im Kamin. Das können aber auch größere Sachen sein, Begegnungen, Begebenheiten, Gedanken…

Es mag viele Gründe haben, warum ich seit ein paar Wochen wieder sehr ausgeglichen bin. Trotzdem denke ich mir manchmal, dass das Glück viel präsenter ist im Leben als man oft wahrnimmt. Es braucht einfach nur einen Anstoß, gesehen, gehört, gespürt zu werden. Damit möchte ich nicht behaupten, dass man durch simple fröhliche Tagebücher aus einer Depression rauskommt oder Schicksalsschläge weglachen kann, aber diese latente Unzufriedenheit, die ich bei vielen Menschen, denen ich begegne, immer wieder spüre, die ließe sich durch ein paar angenehme Gedanken ersetzen, und das macht nicht einmal viel Arbeit und kostet fast nix. Außer Zeit.

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Filed under Meinung, Sammelsurium

Holzschuhe

Was man Frauen gerne mal nachsagt, nämlich einen Schuhtick, habe ich nicht. Finde ich zumindest.
Aber es gibt ein Paar Schuhe, die liebe ich. Meine schwedischen Holzschuhe, gekauft in Malmö in einem netten kleinen Laden am Lilla Torg.
Wie ich jetzt darauf komme?
Nun, gestern stand in der Lokalzeitung ein Artikel über ein aussterbendes Handwerk, nämlich das Holzschuhmachen. Porträtiert wurde ein Schuhmacher aus dem Spreewald, und es wurde außerdem erwähnt, dass es im alten Preußen eine Zeitlang bei Strafe verboten war, Holzschuhe zu tragen.
Wie gut, dass das hier auf unserem Dorf niemanden stört!

Übrigens sind Holzschuhe unheimlich bequem, und obwohl sie, wie bei Pantoffeln üblich, hinten an der Ferse offen sind, bekommt man doch keine kalten Füße.

Hätte ich einen Schuhtick, ich hätte wahrscheinlich mehr als ein paar Holzschuhe. Obwohl, wenn ich’s mir so recht überlege, ein zweites Paar wäre schon schön 😀

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Filed under Landleben

Kleines Jubiläum – 28.12.

Am 2812.2011 erblickte dieses Blog das Licht der Welt.

Damals wusste ich noch gar nicht so recht, was ich eigentlich schreiben wollte, und wie regelmäßig, und für welche Zielgruppe – also genau so, wie man’s ja nicht machen soll 😀

Bin ich heute schlauer? Nun ja, heute weiß ich, dass ich es nicht immer schaffe, regelmäßig zu schreiben, dass ich aber immer wieder Spaß daran habe und zumindest in nächster Zeit nicht damit aufhören werde.

Wer meine Zeilen hier liest, erfahre ich manchmal durch Kommentare und Sterne/Herzen bei Twitter, seltener durch Kommentare hier im Blog, und noch seltener durch die ein oder andere E-Mail. Ich könnte natürlich meine Statistiken noch genauer anschauen, und mir ganz viele Gedanken machen, aber da ich hier einfach nur bin, ist das nicht nötig.

Apropos einfach nur sein, ich erlebe es immer wieder, dass Menschen mich fragen, warum ich mir denn ein Haus (inkl. renovierungsbedürftiger Nebengebäude) ans Bein gebunden hätte, warum wir nicht unseren Laster zum Fernreisemobil umbauen und aussteigen würden, warum wir nicht auswandern würden, ob ich denn nicht frei sein wolle.

Frei sein ist bei den Menschen, die mich das fragen, oft ein ziemlich romantisches Konzept und auf ihren eigenen Standpunkt bezogen. Ich fühle mich durchaus frei, denn wir haben zwar das Haus, aber es hat uns niemand gezwungen, es zu kaufen und herzurichten, sondern wir haben uns ganz bewusst dafür entschieden. Ich fühle mich hier wohl. Und Freiheit beginnt auch im Kopf. Ich bin frei, weil ich meine Onlineaktivitäten nicht zum Geldverdienen betreibe, weil ich hier mal schreiben kann und mal nicht, ganz wie es mir gefällt und wie es gerade zu mir und dem „Offlineleben“ passt.

Ich fühle mich frei, weil ich so viele Möglichkeiten habe, meine Ideen und Hobbys auszuleben – natürlich hätte ich gerne viel mehr Zeit zum Musikmachen, zum Stricken, zum Faulenzen, zum Lasterschrauben… aber es ist gut so, wie es ist.

Wir haben ein paar wunderschöne Weihnachtstage verlebt. Wir hatten (und haben) eine Menge zu essen, genug Feuerholz, tolle Menschen um uns herum, und in wenigen Tagen beginnt ein neues Jahr und ich habe mir nichts vorgenommen.

Außer, weiterhin zu sein – mal glücklich, mal traurig, mal fröhlich, mal nachdenklich, und zufrieden.

Da ich heute noch nicht weiß, ob ich dieses Jahr noch einmal blogge, wünsche ich allen schon einmal einen guten Start ins Jahr 2016 und freue mich darauf, wenn auch nächstes Jahr ein paar Klicks auf dieser Seite zu verzeichnen sind.

 

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Filed under Damals, Landleben, Meinung, Sammelsurium

Kartoffelpuffer

Griaß eich 🙂 Hallo zusammen! Nein, es geht heute nicht um die besten Rezepte für Kartoffelpuffer, sondern mal wieder um eine Geschichte aus meiner Kindheit. Gestern sagte eine Kollegin, sie hätte es gerne, wenn ich den ganzen Tag nur Dialekt sprechen würde, und da fiel mir eine Szene ein, die sich vor vielen Jahren in der Weihnachtszeit zutrag.

Ich bin in München geboren und aufgewachsen, sprach in der Schule des öfteren Dialekt, zuhause aber eher hochdeutsch, je nach Bedarf. In der Weihnachtszeit stellten meine Eltern immer unseren Kaufladen auf. Wir hatten dafür auch jede Menge Waren, kleine Pappschächtelten und Dosen, teilweise originalgetreue Abbildungen der tatsächlichen Lebensmittelverpackungen (so erzieht man die Konsumenten schon früh 😉 ).

Ein Kollege und Freund meines Vaters, der wahrhaftigste Oberbayer, den ich jemals getroffen habe, war zu Besuch und war so nett, in unserem Kaufladen einzukaufen. Ich sagte ihm, wir hätten diese Woche Kartoffelpuffer im Angebot. Er, völlig entsetzt: „Wia nennst du des? Des hoaßt Reibadatschi!“

Ich war von meinen Kartoffelpuffern nicht abzubringen. Natürlich kannte ich das Wort Reibadatschi, aber auf der Packung stand nun mal Kartoffelpuffer, und das war meine Ware.

Ein gutes halbes Jahr später trafen wir uns wieder, beim jährlichen Sonnwendtreffen irgendwo aufm Berg. Und wie wunderte sich der gute Mann darüber, dass ich mit seinem Sohn in akzentfreiem Oberbayrisch redete. An meine damals schon in den Startlöchern stehende Mehrsprachigkeit hat er sich inzwischen gewöhnt, und wenn wir uns sehen, machen wir immer noch unsere Witze über Reibadatschi. Oder Kartoffelpuffer.

Später zogen wir in die Oberpfalz, und im Gegensatz zu mir sprach meine beste Freundin ausschließlich Dialekt. Einmal war ich bei ihr eingeladen, und sie sagte, „heind hamma Dootsch zum Essn.“ Herrje, dachte ich, was wird das wohl sein? Es waren Kartoffelpuffer („Reibadatschi hoaßt des!“). Und in Bayreuth, wohin es uns als nächsten Wohnort verschlug, lernte ich die Kartoffelpuffer als „Franzkuung“ kennen.

Aber egal, wie man sie nennt, schmecken tun sie. Vor allem mit einer ordentlichen Portion selbstgemachtem Apfelmus. Mhmmmmm!

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Filed under Damals, Geschichten