Gestern vor der Chorprobe wurde ich mit den Worten: „Du warst beim CSD dabei, aus dem xxx-Chor hat dich jemand gesehen! Du hast ganz offiziell ausgesehen.“ begrüßt – das offizielle Aussehen bezog sich wohl auf die Ordner*innen-Weste, die ich trug. Die Regenbogen-Herzen auf der Wange oder die bunten Ohrringe werden es kaum gewesen sein. Es war ein toller CSD, an der Demo haben zwischen 800 und 1000 Menschen teilgenommen und die Show-Acts bei der Party waren großartig. Ich traf eine Person, die ihr T-Shirt ebenso wie ich bei BeeProud gekauft hatte, ich bekam Komplimente für meinen „proud ally“ Button, ich hatte Kuchen mit Streuseln in trans Farben und ich wiederhole mich, wenn ich schreibe, dass es ein wunderbarer Tag war. Nächstes Jahr möchte ich wieder dabei sein.
Am Freitag waren wir bei einem Konzert, das ebenfalls ein Erlebnis war. Eine Sopranistin und eine Pianistin sangen und spielten Spirituals und Lieder, geschrieben bzw. gesetzt von afroamerikanischen Komponist*innen und ich hatte hinterher Gelegenheit, kurz mit der Pianistin zu sprechen und ihr meine Visitenkarte zu geben und sie zum Archiv in Frankfurt einzuladen. Vielleicht ist sie mal in der Gegend.
Am Sonntag stand wieder ein Orgeldienst im Kalender, am anderen Ende der Gesamtkirchengemeinde. Ich habe dort schon oft gespielt und kenne die Orgel ganz gut und dachte, naja, so früh musste ja nicht dort sein. Ich kam also ca. zehn Minuten vor Gottesdienstbeginn an, legte meine Taschen ab, schaltete die Orgel ein und sofort wieder aus, weil unheimliche Nebengeräusche zu hören waren. Dann entdeckte ich, dass, wer auch immer vor mir an der Orgel war, einige Register noch gezogen waren. Ich habe die Registerzüge also wieder hineingeschoben und nochmal den Schalter für den Motor betätigt. Schwupps, waren die Nebengeräusche weg. Also war klar, das Gebläse ist es nicht. Ich zog ein Register. Die Orgel jammerte. Ich zog ein anderes. Die Orgel jammerte. Schlussendlich waren von acht Registern vier überhaupt nicht nutzbar; eines ging mit Augen-Zudrücken, zwei gingen gut und eines ging erst und gab dann im Laufe des Gottesdienstes auch auf. Ich spielte dann eines der Lieder und das Ausgangsstück auf dem elektrischen Klavier, das glücklicherweise in der Kirche vorhanden ist. Und schrieb am nächsten Tag gleich ans Gemeindebüro mit der Bitte, den Orgelbauer zu beauftragen, um die Fehler zu beheben.
Wie gut, dass mich solche Situationen nicht aus der Ruhe bringen.
Am Montag zog ein Krokodil bei mir ein. Nein, weder ein lebendiges Tier noch eine Lokomotive: eine Handpuppe. Ich wollte schon immer mal eine Krokodilhandpuppe haben und da mein nächstes Mitmachkonzert unter dem Motto „Katze, Kuckuck und Kuh“ steht, überlege ich jetzt, ob ich vielleicht auch noch ein Krokodil unterbringe. Oder doch wieder die sprechende Kaffeetasse? Wobei die außer dem K mit den anderen Wesen ja nicht wirklich etwas gemeinsam hat. Vielleicht fällt mir ein Krokodil-Lied ein (nein, nicht Schnappi!!). Ein Lied mit einem Kakadu und einer Kuh habe ich schon.
Bei so vielen Tieren darf der Hinweis auf die Hunderunde nicht fehlen. Da gibt es nichts Neues und alle sind wohlauf.
Danke fürs Lesen und bis zum nächsten Mal!