Category Archives: Musik

Wochenschnipsel 2605

In der Nacht vom Sonntag auf Montag hatte es geschneit – eine Seltenheit bei uns, und das Polarhuhn in mir hat sich sehr gefreut. Bis Dienstagmorgen schneite es weiter, und abends begann es dann zu regnen und regnet immer noch. Teile der weißen Pracht sind aber noch da.

Die Hunde schienen es ganz vergnüglich zu finden, ihre Schnauzen tief in den Schnee zu stecken. Was weniger vergnüglich war, vor allem für den kleinen alten Hund, war die Notwendigkeit, nach dem Spaziergang den Schnee aus dem Fell zu pulen. Der kleine alte Hund empfindet das Abgetrocknetwerden eh als Verletzung sämtlicher Hunderechte und versucht sich dem Handtuch durch Herumzappeln zu entziehen. Wenn ich es geschickt anstelle, kann ich genau dieses Herumzappeln nutzen, um ihn trocken zu rubbeln.

In den letzten Tagen sind zwei neue Lieder entstanden; eines davon ist bereits veröffentlicht. Am anderen arbeite ich noch. Die Rohfassung steht, aber vor einer Veröffentlichung muss ich noch ein wenig Ukulele üben. Denn die Begleitung, die ich haben möchte, geht mir noch nicht leicht genug von der Hand. Das macht aber nichts, denn ich habe ja kein Management oder eine Agentur hinter mir, die mich zur Eile treiben.

Am Wochenende war regionales Kirchenmusiktreffen im Dekanat. Vieles ändert sich gerade, weil Gemeinden zusammengefasst wurden im Zuge der großen Reformen, und vieles bleibt doch irgendwie gleich. Wenn sich genügend Interessierte finden, werde ich irgendwann im Frühjahr einen Akkordeon-Workshop anbieten. Das Akkordeon ist übrigens das Instrument des Jahres 2026. Und bei Gelegenheit schreibe ich auch mal mehr dazu, warum ich das Instrument so sehr mag.

Zum Schluss noch ein paar Gedanken zum Januar. Irgendwie ein ungeliebter Monat, nur noch übertroffen vom November. Es ist kalt, es ist dunkel, es ist… langweilig? Allenthalben lese ich vom Wunsch, der Frühling möge doch bitte ganz schnell und jetzt und gleich beginnen und sind denn bei euch auch schon die ersten Frühblüher zu sehen und warum dauert das denn so lange? Und auch wenn ich den Winter sehr mag, habe ich Verständnis für diesen Wunsch. Die Tage werden wieder länger, das Jahr hat angefangen und viele sind motiviert, dass etwas Neues anfängt. Also muss doch auch die Natur… aber die muss gar nix. Der Januar ist ein Wintermonat. Der Februar war das lange Zeit auch. Und Winter heißt Ruhe, Innehalten, Warten.
Am Montag schrieb ich im Fediverse davon, wie seltsam es sich anfühlt, dass draußen zentimeterdick Schnee liegt und im Angebotsblättchen vom Supermarkt Himbeeren beworben werden. Frisch. Aus Marokko. Und am Dienstag schrieb Maike P. das, was mir auch durch den Kopf geht.

Können wir kurz über Jahreszeitenfehlempfinden reden? Also die Tatsache, dass alle Welt gefühlt ab Neujahr, spätestens jetzt aber bitte Frühling will, obwohl der meteorologische Winter erst um den 21. Dezember begonnen hat? Woher kommt das?
(Vermutung: die „Ruhezeit“ des Winters – in der Natur, z.T. in der Landwirtschaft, im Jahresrhythmus – passt nicht zu den Aufbruchsappellen, Motivations- und Produktivitätsaufrufen zum Jahresbeginn.)

Ich kann absolut nachvollziehen, dass Menschen mit den „kurzen“ Tagen und dem grauen Himmel, den wir im Winter oft haben, Probleme haben. Ich selbst leide eher im Sommer, weil ich mit hohen Temperaturen nicht so gut klar komme. Alles verständlich. Und dennoch. Damit wir den Frühling wirklich genießen können, braucht die Natur ihre Auszeit. Je kürzer der Winter, desto schwieriger für manche Pflanzen und auch für manche Tiere. Vielleicht hilft es, sich das immer mal vor Augen zu führen.

Mein Januar war durchwachsen, was Aktivitäten angeht. In einigen Bereichen war schon viel los, in anderen eher wenig. Ich freue mich jedenfalls, wenn es mal ruhiger ist und wenn tatsächlich „nichts“ zu tun ist. Der Garten ruft noch früh genug. Und die Pollen ebenfalls.

Danke fürs Lesen!


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Für wen ich singe

Menschen schreiben Dinge ins Internet. Ich auch.

Neulich las ich die Klage eines Menschen über Liedermacher.
Sinngemäß schrieb er: die sind nervig, denn Politik hat in der Musik nichts zu suchen und wer würde schon gerne von gitarrespielenden langhaarigen Weltverbesserern belehrt werden.

Nun ja.

Ich habe kurze Haare und spiele Ukulele und habe ein Lied geschrieben, in dem auch die Menschen vorkommen, an deren Verhalten ich mich stoße.

Wie immer gilt für meine Texte und für meine Musik, dass ich ausdrücklich und sehr bestimmt jegliche Nutzung zum Training von wie auch immer gearteter KI/AI/Künstlicher „Intelligenz“/LLM und ähnlichen Tools untersage. Ich schreibe und singe für Menschen.

Ein Video mit Untertiteln gibt es hier.

Und hier ist der komplette Text zum Nachlesen.

Die Musik
ist zum Glück
mit dem Marketing
nur durch m und i und k verbunden.

Darum singe ich, für wen ich singen will,
nämlich für Menschen und nicht für Kunden.

Keine Kennzahl sagt mir, was ich texten soll.
Kein Algorithmus rät: probier’s doch mal in Moll!

So werde ich zwar nicht
reich und berühmt.
Doch ich sing für wen ich mag,
direkt und unverblümt.

Ich sing für die Müden, die Wachen,
die Großen, die Kleinen,
die Sehnsuchtsvollen.
Für die, die träumen, die lachen,
die schmusen, die weinen,
die tanzen wollen.
Ich sing für euch und für mich
voller Hoffnung und auch im Vertrauen
dass wir gemeinsam auf dieser Welt
Frieden stiften und Brücken bauen
dass wir gemeinsam auf dieser Welt
Frieden stiften und Brücken bauen.

Ich sing für alle, die wie ich
eine bunte Welt zu schätzen wissen
Für alle, die im Lärm und Getöse
die leisen Töne vermissen.

Ich sing auch für dich, der du sagst
Liedermacher gehen dir total auf den Geist
Ich sing für dich, der, egal was ich sage,
es am Ende doch besser weiß.

Ich sing für die Müden, die Wachen,
die Großen, die Kleinen,
die Sehnsuchtsvollen.
Für die, die träumen, die lachen,
die schmusen, die weinen,
die tanzen wollen.
Ich sing für euch und für mich
voller Hoffnung und auch im Vertrauen
dass wir gemeinsam auf dieser Welt
Frieden stiften und Brücken bauen
dass wir gemeinsam auf dieser Welt
Frieden stiften und Brücken bauen.

Ich sing für alle, die dem Hass und der Hetze
etwas entgegen flauschen
und für die, die so gerne
auch den Zwischentönen mal lauschen.

Ich sing auch für die, für die Lieder und Texte
stets unpolitisch sein müssen
und für die, die es stört, dass der Karl und der Heinz
oder Jemke und Jamie sich küssen.

Ich sing für die Liebe für alle,
für Vielfalt statt Zwiespalt,
für Menschlichkeit.
Für die, die stolpern, die fluchen,
die seufzen, die suchen,
für Zusammenhalt.
Ich sing für euch und für mich
voller Hoffnung und auch im Vertrauen
dass wir gemeinsam auf dieser Welt
Frieden stiften und Brücken bauen
dass wir gemeinsam auf dieser Welt
Frieden stiften und Brücken bauen.

[CC-BY-SA-NC-No-AI]

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Wochenschnipsel 2604

Letzte Woche war ganz schön was los hier im Blog (und im Fediverse). Mein kleiner Rant wurde im Fedi weit mehr als 100 Mal geteilt und es gab viele Kommentare. Fast alle waren respektvoll und interessanterweise gab es nur zwei, die mir erklärt haben, dass ich falsch liege und ich habe beiden nicht geantwortet.

Im direkten Gespräch ist das mit dem Ignorieren nicht immer so einfach. Am Wochenende wurde mir beschieden, ich sei alt, weil ich nicht bei Instagram bin, denn die jungen Leute seien alle dort und deshalb sei das eine ganz wichtige Plattform. Die alten Leute seien eher bei Facebook. Da bin ich allerdings auch nicht. In einer Gruppe Menschen, in der ich die einzige bin, die keinen Meta-Dienst nutzt, falle ich doch ziemlich auf. Aber das ist okay, damit kann ich leben.

Heute habe ich einen Geburtstagsgruß an einen Menschen geschrieben, den ich damals bei Twitter kennengelernt hatte. Inzwischen schreiben wir uns nur noch ab und zu eine Mail. Aber ich habe festgestellt, dass ich Twitter inzwischen überhaupt nicht mehr vermisse. Ja, einzelne Leute schon, doch selbst wenn die Plattform noch die wäre, die sie einmal war, wäre es auch dazu gekommen, dass der Kontakt zu dem einen oder anderen Menschen abreißt.

Umso schöner sind die kleinen Begegnungen, online wie offline.

Wie wunderbar dieser menschliche Kontakt außerhalb aller Algorithmen ist, zeigt gerade das neue Album von Stephan, das weder online erhältlich ist noch gekauft werden kann. Ja, richtig gelesen. Wer wissen möchte, wie es dennoch zu den Menschen kommt, kann hier klicken. Das Album heißt passenderweise „Strategies against Algorithms“ und lohnt sich für alle, die echte, handgemachte Musik und kritische Texte ebenso wie Poesie mögen. Die anderen Alben von Stephan sind „wie gewohnt“ auch zum Download zu haben und über „Malers Hüs“ habe ich letztes Jahr eine Reihe von Beiträgen geschrieben.

Ich mache jetzt mit meiner Schreibtischarbeit weiter und bedanke mich fürs Lesen.

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Wochenschnipsel 2601 und 2602

Die ersten Wochenschnipsel im Jahr 2026! Wer sich über den Titel wundert – ich gehe immer nach den Kalenderwochen, und da haben wir tatsächlich schon die zweite, und damit ich nicht durcheinander komme, gibt es die doppelte Zählung.

Ich hoffe, alle, die das hier lesen, sind gut ins neue Jahr gekommen. Hatte ich letzte Woche noch darüber geschrieben, wie schwierig es manchmal sein kann, mit der aktuellen Weltenlage klar zu kommen, könnte ich diese Woche einen drauf setzen und sagen, herrjemine, es wird ja nur schlimmer statt besser. Aber das würde mich nicht weiterbringen und euch auch nicht und deshalb belasse ich es dabei.

Der Jahreswechsel bei uns war ruhig, die Hunde haben die Böllerei verschlafen und in unserem Dorf war auch nicht sooo viel los.

Mein erster Sonntag brachte gleich zwei Vertretungsdienste; eine Orgel kannte ich noch nicht, an der anderen hatte ich schon mehrmals gespielt. Es hat Spaß gemacht, wieder ein neues Instrument zu entdecken und ich war einmal mehr froh, dass ich viel Erfahrung mit kleinen historischen Orgeln habe, denn auf Ergonomie wurde früher selten geachtet und als Anfängerin wäre ich mit diesem Instrument nicht ohne weiteres zurechtgekommen. Die Ukulele kam auch wieder zum Einsatz und es gab dazu nur positive Rückmeldungen.

Gestern hatte ich einen weiteren Vertretungsdienst und auch das war schön und auch da wurde ich gefragt, ob ich einmal wiederkomme.

Wie immer habe ich Werke von Komponistinnen gespielt und werde das auch am kommenden Sonntag tun.

Seit zwei Tagen haben wir Schnee und auch wenn es nicht viel ist, sieht es doch schön aus. Allerdings waren die Hunde beide unglücklich über die Salzlake auf den Straßen. Der wilde Hund lässt sich zwischendurch die Pfoten mit einem Tuch abwischen, weil er weiß, dass ihm das gut tut. Der kleine alte Hund fällt in lange geübte Verhaltensweisen zurück und schnappt, wenn der Mensch an die Pfoten fassen will. Das macht das Ganze natürlich nicht gerade leicht, aber da müssen wir jetzt durch. Ich versuche immer, Wege zu laufen, die nicht gestreut werden. Das funktioniert glücklicherweise auch einigermaßen. Und irgendwann taut es eh wieder.

Pläne für dieses Jahr habe ich übrigens keine. Außer, dass ich das weitermachen möchte, was ich bereits regelmäßig tue. Orgel spielen, Videos aufnehmen, Konzerte vorbereiten, bloggen, komponieren… das genügt für die meisten Wochen sowieso 😉

Danke fürs Lesen und auf ein gutes Jahr!

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WochenSchnipsel 2552

Wenn nicht gleich noch das Telefon klingelt, werde ich vergleichsweise ruhige Weihnachtstage haben, denn bisher stehen tatsächlich nur zwei Orgeldienste im Kalender. Einer heute und einer morgen.

Und dann habe ich bis zum 4. Januar frei.

Aber wie gesagt, noch könnten Anfragen kommen. Ich lasse mich überraschen!

Ich werde Werke von Komponistinnen spielen. Heute von Carlotta Ferrari und Cécile Chaminade und morgen von Emma Louise Ashford und May F. Lawrence.

Ob ich nächste Woche noch einmal schreibe, weiß ich gerade noch nicht, aber spätestens nächstes Jahr geht es hier weiter.

Danke fürs Lesen!

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Wochenschnipsel 2551

Ich bin vom Konzertsonntag immer noch müde. Freitagabend Probe, Samstagabend Probe, Sonntag ab mittags Generalproben und dann das Konzert, aber es war soooo schön! Die Chorsängerinnen und -sänger haben ihre Sache sehr gut gemacht, das Orchester war prima und die viele zusätzliche Arbeit, die ich in die Vorbereitungen gesteckt habe, da ich ja kurzfristig als Organistin eingesprungen bin, hat sich gelohnt. Aber… ich bin müde.

Deshalb gibt es heute nur einen kurzen Beitrag und da nächsten Mittwoch schon Heiligabend ist, werde ich da vielleicht auch nicht so viel schreiben. Wir werden sehen.

Danke fürs Vorbeischauen hier im Blog und bis bald!

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Wochenschnipsel 2550

Bevor es in den heutigen Wochenschnipseln nur um Hunde geht, ein kleiner Überblick über das, was musikalisch los ist. Am letzten Sonntag fand ein von einem Frauenteam gestalteter Gottesdienst statt, traditionell immer am zweiten Advent, mit anschließendem Suppenbüffet. Sehr schön fand ich diesmal, dass in den Texten und Gebeten mehrfach die Rede davon war, dass alle dazugehören, egal, wie sie aussehen und wen sie lieben. Ein starkes Signal, und sehr nötig! Die Suppen waren ebenfalls lecker und dass meine älteste Freundin zu Besuch war, krönte ein schönes Wochenende.

Und dann kam am Montag zu aller Arbeit, die im Moment auf meinem Tisch liegt, noch ein zusätzlicher Job. Weil fürs Konzert am dritten Advent ein krankheitsbedingter Ausfall zu verzeichnen ist, habe ich die großartige Aufgabe, von zwei großen Chorwerken (mit Orchester und Solostimmen) den Orgelpart zu lernen, um beim Konzert die Orgel zu spielen. Natürlich darf ich auch wie geplant noch das Mezzosopran-Solo singen.

Aber eigentlich wollte ich in den heutigen Wochenschnipseln hauptsächlich über unsere Vierbeiner sprechen. Ich bin mit Hunden aufgewachsen. Der erste Hund kam ins Haus, da war ich zwei Jahre alt. Wenn ich den Erzählungen meiner Eltern glaube, dann wollte ich wohl erst eine Katze, aber als dann der Welpe kam und mich erst einmal zu Boden warf und wir dann beide auf der Erde herumrollten, war es um mich geschehen und wir liebten uns von diesem Moment an. Später, in meiner Zeit in London, wurde ich von einer Katze adoptiert, aber das ist eine andere Geschichte.

Meine Eltern hatten immer Hunde. Meist zwei, manchmal auch drei. Und ich konnte aus beruflichen und anderen Gründen keinen haben.

Dann kam das Jahr 2018, in dem ein wilder Hund bei meinen Eltern einzog. Ein kleiner Sturkopf war bereits da, eine Mischung aus Dackel und Schnauzer, wobei meine Mutter den Dackelanteil stets verneinte; und dazu kam dann eine Mischung aus Terrier und Husky (?). Ganz sicher ist das mit dem Husky zwar nicht, doch es deutet einiges darauf hin.

Und einige Monate später erfuhr ich dann ganz beiläufig, dass meine Mutter dem Tierschutzverein, von dem der wilde Hund kam, erzählt hatte, dass ich den Hund übernehmen würde, wenn meine Eltern einmal nicht mehr könnten. Vorher fragen hätte sie natürlich können, aber vermutlich wusste sie, dass ich sowieso ja gesagt hätte.

Meine Mutter starb und mein Vater kümmerte sich um beide Hunde. Gesundheitlich wurde es für ihn schwierig und so fassten wir ziemlich genau vor drei Jahren den Entschluss, dass der wilde Hund für eine Weile zu mir kommen sollte, um meinen Vater zu entlasten. Der kleine alte Sturkopf würde bei ihm bleiben.

Wie das Leben so spielt, blieb es nicht beim Kurzaufenthalt des wilden Hunds und nach dem Tod meines Vaters zog auch der kleine alte Hund mit ein.

Ich hatte also „endlich“ Hunde und glücklicherweise auch die Möglichkeit, mich ausreichend mit ihnen zu beschäftigen. Die erste Zeit war für uns alle eine große Herausforderung. Wir hatten im Dorf schon sehr bald einen schlechten Ruf, weil die beiden jedes Tier anpöbelten, das uns begegnete. Auch untereinander mussten so manche Kämpfe ausgefochten werden und der kleine alte Hund trauerte viele Monate um sein altes Zuhause und seine Menschen. Manchmal dachte ich, ich schaffe das nicht, wenn nach kleinen Fortschritten plötzlich wieder eine Situation kam, in der „nichts“ zu funktionieren schien. Aber da ich auch ziemlich stur bin und vor allem einen sehr langen Geduldsfaden habe, blieb ich dran (und wurde von meinem Mann wunderbar unterstützt und werde es immer noch) und das lohnte sich.

Inzwischen sind wir ein tolles Team geworden. Es gibt noch ein paar Hunde, die angepöbelt werden und die ihrerseits auch gerne Streit suchen, aber was anfangs die Regel war, ist jetzt die Ausnahme. Selbst der kleine alte Hund lernte noch etwas dazu und der wilde Hund hat eine unglaubliche Entwicklung gemacht. Nutzte er anfangs noch jede Gelegenheit, aus dem Garten zu verschwinden, kann er jetzt sogar ohne Leine mit mir vom Haus ins Nebengebäude laufen, wo unser Büro ist, und kommt im Garten auf Pfiff oder Ruf zurück. Klar, einiges steckt immer noch in ihm und sein sehr starker Jagdtrieb macht es unmöglich, ihn draußen frei laufen zu lassen, aber damit können wir umgehen.

Ich bin jedenfalls sehr stolz auf unsere Hunde, was sie alles geschafft haben und freue mich jeden Tag, dass sie da sind. Nicht ohne ab und zu einen Kloß im Hals zu haben, weil die Umstände, durch die sie zu uns kamen, traurig waren, doch die guten Gefühle überwiegen.

Falls du, lieber bloglesender Mensch, in einer ähnlichen Lage bist: ja, „gebrauchte“ Hunde können anstrengend sein und es kann dauern, bis etwas klappt, aber ich kann nur dazu ermuntern, auf keinen Fall aufzugeben. Eines Tages wirst du Erfolge sehen und dich dann hoffentlich so freuen können wie wir es tun.

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Wochenschnipsel 2549

Letzten Sonntag hatten wir ein richtig schönes Konzert. Mein Lieblingsdirigent bucht mich seit einigen Jahren regelmäßig für das Adventskonzert eines Gesangvereins, dessen drei Chöre er leitet und ich mache dann alles, was ansteht: im Chor mitsingen, Duette/Terzette mitsingen, Klavier spielen, Orgel spielen… und da ich unterjährig auch immer mal Proben leite, wenn mein Lieblingsdirigent verhindert ist und auch bei den Sommerkonzerten dabei bin, kenne ich die Chöre inzwischen recht gut und es macht unheimlich viel Spaß, mit den Menschen zu arbeiten und zu musizieren.

Diesmal hatten wir ein besonderes „Schmankerl“ im Programm. Da besagter Lieblingsdirigent nicht nur ein hervorragender Chorleiter ist, sondern auch ein begnadeter Pianist, kam er vor ein paar Wochen auf die Idee, wir könnten ja den ersten Satz eines Klavierkonzerts von Haydn spielen. Er am Klavier als Solist und ich am Orgelpositiv als Orchester.

Es war großartig! Ich durfte gestern die Aufnahme hören, die ein Chormitglied gemacht hatte, und das gute Gefühl, das ich schon während des Konzerts hatte, hat sich bestätigt. Wir waren wirklich sehr gut.

Ich sage das nicht, um nach Komplimenten zu angeln oder mich selbst zu loben, sondern weil es mich einfach freut.

Ich musste in den letzten Jahren einige Hindernisse überwinden, um musikalisch das leben zu können, was ich möchte, und da ist so ein Auftritt einfach Balsam für die Seele.

Auf der großen Orgel durfte ich auch ein Solo spielen und hatte mich für die Corelli-Variationen von Walther entschieden. Die mag ich unheimlich gern und das Stück passte auch toll zu dem langen Nachhall, den die Kirche hat.

Was gibt es sonst zu berichten? Ich habe einige wunderbare Bücher gelesen, über die ich gerne separat bloggen will (hoffentlich finde ich die Zeit dazu!), ich habe ein Strickprojekt beendet und gleich schon wieder Ideen fürs nächste, ich habe eine neue Blockflöte bestellt (die allerdings erst nächstes Jahr ankommen wird) und ich mache seit dem 1. Dezember im Fediverse einen musikalischen Adventskalender, bei dem ich täglich zwei Takte eines Musikstücks veröffentliche und am 24. Dezember ist es dann komplett. Wer es noch nicht gesehen hat, der Hashtag dafür ist TaktWeise.

Vielen Dank fürs Lesen und bis bald!

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Wochenschnipsel 2547

Heute Morgen fielen dicke Schneeflocken, aber der Boden ist noch nicht kalt genug, dass irgendetwas hätte liegenbleiben können.

Auch diese Woche hätte ich hauptsächlich Musikalisches zu berichten, aber ich frage mich gerade, ob das überhaupt interessant genug wäre, denn es unterscheidet sich nicht wirklich von dem, was ich bereits in den letzten Wochenschnipseln beschrieben habe.

Gut, eine Orgelvertretung stand zusätzlich auf dem Programm und hat Spaß gemacht, und ich habe Pepernoten gebacken (und dabei keine Musik gehört) und der Workshop am Samstag hat auch gut geklappt und ich bekam viel positives Feedback.

Ich bin also besser gelaunt als diese Zeilen hier vielleicht klingen, werde aber den heutigen Beitrag trotzdem kurz halten und mal schauen, was es nächste Woche zu erzählen gibt 🙂

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Wochenschnipsel 2546

Eigentlich gibt es gar nicht so viel Interessantes zu berichten.

Im Moment steht die Musik im Vordergrund, was sehr schön ist, aber auch einiges an Arbeit bedeutet. Der Advent und die dann stattfindenden Konzerte rückt näher und wir proben fleißig mit den Chören. Ich übernehme dabei häufig den Orchesterpart am Klavier und mache das wie es scheint so gut, dass mein Lieblingsdirigent mich vorgestern fragte, ob ich nicht mit ihm zusammen bei einem der Konzerte einen Satz aus einem Klavierkonzert spielen würde. Er als Solist am Klavier und ich als „Orchester“ an der kleinen Chororgel. Ich habe mir eine Klavierfassung angeschaut und drauflos geübt und mir die Haare gerauft und dann festgestellt, dass der Klavierauszug, den er mir empfohlen hat und der dann gestern mit der Post kam, wesentlich leichter ist als der, den ich hier hatte – also sollte diesem Plan nichts im Wege stehen. Es sei denn, die Orgel und das Klavier können nicht mehr gestimmt werden und klingen zusammen nicht schön. Dann müssen wir uns etwas anderes überlegen.

Immerhin liege ich im Zeitplan mit dem Üben der Gesangs-Soli und für mein Orgel-Solo, das kurzfristig angefragt wurde, nehme ich etwas aus dem Repertoire.

Am nächsten Wochenende bin ich in Frankfurt zu einem Workshop für Lehrkräfte und werde dort zum kreativen Schubladendenken und zu Komponistinnen erzählen. Es wird ein Klavier zum Einsatz kommen und wahrscheinlich auch eine meiner Teleskopflöten und die Ukulele und die Melodica, aber vielleicht bin ich auch ganz spontan und mache alles ganz anders. Das wird von der Gruppe abhängen – wer am Workshop teilnimmt und wie viele, das weiß ich heute noch nicht.

Ich bedanke mich fürs Lesen und setze mich gleich wieder ans Klavier. Bis bald!

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