Ein Federbett wird aufgeschüttelt.
Wollbesockte Füße tappen durchs Haus.
Eine Tür knarrt.
Schokolade im Mund.
Wieder ein Tag näher an Weihnachten.
Und dann Kaffee.
Ein Federbett wird aufgeschüttelt.
Wollbesockte Füße tappen durchs Haus.
Eine Tür knarrt.
Schokolade im Mund.
Wieder ein Tag näher an Weihnachten.
Und dann Kaffee.
Filed under Geschichten, Poesie
Für mich gibt es dieses Jahr in der Adventszeit eine Menge zu tun. Ein großes Familienfest, der Weihnachtsmarkt mit dem Verein, zweimal Orgeldienst, im Haus weiterhin aufräumen und ausmisten… und trotzdem fühlt es sich nicht hektisch an. Hektik ist oft Kopfsache. Ich habe für mich beschlossen, dass ich einfach einen Schritt nach dem anderen mache und mich nicht stressen lassen. Nicht von irgendwelcher Werbung, nicht von unruhigen Kollegen, nicht von der Familie (wobei das noch das Schwierigste ist) und nicht von meinem inneren Perfektionisten (der mir ziemlich auf die Nerven gehen kann).
All meinen Leserinnen und Lesern wünsche ich eine entspannte Zeit!
Filed under Sammelsurium
Da hab ich mich im letzten Blogeintrag noch gefreut, dass ich meinen Rhythmus wieder habe, und schwupps, schlug das Leben wieder zu und die Zeit rannte los und ich hüpfte und rannte mit und kümmerte mich kaum um diese Seiten hier.
Wer mich vermisst hat oder sich gar Sorgen machte, sei beruhigt. Es ist alles gut, mir fehlte einfach neben der Zeit die Lust, hier zu schreiben.
Ein paar Tage Offline-Urlaub im Harz und im Havelland taten ihr Übriges, und manche Gedanken, die ich in den letzten Wochen zum Leben und zur Welt an sich hatte, wollten einfach nicht hier geteilt werden.
Dennoch gibt es heute, mal wieder in bunter Schüttung, einiges von dem, was bei mir los war und was mir durch den Kopf geht und ging.
Soweit dazu. Ich bin gespannt, wie ich mit dem Blog hier weitermache, Rhythmus hin oder her. Aufgeben werde ich die Schreiberei jedenfalls nicht.
Filed under Haus, Landleben, Sammelsurium
Hurra, ich bin wieder im Rhythmus – also, was mein Mittwochsposting im Blog angeht. Aber auch sonst geht es mir im Moment sehr gut, jobmäßig knirscht es zwar nach wie vor, aber damit kann ich gut leben. Gesundheitlich ist alles bestens, darüber bin ich froh und dankbar.
Was mich in den letzten Tagen sehr bewegt hat, waren zwei Blogposts von meinem lieben (Twitter-)Freund Jens über die vielen Konflikte in der Welt und den Umgang damit. Wer nachlesen möchte:
http://blog.jens-bertrams.de/2014/08/pessimistisches-zur-weltlage/ und http://blog.jens-bertrams.de/2014/08/steuern-wir-auf-einen-dritten-weltkrieg-zu/
Ich sehe mich selbst ja eher auf der optimistischen Seite, aber ich gebe zu, dass mir das angesichts dessen, was einem täglich an Nachrichten auf den Bildschirm gespült wird, auch nicht immer leicht fällt. Trotzdem denke ich, dass wir nach wie vor im Kleinen viel bewegen können, in dem wir unsere eigene Haltung und unser Verhalten reflektieren, und vor allen zu anderen Menschen nicht unnötig unhöflich, aggressiv oder respektlos sind. Ich will beleibe nicht den ganzen Tag lächelnd durch die Gegend laufen, weil dadurch alles schön und harmonisch wird, aber wenn ich innerlich auf Krawall gebürstet bin, will ich es möglichst nicht an meinen Mitmenschen auslassen. Wer mich kennt, weiß, dass mir das nicht immer gelingt 😉 Aber den Versuch ist es wert.
Filed under Meinung, Sammelsurium
Da schrieb ich letzte Woche übers Musikmachen, und dass ich das wieder regelmäßiger tun möchte, und prompt bekam ich vor ein paar Tagen eine Anfrage, ob ich Zeit und Lust hätte, die wegen Krankheit ausgefallene Organistin in der Kirchengemeinde zu vertreten.
Ich habe ca. 2 Sekunden darüber nachgedacht und zugesagt. Nun heißt es üben, denn auch wenn ich 1991 meinen ersten Gottesdienst als Organistin bestritt, ist die Orgel ja nicht mein Hauptinstrument, und ich alte Perfektionistin möchte es natürlich so gut wie möglich machen. Auch wenn meine Familie mir immer wieder sagt, ich würde schön spielen, selbst wenn ich mich ganz spontan auf die Orgelbank gesetzt habe.
Apropos spontan, da überfiel mich doch in der letzten Chorprobe unser Chorleiter mit der Frage, ob ich mal eben das Altsolo singen könne. Was ich trotz Perfektionismus auch tat und es hat riesigen Spaß gemacht, mal wieder ein anspruchsvolles Stück vom Blatt zu singen. Wenn sich auch der Komponist vermutlich nicht vorgestellt hat, das Stück von einer Sopranistin singen zu lassen. Ich freue mich jedenfalls auf die weiteren Proben, natürlich weiterhin als Chorsängerin.
Falls sich unter meinen Leserinnen und Lesern jemand findet, der/die gerne singt und in der Region lebt (nordwestliche Wetterau), wir freuen uns im Chor sehr über Verstärkung für das Projekt „Petite messe solenelle“ von Rossini. Stimmbildung gibt’s vor den Proben auch, mangelnde Erfahrung ist also überhaupt kein Problem.
In Haus und Garten ist alles mehr oder weniger wie immer, nahezu tägliche Brombeerernte, eine wunderbar blühende Blumenwiese mit viel Besuch von Bienen und Schmetterlingen, neugierige und redefreudige Gänse nebenan, und seit gestern wieder jede Menge Brennholz, das gestapelt werden möchte. Nachbars Traktor parkt im Moment auch bei uns, und so gibt es für die Spaziergänger immer mal etwas zu sehen.
Hausarbeit kann gefährlich sein. Wusste ich unbewusst schon immer und bin vielleicht deshalb so eine faule Hausfrau. Obwohl einige Damen aus meinem Chor aus der Tatsache, dass ich Zucchini-Relish kochte, schlossen, ich müsse mich mit Haushaltsthemen auskennen. Leider konnte ich die Frage nach Gelierzucker oder braunem Zucker fürs Kochen von Brombeermarmelade nicht beantworten.
Warum Hausarbeit gefährlich sein kann? Nun, eine Dame aus dem Chor erlitt beim Bettenmachen einen Sehnenriss im Finger, und eine andere verletzte sich beim Putzen so stark, dass sie in die Notaufnahme musste.
Da kann ich mich ja glücklich schätzen, dass ich am Wochenende nur einige Brombeerstacheln aus meiner Hand ziehen musste, und dass ich dank ausgiebiger Verwendung von Sonnenmilch keinen Sonnenbrand bekam, trotz stundenlanger Gartenarbeit. Die Brombeeren haben sich nach einigen schwierigen Wochen wieder erholt und jede Menge kleiner grüner Beeren warten darauf, groß und dunkel und lecker zu werden. Unsere Schmetterlings- und Bienenbar ist sehr beliebt bei den Insekten, und sieht nebenbei auch noch wunderbar aus. Pflegeleicht ist die Blumenwiese darüber hinaus auch.
Wir haben weitere Büsche gepflanzt und sind gespannt, wie sie sich machen werden. Ein Drittel der Gartenfläche ist nun nicht mehr nur Brachland, sondern sieht tatsächlich aus wie ein Garten.
Im Haus selbst machen wir zur Zeit nur wenig, dafür gibt es im Herbst und im Winter genug dunkle Stunden, in denen die Gartenarbeit ruhen wird.
Heute ist schon wieder Montag, und der Schreibtisch hat mich wieder. In meinem Kopf tummeln sich jede Menge weitgehend unausgegorene Gedanken darüber, womit ich eigentlich meine Brötchen verdienen möchte. Ich werde die Gedankentummelei noch nicht in Bahnen lenken, sondern noch ein Weilchen damit herumspielen und schauen, wohin mich die Denkerei so führen wird.
Ja, ich weiß, es war in den letzten Wochen sehr ruhig hier. So ruhig, dass es gar nicht zu mir passt.
Was soll ich sagen, das Leben außerhalb von Internet und Computer hatte so viel zu bieten, ich habe neben der bezahlten Schreibtischarbeit viel fürs Ehrenamt gemacht, im Garten gearbeitet, Zeit mit der Familie verbracht, am LKW geschraubt, mich um Menschen gekümmert, gestrickt, mit den Gänsen geredet, Musik gemacht… hier etwas zu schreiben fiel dabei völlig hinten runter.
Und ich habe mich auch gefragt, wie wichtig das eigentlich ist, dass ich hier schreibe. Ob es jemanden außer mir interessiert, und wenn ich es nur für mich mache, wie viel es mir bringt. Ich glaube, jeder Blogger hat sich das schon einmal gefragt, besonders diejenigen, deren Blog nicht von hunderten oder tausenden gelesen wird, selbst wenn es keine regelmäßigen Updates gibt.
Ich werde auf jeden Fall weiterschreiben, weil es mir immer noch Spaß macht, und so eine kleine zeitliche Delle hatte ich ja in der Vergangenheit hier schon öfter.
Was mir in letzter Zeit so durch den Kopf ging:
Was ich aus der „stillen Zeit“ der letzten Wochen für mich mitgenommen habe, ist, dass ich noch entspannter werden kann in Bezug auf Dinge, die ich nicht beeinflussen kann, dass ich noch klarer formulieren möchte, was ich denke und fühle, dass ich noch besser zuhören möchte und langsamer werden im Bilden eines Urteils, und dass ich mehr Musik machen will.
Ich werde hier berichten, wie es mir damit ergeht. Danke fürs Lesen!
Filed under Haus, Landleben, Meinung, Musik, Sammelsurium
Door weer mol en Hamborger Jung, sin Naam weer Carsten un he weer jümmers fideel en humorich.
Fördach is Carsten storben. Veele Minschen sünd arg bedröövt, ook ick. För mi is plattdüütsch en Frömdspraak, ick heb dat in min Bremer Tied lernt, un vun Mecklenborgisch Frünnen, un ick snack mehr kramerlatiensch, awer förn Carsten weer dat sin Spraak. Daarum schriev ick vandaag op Platt.
En Plattsnacker, Düvelskeerl, Singer, Gitarrnkeerl un Macker hett uns verloten, awer in unser Hart is he jümmers do.
Weersehn, Carsten, mok dat goot.
Filed under Sammelsurium
Ich hätte ja neulich überhaupt nicht über die Hitze gejammert, ob es mir denn gut ginge, fragte jemand, der mich und meine Wohlfühltemperaturen gut kennt. Stimmt, ich habe das heiße Pfingstwochenende ohne Wetterkommentar hinter mich gebracht und nichts gesagt. Ändern kann ich es ja eh nicht, und ich freue mich einfach für die Leute, die es mögen, wenn es schon morgens weit mehr als 20 Grad hat und das Thermometer tagsüber die 30°C-Marke durchbricht.
Ich fühle mich in unserem alten Haus sehr wohl, die Innentemperatur bleibt auch bei Hitze angenehm, und wenn ich will, kann ich mich in den Schatten unseres alten Nussbaums setzen und dort vor mich hin sinnieren, transpirieren und nichts tun.
Natürlich bleibt es nicht beim Nichtstun, dazu ist das Grundstück zu groß und das Haus noch nicht fertig genug. Wir haben eine Sickerfläche angelegt, in der sich Regenwasser stauen und gut ablaufen kann. Dass diese gleich wenige Tage später zum Einsatz kommen würde, hätten wir auch nicht gedacht. Starkregen ließ im Dorf viele Keller vollaufen und richtete in paar Kilometer weiter ordentliche Schäden an. Das einzige, was wir zu „beklagen“ hatten, war, dass die frisch eingesäten Wildblumensamen mitsamt der Erde weggeschwemmt wurden und dass unser Kellereingang wieder voller Wasser stand und die Pumpe zum Einsatz kommen musste. Die Sickerfläche wurde zum Teich, und binnen weniger Stunden war das Wasser wieder weg. Also alles so, wie es sein soll. Hätten wir schon die Regenwasserzisterne gesetzt, wäre diese sicher auch gut gefüllt worden.
Die frisch gesetzten Stachelbeersträucher machen sich sehr gut, und auch die Brombeeren blühen kräftig. Ich bin auf die Ernte gespannt. Der Nussbaum wirft momentan halbfertige Nüsse runter, ob noch welche da sind und reifen, wird sich zeigen. Aber da der Baum schon sehr alt ist, darf er auch mal pausieren.
Ja, und nun ist schon wieder Montag, der Schreibtisch ruft, und ich bin gespannt, wie es für mich im Job weitergeht. Dass sich etwas ändern muss, ist klar. Dass ich Durchhaltevermögen brauchen werde, ist auch klar. Ich werde berichten, wie es mir ergeht.
I’ve had some really interesting weeks at work.
For more than three years I had been leading a small team (I’ve been leading teams for more than seven years, three years at my current workplace), starting with 6 people, then 3 people after my new boss had finished restructuring the department.
Whatever the reason, my team is a female-only team.
I find leading mixed teams easier, but I have learned a lot in the past three years and I’m grateful for all the learning opportunities my team gave me.
Well, my boss has now left the company which means I’m back to reporting directly to (male) management. After discovering that the entries on who’s leading whom in our internal database had been changed from me to another guy, I went to my manager and asked what was going on.
His answer was: „When women lead teams of women, or when women lead in general, there’s too much catfight going on, that’s why I want teams to be led by men.“
I was gobsmacked. I really couldn’t say more than „Uh-hu.“ and then try to leave the room as quickly as I possibly could.
I have no problems with someone telling me that I am „the icon of incompetence“ (as happened many years ago on the telephone), or that I am „interculturally illiterate“ (as happened when someone from another country felt deeply misunderstood), or that my leadership skills need improving.
But I really struggle with the concept of being a not-so-good leader in general because of my gender.
Still don’t know how I will react to this or how I will deal with my manager next time I see him, but one thing I know: I will leave this workplace as soon as I can. I’ve put much time and effort into doing good work and I will continue to do so, but I’m not willing to pay the price of having a manager who obviously lives in another century.
Filed under Leadership, Meinung