Wochenschnipsel 2645

Seit mein Vater nicht mehr lebt, stelle ich regelmäßig fest, wie viel von ihm in meinem Bruder steckt. Aber diese Woche habe ich mal wieder gesehen, dass auch ich einiges von ihm habe. Mein Vater war sein Leben lang (also, zumindest, seit ich ihn kannte) auf der Suche nach der „perfekten“ Jacke für den Wald. Wasserdicht, nicht zu schwer, nicht zu leicht, und vor allem: leise, damit sich die Wildtiere nicht erschrecken. Die Anzahl der einander auf den ersten Blick ziemlich ähnlichen Jacken, die wir nach seinem Tod in seinem Schrank fanden, lässt darauf schließen, dass seine Suche nicht von Erfolg gekrönt war. Aber ich glaube, er hatte auch Spaß daran, immer wieder etwas auszuprobieren. Und die Jacken kamen in gute Hände. Bei mir sind es nicht die Jacken. Aber ich probiere regelmäßig neue Möglichkeiten aus, Notizen zu machen und meine Aufgaben zu strukturieren und den Überblick über meine verschiedenen Arbeitsfelder zu behalten. Vor kurzem habe ich eine neue Art von Notizbuch entdeckt, eine Art Ringbuch, und teste jetzt, wie ich damit zurecht komme. Wahrscheinlich wird es aber auch dafür keine „perfekte“ Lösung geben und ich werde nach einer Weile wieder etwas Neues finden und damit experimentieren.

Apropos Arbeitsfelder, es war eine unspektakuläre musikalische Woche, ein Orgeldienst und zwei ausgefallene Chorproben. Dafür liegt eine Menge Arbeit für meinen Verein auf dem Tisch und die Themen werden mich auch noch länger beschäftigen.

Was mich auch beschäftigt, ist der Gesundheitszustand des kleinen alten Hundes. Er ist ja nun schon 17 Jahre alt und dass da die Wehwehchen nicht weniger, ist keine Überraschung. Er bekommt täglich Medikamente und kommt damit gut durch seine Tage. Letzte Woche allerdings kam ein neues Problem hinzu, das im Moment ebenfalls mit Medikamenten behandelt wird. Die scheinen auch zu wirken, aber ob das Problem damit komplett gelöst werden kann, ist unklar. Am Wochenende war der kleine alte Hund wirklich mies drauf, seit gestern wirkt er wieder wesentlich fitter und auch nicht mehr so unglücklich. Aber da er nicht reden kann und sowieso kein Hund ist, der deutlich zeigt, wie es ihm geht (im Gegensatz zum wilden Hund, bei dem man sofort merkt, wenn etwas nicht stimmt), können wir nur mutmaßen. Und weiter beobachten.

Mit Freude lese ich gerade das neue Buch von Sascha Raubal, das letzte Woche angekommen ist. Bin etwa zur Hälfte durch und finde es wie alle Bücher von Sascha spannend zu lesen. Es ist in gewisser Weise Fantasy, aber auch für Menschen geeignet, die damit eigentlich gar nichts am Hut haben. Wenn ich es durch habe, kann ich noch mehr dazu sagen.

In einem offenen Bücherschrank fand ich vor kurzem den „Tanz mit dem Schafsmann“ von Haruki Murakami. Ich kannte bislang weder den Schriftsteller noch die dem Schafsmann vorangegangene Trilogie und wusste auch nicht, welche Art Buch es ist. Mich sprach der Titel an und deshalb nahm ich es mit. Ich habe auch angefangen, es zu lesen und finde es recht vergnüglich. Und gleichzeitig sehr skurril.

Gestern schrieb ich ein kurzes Stück für Blockflöte, das möglicherweise nächste Woche seine Uraufführung haben wird. Das macht mich sowohl nervös als auch froh.

Soweit für heute. Wir lesen uns!

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Filed under Bücher, Leben mit Hund, Musik

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