Wochenschnipsel 2605

In der Nacht vom Sonntag auf Montag hatte es geschneit – eine Seltenheit bei uns, und das Polarhuhn in mir hat sich sehr gefreut. Bis Dienstagmorgen schneite es weiter, und abends begann es dann zu regnen und regnet immer noch. Teile der weißen Pracht sind aber noch da.

Die Hunde schienen es ganz vergnüglich zu finden, ihre Schnauzen tief in den Schnee zu stecken. Was weniger vergnüglich war, vor allem für den kleinen alten Hund, war die Notwendigkeit, nach dem Spaziergang den Schnee aus dem Fell zu pulen. Der kleine alte Hund empfindet das Abgetrocknetwerden eh als Verletzung sämtlicher Hunderechte und versucht sich dem Handtuch durch Herumzappeln zu entziehen. Wenn ich es geschickt anstelle, kann ich genau dieses Herumzappeln nutzen, um ihn trocken zu rubbeln.

In den letzten Tagen sind zwei neue Lieder entstanden; eines davon ist bereits veröffentlicht. Am anderen arbeite ich noch. Die Rohfassung steht, aber vor einer Veröffentlichung muss ich noch ein wenig Ukulele üben. Denn die Begleitung, die ich haben möchte, geht mir noch nicht leicht genug von der Hand. Das macht aber nichts, denn ich habe ja kein Management oder eine Agentur hinter mir, die mich zur Eile treiben.

Am Wochenende war regionales Kirchenmusiktreffen im Dekanat. Vieles ändert sich gerade, weil Gemeinden zusammengefasst wurden im Zuge der großen Reformen, und vieles bleibt doch irgendwie gleich. Wenn sich genügend Interessierte finden, werde ich irgendwann im Frühjahr einen Akkordeon-Workshop anbieten. Das Akkordeon ist übrigens das Instrument des Jahres 2026. Und bei Gelegenheit schreibe ich auch mal mehr dazu, warum ich das Instrument so sehr mag.

Zum Schluss noch ein paar Gedanken zum Januar. Irgendwie ein ungeliebter Monat, nur noch übertroffen vom November. Es ist kalt, es ist dunkel, es ist… langweilig? Allenthalben lese ich vom Wunsch, der Frühling möge doch bitte ganz schnell und jetzt und gleich beginnen und sind denn bei euch auch schon die ersten Frühblüher zu sehen und warum dauert das denn so lange? Und auch wenn ich den Winter sehr mag, habe ich Verständnis für diesen Wunsch. Die Tage werden wieder länger, das Jahr hat angefangen und viele sind motiviert, dass etwas Neues anfängt. Also muss doch auch die Natur… aber die muss gar nix. Der Januar ist ein Wintermonat. Der Februar war das lange Zeit auch. Und Winter heißt Ruhe, Innehalten, Warten.
Am Montag schrieb ich im Fediverse davon, wie seltsam es sich anfühlt, dass draußen zentimeterdick Schnee liegt und im Angebotsblättchen vom Supermarkt Himbeeren beworben werden. Frisch. Aus Marokko. Und am Dienstag schrieb Maike P. das, was mir auch durch den Kopf geht.

Können wir kurz über Jahreszeitenfehlempfinden reden? Also die Tatsache, dass alle Welt gefühlt ab Neujahr, spätestens jetzt aber bitte Frühling will, obwohl der meteorologische Winter erst um den 21. Dezember begonnen hat? Woher kommt das?
(Vermutung: die „Ruhezeit“ des Winters – in der Natur, z.T. in der Landwirtschaft, im Jahresrhythmus – passt nicht zu den Aufbruchsappellen, Motivations- und Produktivitätsaufrufen zum Jahresbeginn.)

Ich kann absolut nachvollziehen, dass Menschen mit den „kurzen“ Tagen und dem grauen Himmel, den wir im Winter oft haben, Probleme haben. Ich selbst leide eher im Sommer, weil ich mit hohen Temperaturen nicht so gut klar komme. Alles verständlich. Und dennoch. Damit wir den Frühling wirklich genießen können, braucht die Natur ihre Auszeit. Je kürzer der Winter, desto schwieriger für manche Pflanzen und auch für manche Tiere. Vielleicht hilft es, sich das immer mal vor Augen zu führen.

Mein Januar war durchwachsen, was Aktivitäten angeht. In einigen Bereichen war schon viel los, in anderen eher wenig. Ich freue mich jedenfalls, wenn es mal ruhiger ist und wenn tatsächlich „nichts“ zu tun ist. Der Garten ruft noch früh genug. Und die Pollen ebenfalls.

Danke fürs Lesen!


2 Comments

Filed under Leben mit Hund, Musik, Sammelsurium

2 Responses to Wochenschnipsel 2605

  1. Felicitas

    Im zitierten Text gibt es einen kleinen Fehler: der meteorologische Winter beginnt am 1. Dezember, der astronomische am 21.

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