Category Archives: Landleben

Kleines Jubiläum – 28.12.

Am 2812.2011 erblickte dieses Blog das Licht der Welt.

Damals wusste ich noch gar nicht so recht, was ich eigentlich schreiben wollte, und wie regelmäßig, und für welche Zielgruppe – also genau so, wie man’s ja nicht machen soll 😀

Bin ich heute schlauer? Nun ja, heute weiß ich, dass ich es nicht immer schaffe, regelmäßig zu schreiben, dass ich aber immer wieder Spaß daran habe und zumindest in nächster Zeit nicht damit aufhören werde.

Wer meine Zeilen hier liest, erfahre ich manchmal durch Kommentare und Sterne/Herzen bei Twitter, seltener durch Kommentare hier im Blog, und noch seltener durch die ein oder andere E-Mail. Ich könnte natürlich meine Statistiken noch genauer anschauen, und mir ganz viele Gedanken machen, aber da ich hier einfach nur bin, ist das nicht nötig.

Apropos einfach nur sein, ich erlebe es immer wieder, dass Menschen mich fragen, warum ich mir denn ein Haus (inkl. renovierungsbedürftiger Nebengebäude) ans Bein gebunden hätte, warum wir nicht unseren Laster zum Fernreisemobil umbauen und aussteigen würden, warum wir nicht auswandern würden, ob ich denn nicht frei sein wolle.

Frei sein ist bei den Menschen, die mich das fragen, oft ein ziemlich romantisches Konzept und auf ihren eigenen Standpunkt bezogen. Ich fühle mich durchaus frei, denn wir haben zwar das Haus, aber es hat uns niemand gezwungen, es zu kaufen und herzurichten, sondern wir haben uns ganz bewusst dafür entschieden. Ich fühle mich hier wohl. Und Freiheit beginnt auch im Kopf. Ich bin frei, weil ich meine Onlineaktivitäten nicht zum Geldverdienen betreibe, weil ich hier mal schreiben kann und mal nicht, ganz wie es mir gefällt und wie es gerade zu mir und dem „Offlineleben“ passt.

Ich fühle mich frei, weil ich so viele Möglichkeiten habe, meine Ideen und Hobbys auszuleben – natürlich hätte ich gerne viel mehr Zeit zum Musikmachen, zum Stricken, zum Faulenzen, zum Lasterschrauben… aber es ist gut so, wie es ist.

Wir haben ein paar wunderschöne Weihnachtstage verlebt. Wir hatten (und haben) eine Menge zu essen, genug Feuerholz, tolle Menschen um uns herum, und in wenigen Tagen beginnt ein neues Jahr und ich habe mir nichts vorgenommen.

Außer, weiterhin zu sein – mal glücklich, mal traurig, mal fröhlich, mal nachdenklich, und zufrieden.

Da ich heute noch nicht weiß, ob ich dieses Jahr noch einmal blogge, wünsche ich allen schon einmal einen guten Start ins Jahr 2016 und freue mich darauf, wenn auch nächstes Jahr ein paar Klicks auf dieser Seite zu verzeichnen sind.

 

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Lametta

„Früher war mehr Lametta“, sagte Opa Hoppenstedt in der unvergesslichen Weihnachtsszene.

Ich erinnere mich an Lametta am Christbaum bei meinen Großeltern im Frankenwald. Zuhause bei uns gab es jedoch kein Lametta. Irgendwann erfuhr ich auch, warum.

Die Geschichte geht so: meine Eltern waren frisch verheiratet. Mein Vater hatte an Heiligabend frei, meine Mutter musste, da im Einzelhandel tätig, bis 14 Uhr arbeiten. Sie gab meinem Vater den Auftrag, den Baum zu schmücken. Da sie es von zuhause kannte, wollte sie auch Lametta am Baum haben. Ihre Vorstellung war, dass sie nach der Arbeit nach Hause käme und der Baum wäre fertig.

Doch sie hatte nicht mit meinem Vater gerechnet. Der hatte, korrekt wie immer, das Lametta nicht einfach irgendwie auf die Zweige geworfen. Weit gefehlt. Als meine Mutter das Wohnzimmer betrat, war gerade mal die Hälfte des Baumes geschmückt, weil mein Vater jeden einzelnen Lamettastreifen genau passend aufhängte, so dass sich eine klare Linie ergab. Dass das dauerte, ist klar.

Jedenfalls hat sich meine Mutter darüber wohl so geärgert, dass fürderhin auf Lametta verzichtet wurde. Bis heute gibt es bei meinen Eltern am Christbaum entweder Kugeln oder  Holzschmuck, und das schon seit über 40 Jahren.

Und bei mir? Wir haben Strohsterne und Filzanhänger. Elche und Rentiere. Und kleine Vögelchen. Und bisher keinen Streit über die Art und Weise des Schmückens. Das einzige Luxusproblem, das wir haben, ist, dass wir inzwischen mehr Baumschmuck besitzen als wir an den kleinen Christbaum hängen können. Aber dieses Problem lässt sich ganz entspannt ignorieren.

Frohe Adventszeit!

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Landleben und Leseempfehlung

Ja, ich weiß, ich weiß, es war still hier in den letzten Monaten. Das hatte verschiedene Gründe, auf die ich jetzt nicht eingehen kann und will, aber heute ist ein guter Tag, um mal wieder vom Landleben zu berichten und zum Lesen eines neuen Blogs einzuladen.
Aber eins nach dem anderen.

Im Moment haben wir draußen im Schatten 35°C, und drinnen im Haus vergleichsweise angenehme 27°C. Wir kommen kaum nach damit, im Garten zu gießen, und doch können wir kaum etwas dagegen tun, dass das Gras vertrocknet und in der Sonne braun wird.
Aber es gibt auch Positives zu berichten: so wachsen unsere 12 Tomatenpflanzen ganz hervorragend, und ich habe schon 16 Tomaten entdeckt. Noch sind sie klein und grün, aber sie werden jeden Tag größer.
Auch meine Brombeeren tragen dieses Jahr wieder richtig gut – mal sehen, ob die Beeren auch tatsächlich schön groß und reif werden. Der Sommer hat ja gerade erst angefangen.
Meine beiden Lavendelsträucher blühen wie die Weltmeister und laden Bienen und Hummeln zum Festmahl ein. Da ist ganz schön was los!

Heute habe ich die erste Ladung Kräuter geerntet und zum Trocknen auf dem Dachboden über der Schmiede aufgehängt. Ich bin gespannt, ob alles so wird, wie ich es mir vorstelle.

So, und bevor ich gleich losziehe, um den Geburtstag der Nichte zu feiern, meine heutige Leseempfehlung: die von mir sehr geschätzte, wunderbare Frau B. füllt die „Wespennestwärme“ (so der Titel des neuen Blogs) mit Leben und freut sich sicher über viele Besucher. Surft doch einfach mal vorbei!
Zu finden hier: https://dasnest.wordpress.com/

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Für Senfliebhaber

Für das Teilen von leckeren Rezepten kann man eine der großen Plattformen oder Communities nutzen. Man kann es aber auch einfach im Blog aufschreiben – was ich hiermit tue.

Es gibt Leute, für die ist Senf einfach nur eine gelbe Paste, und manchen genügt es völlig, zu wissen, dass es Senf in unterschiedlichen Schärfegraden gibt. Und dann gibt es noch die Senfgourmets, die Dutzende Senfarten kennen und im Regal stehen haben, und irgendwo in der Mitte stehe ich.

Vor kurzem bekam ich einen wunderbaren Senf geschenkt, nämlich den „Kleinen Schwarzen“ aus Altenburg. Das ist ein scharfer Senf mit schwarzem Pfeffer, und ich finde ihn unglaublich lecker. Da bot es sich an, mehr mit dem Senf zu machen als einfach nur die Wurst hineinzustippen.

Zu Fisch (vor allem Lachs) aber auch zu gekochten Eiern passt eine Senf-Dill-Soße sehr gut, und hier kommt mein Rezept dazu:

  • 2 EL mittelscharfer Senf (ich nehme gerne Bautzner)
  • 1 TL „kleiner Schwarzer“
  • 3 EL Creme Fraiche
  • Saft 1/2 Zitrone
  • 1 EL Honig
  • 1 EL Kräuteressig
  • 2 EL Dill, frisch gehackt

Alle Zutaten in einer Schüssel miteinander verrühren. Je nach Geschmack nimmt man mehr oder weniger Creme Fraiche, Honig und Essig. Auch beim Dill kann man in der Menge variieren. Die angegebene Menge reicht gut für zwei Personen, die gerne Soße essen, oder für drei Leute, die nicht so viel nehmen wollen. Nach oben keine Grenzen 😉
Wer keinen „kleinen Schwarzen“ bekommt, nimmt einfach einen anderen scharfen Senf und gibt Pfeffer in die Soße.

Guten Appetit!

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Musik in der Karwoche und an Ostern / Music during passion week and Easter

In unserem Dorf gibt es eine kleine evangelische Kirche mit einer kleinen Orgel. Ich spiele seit einigen Monaten regelmäßig in den Gottesdiensten und möchte heute einen kleinen Einblick in meine musikalischen Aktivitäten geben.
Letzte Woche habe ich auf einer Abendveranstaltung Akkordeon und Blockflöte (Alt & Tenor) gespielt, was dazu führte, dass ich gebeten wurde, den Gottesdienst am Gründonnerstag mit dem Akkordeon zu begleiten. Wir feiern den Gottesdienst nämlich nicht direkt in der Kirche, sondern an Tischen sitzend im kleinen Saal, der an die Kirche angebaut ist. Nach dem Gottesdienst essen wir gemeinsam zu Abend = wir feiern Abendmahl. Ich habe als Vorspiel das Stück „Trost“ von J. Kiessling ausgewählt.

Am morgigen Karfreitag spiele ich als Vorspiel das Präludium in g-Moll von A.F. Hesse und als Nachspiel das Trio in g-Moll (op. 49) von J.P. Rheinberger.

Der Ostersonntagsgottesdienst beginnt um 6 Uhr morgens, und zunächst ist die Kirche dunkel. Es gibt weder Glockengeläut noch ein Orgelvorspiel. Die Orgel beginnt erst im Verlauf des Gottesdienstes mit dem Lied „Christ ist erstanden“. Das Nachspiel ist ein Orgelstück in C-Dur von J.W. Häßler, ohne Titel, aber mit dem Hinweis „Fürs volle Werk“ und „Allegro di molto“. „Volles Werk“ heißt bei unserer kleinen Orgel ganze fünf Register, aber für die kleine Kirche ist das völlig ausreichend, und dass manche Töne leicht verstimmt sind, wird den Osterjubel kaum stören.

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In our village, there’s a small protestant church with a small organ. I’ve started playing the organ for Sunday services regularly a few months ago and wanted to give a small summary of my current musical activities.

Last week, we had an evening event where I played accordion and recorder (alto & tenor) which led to me being asked whether I would play the according for Maundy Thursday service. This service takes place with the congration sitting at long tables in the hall adjacent to the church. After service, we have dinner together = hold eucharist/communion. I will play the piece „Trost“ (consolation) in A-flat-major by J. Kiessling as prelude.

On Good Friday, I will play the prelude in g-minor by A.F. Hesse and the trio op. 49 in g-minor by J.P. Rheinberger as postlude.

Easter Sunday service starts at 6am in the morning, and the church will be dark. The bells will stay silent, and so will the organ. During service, the organ’s first piece will be the song „Christ ist erstanden“ (Christ has risen). As postlude, I will play an organ piece in C-major by J.W. Häßler. It doesn’t have a title, but is supposed to be played „with full organ“ and „allgro di molto“. „Full organ“ means using all 5 stops the small organ has, but that’s enough for the small church. And the fact that some notes are a bit out of tune shouldn’t interfere with Easterly rejoycing.

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Ein erfüllter Traum

Wer mir bei Twitter folgt, hat es mitbekommen: vor ein paar Tagen waren wir in Österreich und haben dort einen Traktor abgeholt.
Wir wollten „schon immer“ einen haben, und seit wir unser eigenes Haus nebst großem Grundstück auf dem Land haben, wurde dieser Wunsch konkreter.

Nun ist es ja so, dass es eine Vielzahl an Traktorherstellern gab und dass man die Qual der Wahl hat, welcher Traktor es denn nun sein soll. Alt, jung, mit Anbauteilen oder ohne, mit Verdeck/Fahrerhaus oder ohne, mit Allrad oder ohne (okay, diese Frage stellte sich für uns nicht wirklich. Allrad muss schon sein.), luftgekühlt oder wassergekühlt… wenn man dann mal anfängt zu suchen, stößt man sowohl auf restaurierte Exemplare, die vom Lack her besser aussehen als damals frisch aus der Fabrik, als auch auf bedauernswerte abgenudelte halbe Wracks, die zwar günstig in der Anschaffung, aber teuer in der Instandsetzung sind. Apropos günstig und teuer, die Preise für restaurierte Traktoren sind mitunter ziemlich abenteuerlich. Die Oldtimerszene scheint da in manchen Fällen den Bezug zur Realität verloren zu haben.

Aber wir wollten ja nun einen Traktor haben, also suchten wir danach. Und wie es der Zufall so wollte, stellte sich heraus, dass der Vater einer Kollegin meines Mannes seinen Oldtimertraktor verkaufen wollte. Aber nur an jemanden, der ihn „liebhaben“ würde (O-Ton Mutter der Kollegin). Wir bekamen per E-Mail Fotos und Kopien der Fahrzeugpapiere, es folgten einige Telefonate und dann der Entschluss, diesen Traktor zu kaufen. Dass er knapp 800km von unserem Zuhause entfernt stand, egal. Der Traktor war frisch restauriert und den Bildern nach zu urteilen in einem prächtigen Zustand. Die Bilder haben auch nicht gelogen, er steht wirklich hervorragend da.

Wir bereiteten uns nun auf die Abholung vor. Liehen uns von einem Freund einen Anhänger, mieteten ein Zugfahrzeug mit Allrad und ausreichender Anhängelast, buchten ein Zimmer im nächsten Dorf, und machten uns am Samstagmorgen frohgemut auf in die Steiermark. Das Wetter war wunderbar, strahlender Sonnenschein, und ab Niederbayern schneebedeckte Felder. Für mich als Winterfreundin besonders schön. Das erste kleine „Abenteuer“ folgte, nachdem wir von der Schnellstraße abgefahren waren (Navigation erfolgte per Straßenkarte und Blick auf Hinweisschilder): die Strecke entpuppte sich als kleine Landstraße über mehrere Berge, mit Steigungen bis zu 12%. Wie wir später feststellten, ist die Strecke offiziell für Anhängerbetrieb nicht empfohlen. Aber das sagt einem keiner vorher.
Trotzdem ging alles gut und wir erreichten den Gasthof Paunger in Miesenbach. Die Reservierung hatte unkompliziert geklappt, und sowohl das Zimmer als auch das Essen waren ganz hervorragend. Der Chef sorgte dafür, dass wir während unseres Aufenthalts eine bunte Mischung an kulinarischen Köstlichkeiten aus der Region bekamen und zauberte sogar Dinge, die nicht auf der Speisekarte standen.

In der Nacht zum Sonntag begann es zu schneien. Bis zum Morgen gab es gut 20cm Neuschnee. Das hielt uns aber nicht davon ab, nach dem Frühstück eine kleine Wanderung zu starten. Wir nahmen den Miesenbacher Wasserweg und verbrachten zwei herrliche Stunden an der frischen Luft. Am Nachmittag war Faulenzen angesagt und am Montagmorgen fuhren wir dann ins nächste Dorf zur Abholung des Traktors. Er stand schon auf dem Hof bereit und der Besitzer hatte gerade angefangen, uns von seinem Fahrzeug vorzuschwärmen, als seine Frau aus dem Haus kam und meinte, wir sollten doch erst einmal frühstücken. Das taten wir und die Zeit verging, aber wir schafften es dann doch noch vor dem Mittagessen vom Hof. Natürlich nicht ohne eine ausgiebige Einweisung ins Fahrzeug und einen alkoholfreien Cocktail, um auf den Verkauf anzustoßen.

Die Rückfahrt begann unspektakulär. Trotz Dauerschneefalls waren die Straßen gut befahrbar, zumindest eine Zeitlang. Dann wurde der Schnee auch auf der Autobahn mehr, und während wir noch die Verkehrsmeldungen über Vollsperrungen im Raum Wien hörten, begann auch auf unserer Strecke ein Stau, der zu einem längeren Stillstand führte. Es hatte sich ein LKW beim Versuch, eine Steigung ohne Ketten zu befahren, quergestellt, und so standen wir eine gute Stunde (oder auch mehr, ich habe die Zeit nicht gestoppt), bis es weiterging.

Unser ursprünglicher Plan sah vor, am Abend bei einem Bekannten vorbeizufahren, der sich bereit erklärt hatte, das für die Zulassung in Deutschland nötige Gutachten für den Traktor zu erstellen – mit einigen Stunden Verspätung kamen wir dann bei ihm an und wurden spontan eingeladen, zu übernachten. Das Angebot nahmen wir gerne an und machten uns am nächsten Morgen wieder auf, im Gepäck schon die ersten Tipps und Hinweise, was für ein erfolgreiches Gutachten am Traktor noch zu machen sei.

Und dann waren wir endlich zuhause. Ich startete den Traktor, fuhr vom Anhänger, fuhr noch etwa 10m weiter, und schon stand unser Nachbar neben mir und meinte, er habe doch ein neues Motorengeräusch vernommen. Ja, so ist das bei uns auf dem Land, nichts bleibt unbeobachtet.

Wir brachten noch das Zugfahrzeug wieder zurück und damit endete das erste Kapitel unserer Traktorgeschichte.

Am Nachmittag mussten wir natürlich schon ein bisserl fahren und Anhänger rangieren und sind mit dem Kauf sehr zufrieden.

Für die Technikinteressierten noch ein paar Details:
Es ist ein Warchalowski WT 30 A, Baujahr 1968 mit 30PS und Allradantrieb. Der Motor ist ein luftgekühlter V2, und wie viele Warchalowski-Traktoren überhaupt in Deutschland zugelassen sind, wissen wir noch nicht. Es können nicht viele sein – aber in Österreich ist die Marke recht populär, so dass es recht einfach ist, an Informationen und Handbücher zu kommen.

Mehr Traktorgeschichten demnächst.

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Puderzucker

Da schaue ich heute morgen aus dem Fenster und siehe da, die Dächer sind weiß, der Laster hat einen puderzuckrigen Überzug und mit viel Phantasie könnte man sogar sagen, dass im Garten Schnee liegt.

Da unser Dorf mehr oder weniger im Schatten des Taunus liegt, haben wir nur selten Schnee. Um so mehr freue ich mich, wenn es dann mal soweit ist. Es ist noch nicht genug, dass ich die Schneeschaufel rausholen müsste, aber selbst dagegen hätte ich nichts.

Ich freue mich auf das, was die nächsten Tage bringen.

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Lebenszeichen (seit Woche 35…)

Da hab ich mich im letzten Blogeintrag noch gefreut, dass ich meinen Rhythmus wieder habe, und schwupps, schlug das Leben wieder zu und die Zeit rannte los und ich hüpfte und rannte mit und kümmerte mich kaum um diese Seiten hier.
Wer mich vermisst hat oder sich gar Sorgen machte, sei beruhigt. Es ist alles gut, mir fehlte einfach neben der Zeit die Lust, hier zu schreiben.
Ein paar Tage Offline-Urlaub im Harz und im Havelland taten ihr Übriges, und manche Gedanken, die ich in den letzten Wochen zum Leben und zur Welt an sich hatte, wollten einfach nicht hier geteilt werden.

Dennoch gibt es heute, mal wieder in bunter Schüttung, einiges von dem, was bei mir los war und was mir durch den Kopf geht und ging.

  • Das Verhalten von Menschen in der Natur. Es ist kein altes Problem, dass Menschen durch die Natur streifen und ihre Spuren in Form von Müll hinterlassen. Schon als Kind habe ich auf Bergtouren zusammen mit meinem Bruder und meinen Eltern immer wieder Müll eingesammelt, den andere achtlos am Weg liegengelassen hatten. Dass sich dieses Verhalten in den letzten 35 Jahren kaum verändert hat, betrübt mich. Wir sind im Urlaub viel gewandert, und ich verstehe einfach nicht, warum man Bonbonpapier, Bierflaschen (!), Taschentücher etc. in den Wald wirft, anstatt diese zum nächsten Mülleimer mitzunehmen. Es ist vielleicht nur eine Kleinigkeit, aber ich wünsche mir da mehr Rücksichtnahme auf die Natur.
  • Die Baustelle. Man sieht mal wieder etwas. Wir haben ja nicht nur das Haus, was wir renovieren, sondern auch ein über 200 Jahre altes Hoftor, das auch einiges an Pflege und Arbeit braucht. Seit ein paar Tagen liegen die ersten Ziegel auf dem Tordach, und man kann ahnen, wie es aussehen wird, wenn wir fertig sind. Gefällt mir sehr gut, wie es ist.
  • Unser Walnussbaum, der gut und gerne 90 Jahre oder älter ist, hat uns in diesem Jahr schon so viele Nüsse beschert wie in den letzten zwei Jahren zusammen. Dass wir ihn Anfang letzten Jahres von einigen trockenen Ästen befreit haben, scheint ihm sehr gut getan zu haben. Die Nüsse, die außerhalb des Zauns zu liegen kommen, werden meist von Spaziergängern aufgesammelt und mitgenommen. Es sei ihnen gegönnt.
  • Die Brombeeren hatten kein gutes Jahr, erholen sich aber allmählich. Ich bin gespannt, wie es nächstes Jahr wird.
  • Sowohl die Zitronenmelisse als auch die Minze wachsen „wie narrisch“, und ich genieße es, daraus Tee und Kaltgetränke zu machen. Minztee aus dem Beutel kommt mir nur noch im Notfall in die Tasse.
  • Es gibt Strömungen in der Gesellschaft und in der politischen Landschaft, die ich mit Sorge betrachte. Es ist das Geschäft mit diffusen Ängsten, vor Flüchtlingen, vor Ausländern, vor Geldmangel, vor Was-auch-immer, das bei manchen Leuten auf sehr fruchtbaren Boden zu fallen scheint. Ich möchte anders leben. Ich möchte teilen, wo ich kann, und ich möchte in einer vielfältigen Gesellschaft leben. Ich will nicht, dass Angst vor dem Anderen, vor dem Unbekannten unseren Alltag bestimmt und menschliche Beziehungen von Anfang an schwierig macht. Wir haben nur diese eine Welt (zumindest so lange, bis wir eine andere entdeckt haben, und selbst das ist kein Grund, uns hier die Köpfe einzuschlagen, verbal oder anderweitig.).

Soweit dazu. Ich bin gespannt, wie ich mit dem Blog hier weitermache, Rhythmus hin oder her. Aufgeben werde ich die Schreiberei jedenfalls nicht.

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Musik und mehr (die Wochen 32&33)

Da schrieb ich letzte Woche übers Musikmachen, und dass ich das wieder regelmäßiger tun möchte, und prompt bekam ich vor ein paar Tagen eine Anfrage, ob ich Zeit und Lust hätte, die wegen Krankheit ausgefallene Organistin in der Kirchengemeinde zu vertreten.
Ich habe ca. 2 Sekunden darüber nachgedacht und zugesagt. Nun heißt es üben, denn auch wenn ich 1991 meinen ersten Gottesdienst als Organistin bestritt, ist die Orgel ja nicht mein Hauptinstrument, und ich alte Perfektionistin möchte es natürlich so gut wie möglich machen. Auch wenn meine Familie mir immer wieder sagt, ich würde schön spielen, selbst wenn ich mich ganz spontan auf die Orgelbank gesetzt habe.

Apropos spontan, da überfiel mich doch in der letzten Chorprobe unser Chorleiter mit der Frage, ob ich mal eben das Altsolo singen könne. Was ich trotz Perfektionismus auch tat und es hat riesigen Spaß gemacht, mal wieder ein anspruchsvolles Stück vom Blatt zu singen. Wenn sich auch der Komponist vermutlich nicht vorgestellt hat, das Stück von einer Sopranistin singen zu lassen. Ich freue mich jedenfalls auf die weiteren Proben, natürlich weiterhin als Chorsängerin.
Falls sich unter meinen Leserinnen und Lesern jemand findet, der/die gerne singt und in der Region lebt (nordwestliche Wetterau), wir freuen uns im Chor sehr über Verstärkung für das Projekt „Petite messe solenelle“ von Rossini. Stimmbildung gibt’s vor den Proben auch, mangelnde Erfahrung ist also überhaupt kein Problem.

In Haus und Garten ist alles mehr oder weniger wie immer, nahezu tägliche Brombeerernte, eine wunderbar blühende Blumenwiese mit viel Besuch von Bienen und Schmetterlingen, neugierige und redefreudige Gänse nebenan, und seit gestern wieder jede Menge Brennholz, das gestapelt werden möchte. Nachbars Traktor parkt im Moment auch bei uns, und so gibt es für die Spaziergänger immer mal etwas zu sehen.

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Hausarbeit und die Woche (31)

Hausarbeit kann gefährlich sein. Wusste ich unbewusst schon immer und bin vielleicht deshalb so eine faule Hausfrau. Obwohl einige Damen aus meinem Chor aus der Tatsache, dass ich Zucchini-Relish kochte, schlossen, ich müsse mich mit Haushaltsthemen auskennen. Leider konnte ich die Frage nach Gelierzucker oder braunem Zucker fürs Kochen von Brombeermarmelade nicht beantworten.
Warum Hausarbeit gefährlich sein kann? Nun, eine Dame aus dem Chor erlitt beim Bettenmachen einen Sehnenriss im Finger, und eine andere verletzte sich beim Putzen so stark, dass sie in die Notaufnahme musste.

Da kann ich mich ja glücklich schätzen, dass ich am Wochenende nur einige Brombeerstacheln aus meiner Hand ziehen musste, und dass ich dank ausgiebiger Verwendung von Sonnenmilch keinen Sonnenbrand bekam, trotz stundenlanger Gartenarbeit. Die Brombeeren haben sich nach einigen schwierigen Wochen wieder erholt und jede Menge kleiner grüner Beeren warten darauf, groß und dunkel und lecker zu werden. Unsere Schmetterlings- und Bienenbar ist sehr beliebt bei den Insekten, und sieht nebenbei auch noch wunderbar aus. Pflegeleicht ist die Blumenwiese darüber hinaus auch.
Wir haben weitere Büsche gepflanzt und sind gespannt, wie sie sich machen werden. Ein Drittel der Gartenfläche ist nun nicht mehr nur Brachland, sondern sieht tatsächlich aus wie ein Garten.

Im Haus selbst machen wir zur Zeit nur wenig, dafür gibt es im Herbst und im Winter genug dunkle Stunden, in denen die Gartenarbeit ruhen wird.

Heute ist schon wieder Montag, und der Schreibtisch hat mich wieder. In meinem Kopf tummeln sich jede Menge weitgehend unausgegorene Gedanken darüber, womit ich eigentlich meine Brötchen verdienen möchte. Ich werde die Gedankentummelei noch nicht in Bahnen lenken, sondern noch ein Weilchen damit herumspielen und schauen, wohin mich die Denkerei so führen wird.

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