Wochenschnipsel 2633

Die hessischen Sommerferien sind zu Ende und somit auch die chorproben-lose Zeit. Gestern hatten wir in meinem „Haupt“-Chor eine offene Chorprobe, vom Vorstand liebevoll „Chor Speed Dating“ genannt und es waren ein halbes Dutzend Interessierte gekommen, und natürlich alle anderen, die eh schon in den drei Erwachsenenchören singen. Ich hoffe, es hat den Neuen so viel Spaß gemacht wie mir. Zwei haben schon gesagt, dass sie wiederkommen wollen. Bin gespannt, für welche(n) der drei Chöre sie sich entscheiden.

Der kleine alte Hund hatte mal wieder eine sehr unruhige Nacht und musste nahezu stündlich betüddelt werden. Im Moment frisst er auch schlecht bzw. verweigert sein übliches Futter. Snacks nimmt er nach wie vor gerne. Aber ihn nur von Snacks ernähren? Wenn das nicht nur eine Phase ist, sondern länger andauert, muss ich mal mit dem Tierarzt reden, ob es mit einer einfachen Futterumstellung getan sein kann. Ich sage mir regelmäßig, dass ein Hund mit fast 17 Jahren „so“ sein darf, doch natürlich mache ich mir auch Gedanken, wie die nächste Zeit wird und wie wir alle miteinander damit zurechtkommen. So einen alten Hund hatte ich noch nie und kann nicht auf frühere Erfahrungen zurückgreifen.

Der wilde Hund war in letzter Zeit gar nicht oft wild, aber um mich daran zu erinnern, dass er’s noch kann, versuchte er gestern, einen Teenager auf einem elektrischen Roller zu jagen. Wobei ich das ein Stückweit verstanden habe, denn der kam auf einem Feldweg von hinten und machte sich nicht bemerkbar, und dass der wilde Hund dann versuchte, uns vor dem komischen Ding zu beschützen, kann ich dem Hund kaum krumm nehmen. Ausbruchsversuche aus dem Garten gab es hingegen schon seit Wochen nicht mehr. Falls sich das ändert, werde ich berichten.

Apropos berichten, eigentlich hätten die beiden Orgeldienste am Sonntag, die ich in den letzten Wochenschnipseln quasi als Vorschau kurz erwähnt hatte, ereignislos sein können. In beiden Kirchen hatte ich schon gespielt und kenne die Instrumente. Dann kam Samstagnacht noch eine Nachricht des Pfarrers, er würde gerne den Gottesdienst in der großen Kirche im Chorraum feiern und ich solle bitte auf der zweiten Orgel spielen – das Instrument kenne ich vom Sehen und habe es auch in einem Konzert schon gehört, aber noch nicht darauf gespielt. Also fuhr ich früher los als ich es sonst getan hätte, um einen Eindruck der Orgel zu bekommen. Ich kam an und stellte fest, dass der hauptamtliche Küster frei hatte und dass es eine Vertretung gab. Und dann begann der Spaß, denn der Orgelschlüssel war nicht auffindbar. „Der muss doch hier im Schrank sein.“ Nach langem Hin und Her wurde dann ein Zweitschlüssel ausfindig gemacht, aber so kurz vor Gottesdienstbeginn, dass ich die Klangproben auf das nötigste beschränken musste. Aber die Orgel machte viel Spaß und ich hätte gerne irgendwann mal richtig viel Zeit für sie, um sie besser kennen zu lernen. Der zweite Gottesdienst verlief ohne besondere Vorkommnisse, aber mit Applaus nach dem Schlussstück und einem Lob eines Gemeindemitglieds.

Die nächste Beerdigung steht auch schon im Kalender. Gut, dass ich mangels Projektarbeit im Moment zeitlich sehr flexibel bin und diese Aufträge annehmen kann. Wie stark die vermaledeite „generative KI“ meine Arbeitsfelder beeinflusst und auch die Projektanfragen, darüber will ich jetzt nicht schreiben (oder schimpfen), das mache ich bei Gelegenheit an anderer Stelle. Nur so viel sei gesagt: es ist anstrengend. Denn die Soße suppt nicht nur durch die Musik, sondern auch durch andere Bereiche, in denen ich arbeite, und manchmal frage ich mich schon, ob ich nicht einfach meine LKW-Fahrerlaubnis nehme und Laster fahren gehen sollte, denn bei allen Versuchen zum autonomen Fahren ist das ja noch etwas, wo Menschen gebraucht werden. Aber noch sind diese Motivationslöcher nicht so tief, dass ich darin sitzen bleiben müsste. Dennoch, ich mache mir so meine Gedanken.

Aber zurück zu schönen Dingen. Ich habe den „Ringeltaubenmantel“ von Maike Claußnitzer zu Ende gelesen und mir nun die mir noch fehlenden Bände mit Geschichten besorgt. Und den zweiten Band der „Gruftgeflüster“-Reihe von Diandra Linnemann habe ich auch gelesen. Die Geschichte war ganz schön gruselig! Aber toll geschrieben. Ich bin gespannt, wie mir der dritte Band gefallen wird.

Vor ein paar Tagen bekam ich im Fediverse die Empfehlung zu einem Online-Shop für Tinten- und Füller-Begeisterte mit dem schönen Namen Fountainfeder. Sehr „gefährlich“ fürs Sparschwein, denn dort gibt es tolle Sachen. Unter anderem so wunderbare Tintenfarben wie „Schietwetter“, „Nordlichter“ und „Grünkohl“ – das Set zum Ausprobieren musste ich mir direkt bestellen. Und Briefpapier. Die Zahl meiner Briefpartnerinnen hat sich über die Jahre zwar ein wenig reduziert, aber Briefpapier brauche ich immer. Wenn Du das liest und denkst, ach ja, so einen handgeschriebenen Brief hätte ich auch mal wieder gerne oder würde einen schreiben wollen, melde Dich (z.B. im Fediverse).

Soweit für heute. Die Post bringt hoffentlich ein Glas meiner hauptsächlich genutzten Tinte und anderen Schreibkram, und ich werde jetzt mal an einem Projekt weiterarbeiten, für das ich zwar noch keine Kundinnen hab, das mir aber Freude macht und das ist auch wichtig.

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Filed under Bücher, Leben mit Hund, Musik, Sammelsurium

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